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Nichtsteroidale Antiphlogistika

I. Allgemeine Toxikologie

1. Chemisch-physikalische Eigenschaften

Die nichtsteroidalen Antiphlogistika (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAID, NSAIA, NSAR, NSAP) sind Arzneimittel, die schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken und keine steroidale Struktur aufweisen. Fast alle nichtsteroidalen Antiphlogistika sind schwache Säuren (pKa = 4.5). Ihre Wirkung beruht auf einer Hemmung der Cyclooxygenasen. Sie umfassen eine Vielzahl von verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Wirkstoffen, die oft allein, aber auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Analgetika verabreicht werden.
Die NSAIDs werden in folgende Gruppen eingeteilt:
-Anthranylsäurederivate: Flunixin, Meclofenaminsäure, Mefenaminsäure.
-Arylessigsäurederivate: Diclofenac, Etodolac, Indometacin, Ketorolac, Sulindac, Tolmetin.
-Arylpropionsäurederivate: Fenoprofen, Ibuprofen, Ketoprofen, Naproxen, Oxaprozin.
-Oxicame: Meloxicam, Piroxicam, Tenoxicam.
-Pyrazolonderivate: Aminophenazon, Metamizol, Phenazon, Phenylbutazon, Suxibuzon, Tepoxalin.
-Salicylate.
-Selektive COX-2-Inhibitoren: Carprofen, Celecoxib, Deracoxib, Firocoxib, Meloxicam, Robenacoxib, Rofecoxib.
 

2. Quellen

-Die NSAIDs werden als Antiphogistika, Analgetika und Antipyretika sowohl in der Human- wie auch in der Veterinärmedizin angewendet. Die Wirkstoffe sind in Form von Tabletten, Pulver, Pasten, Granulate, Salben, Zäpfchen und Injektionslösungen auf dem Markt.
-Für Hunde und z.T. Katzen zugelassene NSAIDs sind: Carprofen, Deracoxib, Firocoxib, Meloxicam, Robenacoxib, Ketoprofen und Tepoxalin.
 

3. Kinetik

-Die meisten nichtsteroidalen Antiphlogistika weisen eine gute orale Bioverfügbarkeit und eine hohe Plasmaproteinbindung auf. Als schwache Säuren besitzen sie im sauren Milieu der Entzündungsgebiete eine hohe Penetrationsfähigkeit. Sie werden von mikrosomalen Enzymen in der Leber biotransformiert, bevor sie glucuronidiert und sulfatiert ausgeschieden werden. Im Gegensatz zum Menschen werden beim Hund viele Wirkstoffe dieser Gruppe auch über die Galle ausgeschieden und unterliegen deshalb einem enterohepatischen Kreislauf.
-Human-NSAIDs: Ibuprofen: schnelle und vollständige Resorption, Plasmapeak innerhalb 15 Minuten; fettlöslich, Plasmaproteinbindung 95%; Metabolismus: hauptsächlich in der Leber über Glucuronidierung; Elimination: > 50% renal, etwa 25% biliär, mit etwas enterohepatischen Rezirkulation; Eliminationshalbwertszeit Hund: 2.5-5.3 Stunden.
Naproxen: schnelle Resorption, durch Futter nicht beeinträchtigt; orale Bioverfügbarkeit Hund, Katze: 68-100%; Plasmapeak nach 0.5-3 Stunden; Metabolismus Hund: wahrscheinlich primär in der Leber, wobei die Metboliten biliär ausgeschieden werden, Metabolismus Katze: nicht gut beschrieben; Elimination Hund: hauptsächlich biliär mit signifikanter enterohepatischer Rezirkulation, Elimination Katze: primär renal; Eliminationshalbwertszeit Hund: 35-74 Stunden.
-Alle veterinärmedizinischen NSAIDs werden oral gut resorbiert, nur die Resorption von Robenacoxib wird durch Futter gehemmt. Sie sind stark proteingebunden und werden in der Leber über Glucuronidierung und andere hepatische Wege metabolisiert.
-Die enterohepatische Rezirkulation ist wie folgt: Meloxicam: signifikant, Carprofen: begrenzt, Ketoprofen: vermutet, Deracoxib: keine, Robenacoxib: keine, Tepoxalin: unbekannt. Dies wirkt sich auf die Dosierung von Aktivkohle während der Dekontamination aus.
-Carprofen, Deracoxib, Firocoxib, Meloxicam, Robenacoxib und Tepoxalin werden hauptsächlich biliär ausgeschieden, eine geringe Menge renal. Ketoprofen wird über den Urin ausgeschieden.
-In der Literatur sind folgende pharmakokinetischen Daten im therapeutischen Dosisbereich angegeben:
 
 Orale Bioverfüg­barkeitZeitpunkt des maximalen Blutspiegels nach oraler ApplikationPlasma­protein­bindungVerteilungs­volumen (Liter/kg)Plasma­halb­werts­zeit in Stunden
Alclofenac  > 99%0.11.5-2.5 (Mensch)
Azapropazon  > 99%0.1415 (Mensch)
Benoxaprofen  > 98% 25-32 (Mensch)
Carprofen> 90%1-4 Stunden99%0.14.5-9.8 (Hund), 8-20 (Katze), 20 (Pferd), 31-65 (Rind)
CelecoxibEtwa 50%1-3 Stunden97%7.11.7-5.2 (Hund)
Diclofenac50% > 99.5%0.171.1 (Mensch)
Eltenac    1.4-2.6 (Pferd)
EtodolacEtwa 75% 99%0.366.5 (Mensch)
Fenbufen  > 98%2-48-17 (Mensch)
Fenoprofen  > 99%0.12.5 (Mensch)
Flufenaminsäure  > 90% 9 (Mensch)
FlunixinFast 100%30 Minuten> 99%0.2-0.353.7 (Hund), 1.5-2 (Pferd)
Flurbiprofen92% > 99.5%0.15.5 (Mensch)
Ibuprofen> 80%15 Minuten95%0.152.5-5.3 (Hund), 1 (Pferd)
Indometacin98% 90%0.34-6 (Hund), 1 (Katze, Pferd), 0.5 (Rind)
Isoxicam  96%0.1729-34 (Mensch)
Ketoprofen> 85%45 Minuten> 92%0.5-0.74-5 (Hund), 1.5 (Katze, Pferd)
KetorolacFast 100% 99%0.215 (Mensch)
Meclofenaminsäure> 50%0.5-4 Stunden> 99%0.133 (Pferd), 4 (Rind)
Mefenaminsäure 2-4 Stunden> 99% 2 (Mensch)
MeloxicamFast 100%3-6 Stunden97%0.320-30 (Hund), 11-21 (Katze)
Metamizol (Englisch: Dipyrone)Fast 100%  0.74-5 (Hund)
NabumetonEtwa 80%8.4 Stunden99%0.126 (Mensch)
Naproxen68-100%0.5-3 Stunden> 99%0.1335-74 (Hund), 4-5 (Pferd)
NedocromilEtwa 10%15 MinutenKeine0.721 (Mensch)
Nimesulid 1.2-3.8 Stunden> 96%0.19-0.392-5 (Mensch)
Oxaprozin> 95% > 99.5%0.1621-25 (Mensch)
Oxyphenbutazon  > 98%0.170.7 (Hund), 6-11 (Pferd)
Phenylbutazon> 99%1-2 Stunden> 95%0.22-6 (Hund, Schwein), 3.5-10 (Pferd), 32-78 (Rind)
PiroxicamHoch 98.5%0.1535-74 (Hund)
Pirprofen  > 99% 7.1 (Mensch)
Rofecoxib26-93%1.5 Stunden85%12.6 (Hund)
Sulindac  94%215 (Mensch)
Suprofen  > 99%0.171-3 (Mensch)
Tenoxicam  > 98%0.1260-75 (Mensch)
Tiaprofensäure   0.1-0.253 (Mensch)
Tolfenaminsäure> 70%1 Stunde99%> 14-6 (Hund), 2-4 (Katze), 2.5 (Rind)
Tolmetin> 90% 99.5%0.545 (Mensch)
Zomepirac  98.51.84-8 (Mensch)
 

4. Toxisches Prinzip

-Der Wirkmechanismus der nichtsteroidalen Antiphlogistika umfasst im Allgemeinen die Hemmung der Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2), wodurch die Produktion von Prostaglandinen reduziert wird. Prostaglandine vermitteln Schmerzen und Entzündungen, aber auch physiologische Funktionen wie die Aufrechterhaltung des renalen Blutflusses, den Schutz des Magens durch Regulierung der Magensäuresekretion und die Thrombozytenaggregation. Weitere Mechanismen, wie die Reduktion einiger proinflammatorischer Zytokine und Peptide, dürften auch eine Rolle spielen.
-COX-1-Enzyme erfüllen konstitutive Funktionen im Körper, was zur Toxizität dieser Arzneimittel bei therapeutischen Dosen und Überdosierungen führt. COX-2-Enzyme stehen im Zusammenhang mit Entzündungen.
-Die verminderte Bildung von Prostaglandin E2 führt zu erhöhter Säuresekretion im Magen und verringerter Schleimsekretion. Die verminderte Bildung von vasodilatatorisch wirksamen Prostaglandinen (Prostacyclin und Prostaglandin E2) in den Nieren führt zu lokaler Ischämie und Gewebsschädigung.
-Durch Hemmung der Tromboxansynthese kommt es zu verminderter Plättchenaggregation und verzögerter Blutgerinnung.
-Durch Hemmung der Prostaglandinsynthese werden aus Arachidonsäure vermehrt Leukotriene gebildet, die eine starke bronchokonstriktorische Wirkung besitzen.
-Wegen ihrem Säurecharakter bewirken nichtsteroidale Antiphlogistika eine Irritation an der Kontaktstelle, vor allem, wenn es sich dabei um Schleimhäute handelt. Die systemische Auswirkung des sauren Charakters dieser Wirkstoffe kann zu Störungen des Säure-Base-Haushaltes und zur Ausbildung einer metabolischen Azidose führen.
-Carprofen, Deracoxib, Firocoxib, Meloxicam und Robenacoxib sind selektive COX-2-Hemmer, können jedoch in höheren Dosen auch COX-1 hemmen. Ketoprofen ist ein nichtselektiver Hemmer der COX-Enzyme, und Tepoxalin hemmt sowohl COX-1 und COX-2 als auch LOX-Enzyme. Tepoxalin verhindert so die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen.
-Nach Phenylbutazonbehandlung können beim Hund und Menschen Thrombozytopenie, Agranulozytose, Leukopenie und Anämie auftreten.
-Alle nichtsteroidalen Antiphlogistika dürfen nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden, eine längere Therapie ist wegen den gravierenden Nebenwirkungen nicht möglich.
 

5. Toxizität bei Labortieren

Akute, orale LD50 (in mg/kg):

 MausRatteKaninchen
Acemetacin18.4-55.524.2-30.1300
Alclofenac1'1001'050 
Benoxaprofen800  
Carprofen400  
Celecoxib > 2'000 
Diclofenac390150 
Etofenamat743292-470 
Fenbufen795-1'673200-720 
Fenoprofen800  
Flufenaminsäure715  
Ibuprofen1'2551'050 
Ketoprofen 101 
Ketorolac200  
Meclofenaminsäure> 5'000  
Mefenaminsäure600740 
Metamizol2'9003'0002'200
Naproxen1'234534 
Nimesulid 324 
Phenazon1'3001'800 
Phenylbutazon 647-1'311781
Piroxicam360216 
Suprofen590353 
 

II. Spezielle Toxikologie - Kleintier

1. Toxizität

-Die meisten veterinärmedizinische NSAIDs können bei der akuten Exposition > 5-fachen therapeutischen Dosis zu klinischen Symptomen führen und erfordern eine Intervention.
-Riskofaktoren: ältere und neugeborene Tiere, Vorerkrankung des Darms, der Nieren oder Leber (verlangsamter Stoffwechsel), Dehydrierung, Hypoalbuminämie, gleichzeitige Anwendung anderer NSAIDs oder Corticosteroide.
-Katzen sind anfälliger für eine NSAID-Vergiftung als Hunde.
-Deutsche Schäferhunde scheinen anfälliger zu sein und müssen allenfalls aggressiv behandelt werden.
-Diclofenac und Ibuprofen dürfen bei Hund und Katze nicht angewendet werden; Indometacin nur als Salbe, jedoch nicht auf offenen Wunden. Um unnötige Risiken zu vermeiden, sollten nur Wirkstoffe verabreicht werden, die für Hund und Katze zugelassen sind.
1.1Therapeutische Dosis
-Carprofen: Hund (nicht für Katzen): 4.4 mg/kg Körpergewicht/Tag p.o., i.m., s.c.; kann in 12-stündige Dosierungen aufgeteilt werden.
-Deracoxib: Hund (nicht für Katzen): 1-4 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden.
-Firocoxib: Hund (nicht für Katzen): 5 mg/kg Körpergewicht p.o.,alle 24 Stunden.
-Ketoprofen: nicht für Hunde und Katzen zugelassen; Off-Label-Anwendung, Hund, Katze: 0.25-2 mg/kg Körpergewicht p.o., i.m., s.c., i.v., alle 24 Stunden.
-Meloxicam: Hund: 0.2 mg/kg Körpergewicht p.o., i.v., s.c. einmalig, dann 0.1 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden; Katze: 0.3 mg/kg Körpergewicht s.c., einmalig (p.o. von der FDA nicht zugelassen).
-Robenacoxib: Hund: 2 mg/kg Körpergewicht p.o., s.c., alle 24 Stunden, maximal 3 Tage lang; Katze: 1 mg/kg Körpergewicht p.o. oder 2 mg/kg Körpergewicht s.c., alle 24 Stunden, maximal 3 Tage lang.
-Tepoxalin: nicht mehr im Handel, Hund: 20 mg/kg Körpergewicht p.o., einmalig, anschliessend 10 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden.
1.2Akute Toxizität, Hund oral:
-Ibuprofen: > 50 mg/kg Körpergewicht: leichte Gastritis und Magenerosionen/-geschwüre möglich; 50-60 mg/kg Körpergewicht: leichte bis schwere Magen-Darm-Beschwerden und Magengeschwüre möglich, empfindliche Rassen (z.B. Deutsche Schäferhunde, Welpen, alte Hunde): Gefahr einer Nierenfunktionsstörung; 100-300 mg/kg Körpergewicht: akute Nierenschäden; > 400 mg/kg Körpergewicht: ZNS-Symptome wie Krampfanfälle, Ataxie, ZNS-Depression oder Koma möglich.
-Naproxen: > 5 mg/kg Körpergewicht: gastrointestinale Symptome; > 25 mg/kg Körpergewicht: Nierenschäden; > 50 mg/kg Körpergewicht: ZNS-Symptome.
-Carprofen: > 20 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Geschwüre, > 40 mg/kg Körpergewicht: Nierenversagen.
-Deracoxib: > 10 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Geschwüre, > 20 mg/kg Körpergewicht: Nierenversagen.
-Firocoxib: 50 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Symptome.
-Meloxicam: 0.4-2.5 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Symptome, 0.8-5 mg/kg Körpergewicht: Nierenprobleme.
-Tepoxalin: 100-300 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Symptome.
1.3Akute Toxizität, Katze oral:
-Ibuprofen: Symptome etwa der Hälfte der Dosis, die bei Hunden zu Problemen führt.
-Naproxen: nur begrenzte Daten, sie reagieren empfindlicher als Hunde: Symptome bei etwa der Hälfte der Dosis, die bei Hunden zu Problemen führt.
-Phenylbutazon Katze: darf nicht angewendet werden.
-Carprofen: > 4 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Symptome, > 8 mg/kg Körpergewicht: Nieren-Symptome.
-Deracoxib: > 4 mg/kg Körpergewicht: Magen-Darm-Symptome, > 8 mg/kg Körpergewicht: Nieren-Symptome.
1.4Chronische Toxizität, Hund oral:
-Firocoxib: > 50 mg/kg Körpergewicht, wiederholte Dosierung: klinische Symptome einschliesslich Magen-Darm-Geschwüre.
-Ibuprofen: > 8 mg/kg Körpergewicht/Tag.
-Indometacin, Hund: ab 0.5 mg/kg Körpergewicht/Tag.
-Firocoxib Hund: > 15-25 mg/kg Körpergewicht, wiederholte Dosierung: klinische Symptome einschliesslich Magen-Darm-Geschwüren.
-Naproxen: ≥ 5 mg/kg Körpergewicht/Tag.
-Piroxicam: ≥ 0.8 mg/kg Körpergewicht/Tag.
1.5Chronische Toxizität, Katze oral:
-Meloxicam: 0.3 mg/kg Körpergewicht: Erbrechen, Durchfall und Anorexie; Black-Box-Warnung: die wiederholte Anwendung von Meloxicam wurde bei Katzen mit akutem Nierenversagen und Tod in Verbindung gebracht.
-Robenacoxib: 10 mg/kg Körpergewicht, chronische Dosen: Erbrechen, Durchfall, Anorexie und Ataxie der Hinterbeine.
 

2. Latenz

Gastrointestinale Symptome treten häufig innerhalb von 2-6 Stunden nach der Einnahme auf, können aber auch schon innerhalb 1 Stunde erfolgen. Abdominalschmerzen mit Anzeichen einer gastrointestinalen Blutung, Ulzeration oder Perforation können 12 Stunden bis 4-5 Tage nach der Einnahme auftreten, Nierenversagen nach 12-48-72 Stunden.
 

3. Symptome

Humane NSAIDs verursachen ähnliche klinische Symptome wie veterinärmedizinische NSAIDs, führen jedoch aufgrund ihrer längeren Halbwertszeit zu einem längeren und schwereren Krankheitsverlauf.
3.1Allgemeinzustand, Verhalten
Anorexie, Depression, Ataxie, Inkoordination, Polydipsie, Hypothermie; Fieber, Schock und Koma nach Schleimhautperforationen (selten)
  
3.2Nervensystem
Schwäche, verzögerten oder ausbleibenden Pupillenreflex, Erregung, Krampfanfälle (selten)
  
3.3Oberer Gastrointestinaltrakt
Erbrechen (± Hämatemesis)
  
3.4Unterer Gastrointestinaltrakt
Abdominalschmerz (Gastroenteritis, Schleimhauterosionen, Ulzerationen, Perforationen, septische Peritonitis), Durchfall (± Meläna, Hämatochezie)
  
3.5Respirationstrakt
Tachypnoe, Dyspnoe
  
3.6Herz, Kreislauf
Tachykardie, schwacher Puls, Schock
  
3.7Bewegungsapparat
Keine Symptome
  
3.8Augen, Augenlider
Keine Symptome
  
3.9Harntrakt
Polyurie, oligurisches bis anurisches Nierenversagen, Hämaturie
  
3.10Fell, Haut, Schleimhäute
Blasse Schleimhäute, Ikterus
  
3.11Blut, Blutbildung
Anämie (mit gleichzeitiger Panhypoproteinämie) als Folge schwerer gastrointestinalen Ulzerationen; Thrombozytopathie als Folge einer veränderten Thrombozytenaggregation, Verlängerung der Blutungszeiten, metabolische Azidose
  
3.12Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation
Keine Symptome
 

4. Sektionsbefunde

-Magen-Darm-Trakt: Erosionen, Ulzerationen und Perforationen des Magens und des Dünndarms.
-Niere: multifokale renale tubuläre Nekrose, renale tubuläre Regeneration, membranoproliferative Glomerulonephritis, Nierenpapillennekrose.
-Leber: hepatozelluläre Nekrose.
 

5. Weiterführende Diagnostik

-Direkter Nachweis der verschiedenen Wirkstoffe in Serum oder Harn.
-Vollblut, Differentialblutbild: Hämatokrit erniedrigt (Blutverlust-Anämie), Thrombozytopenie (Blutverlust); Leukopenie oder Leukozytose bei gastrointestinaler Perforation oder Sepsis.
-Blutchemie: erhöhte Nierenwerte, erhöhte Leberenzyme, erhöhte Bilirubinwerte, erhöhte Plasmaproteine bei Dehydrierung, niedrige Albuminwerte bei Leberversagen, Blutverlust oder Sepsis.
-Urinanalyse: bei tubulärer Nierenschädigung: Isosthenurie, Zylinderbildung, Proteinurie und Glukosurie.
-Gerinnungsparameter: in der Regel unauffällig; Thrombozytenfunktionstests können verlängert sein.
-Abdominozentese oder diagnostische Peritoneallavage: Neutrophile mit intrazellulären Bakterien, Glukosedifferential: > 20 mg/dl weniger in der Bauchflüssigkeit im Vergleich zur peripheren Glukose, was mit einem septischen Abdomen infolge einer Perforation des Magen-Darm-Trakts vereinbar ist.
-Abdomen-Röntgen: Verlust der abdominalen Details, freies Gas im Abdomen.
-Abdomenaler Ultraschall: komplexe freie Flüssigkeit, Magengeschwür, Ileus.
-Blutgasanalyse: frühe respiratorische Alkalose mit fortschreitender metabolischer Azidose im Verlauf der Intoxikation.
-Gerinnungsparameter: in der Regel unauffällig; Thrombozytenfunktionstests können verlängert sein.
 

6. Differentialdiagnosen

-Magen-Darm-Trakt: Gastroenteritis, Inflammatory Bowel Disease (IBD), Hämorrhagische Gastroenteritis (HGE)/Akutes hämorrhagisches Diarrhoe-Syndrom (AHDS), Stoffwechselerkrankungen, Fremdkörper, Pankreatitis.
-Nieren: Akute chronische Nierenerkrankung, Pyelonephritis, Dehydrierung, Verzehr von Weintrauben/Rosinen, Ethylenglykolvergiftungen, Harnleiterobstruktion, Harnröhrenobstruktion. Katzen: Vergiftung durch Lilium- oder Hemerocallis-Pflanzen.
-Leber: Xylitol- oder Pilzvergiftung, Hepatitis, Pankreatitis, Cholangiohepatitis.
-ZNS: Epilepsie, Hypoglykämie, andere neurologische Giftstoffe: SSRIs, Stimulanzien, Tremorgene Mykotoxine.
 

7. Therapie

Die Behandlung zielt auf die Vorbeugung und Linderung von Magenschleimhauterosionen, Ulzerationen und Perforationen sowie auf die Vorbeugung eines Nierenversagen ab.
 
7.1Notfallmassnahmen
-Antiphlogistikum absetzen
-Kreislauf unterstützen
-Atmung unterstützen
-Krämpfe kontrollieren
 
7.2Dekontamination
-Provozierte Emesis: Humane NSAIDs: innerhalb 30 Minuten nach der Einnahme, bei grossen Tabletten-Mengen auch noch innerhalb 3-6 Stunden nach der Einnahme, da Ibuprofen nachweislich Magenkonkremente bildet, die zu einer verzögerten Aufspaltung und/oder Magenentleerung führen können; Veterinär-NSAIDs: innerhalb 1 Stunde nach Einnahme; es kann schwierig sein, Kautabletten und flüssige Darreichungsformen im Erbrochenen zu identifizieren.
-Bei Anzeichen von ZNS-Symptomen, sollte wegen der Aspirations-Gefahr eine Magenspülung durchgeführt werden.
-Sofern guter Schluckreflex: Verabreichung von Aktivkohle mit einem Laxans, z.B. Carbodote, Trinklösung (24 g Carbo activatus/100 ml) oder Carbovit® (15 g Carbo activatus/100 ml); bei Arzneimitteln, die einer enterohepatischen Rezirkulation unterliegen, sollte eine Mehrfachdosis Aktivkohle (ohne Abführmittel) in Betracht gezogen werden.
Human-NSAIDs: nach der Aktivkohle Cholestyramin verabreichen: 0.3-1 g/kg alle 8 Stunden, über 3 Tage, falls nicht verfügbar mehrere Dosen Aktivkohle (ohne Abführmittel), alle 8 Stunden, über einen Zeitraum von 24-48 Stunden.
 
7.3Extrakorporale Therapie
-Bei hohen Überdosierungen kann aufgrund der hohen Proteinbindung der meisten NSAIDs in der Tiermedizin eine therapeutische Plasmaaustauschtherapie zur Entfernung der Medikamente in Betracht gezogen werden.
 
7.4Unterstützende Antidottherapie
-Misoprostol (synthetisches Prostaglandin E2), 2-5 µg/kg, alle 8-12 Stunden, Human-NSAIDs: alle 8 Stunden.
 
7.5Weitere symptomatische Massnahmen
-Intravenöse Flüssigkeit: nach Bedarf zur Korrektur von Dehydrierung und Hypovolämie und um die Nierendurchblutung zu unterstützen, während 24-72 Stunden oder nach Bedarf, bis die klinischen Symptome abklingen.
-Bei Ibuprofen-Einnahmen, die sich nephrotoxischen Dosen annähern, sollte 48 Stunden lang eine Flüssigkeitsdiurese (mindestens 6 ml/kg Körpergewicht/Stunde eines isotonischen Kristalloids) durchgeführt werden.
-Nach toxischen Naproxen-Dosen sollte 72 Stunden lang eine Flüssigkeitsdiurese erfolgen.
-Bei Hypoproteinämie sollte eine künstliche Kolloidtherapie (z.B. HAES mit 1-2 ml/kg Körpergewicht/Stunde) in Betracht gezogen werden, um den kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten.
-Bei Magenblutungen (selten bei Veterinär-NSAIDs) sollte eine Bluttransfusion mit Erythrozytenkonzentrat erfolgen, um einen HK von ≥ 15-20% aufrechtzuerhalten.
-Krampfanfälle sollten mit Antikonvulsiva wie Diazepam, Phenobarbital oder Levetiracetam behandelt werden. Diazepam sollte zur Beendigung anhaltender Krampfanfälle (0.25-0.5 mg/kg Körpergewicht, i.v., nach Bedarf) verwendet werden, während bei Cluster-Krampfanfällen eine Phenobarbital-Initialdosis (4 mg/kg Körpergewicht, i.v. alle 2-12 Stunden x 4-5 Dosen) verabreicht werden sollte.
-Schutz der Magenschleimhaut: einen H2-Blocker, einen Protonenpumpenhemmer oder Misoprostol und Sucralfat für 5-10 Tage (Human-NSAIDs: Ibuprofen: 5-7 Tage, Naproxen: 2 Wochen) nach der Einnahme oder bis die klinischen Symptome abklingen; mehrere Medikamente, wenn die klinischen Symptome schwerwiegend sind.
H2-Blocker: Famotidin: 0.5-1 mg/kg Körpergewicht p.o., i.v. (langsam), s.c. alle 12-24 Stunden (Human-NSAIDs: 12 Stunden) oder als Dauerinfusion (gut für Hunde): 8 mg/kg Körpergewicht/Tag i.v.
Protonenpumpeninhibitor: Pantoprazol: 0.7-1 mg/kg Körpergewicht i.v. über 15 Minuten, alle 12 Stunden; Omeprazol: 1.0 mg/kg (Human-NSAIDs: 0.7-1.4 mg/kg) Körpergewicht p.o., alle 12 Stunden; Esomeprazol: 0.7 mg/kg Körpergewicht i.v., alle 12-24 Stunden.
Sucralfat: 0.25-1 g/Patient p.o., alle 6-8 Stunden.
-Antiemetika: Maropitant: Hunde, Katzen: 1 mg/kg Körpergewicht s.c., i.v. (über 1-2 Min.) oder Hunde: 2 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden (Human-NSAIDs: bis zu 5 Tage).
Alternative Medikamente
-Schmerzmittel: Tramadol: 1-4 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 8-12 Stunden oder Gabapentin: 10 mg/kg p.o., alle 8 Stunden.
-Hepatoprotektive Medikamente und Antioxidantien prophylaktisch oder bei Leberschäden: Silymarin/Mariendistel, SAMe.
-Intravenöse Lipidemulsion: wurde als Behandlung bei NSAID-Toxizität in der Tiermedizin beschrieben; aufgrund der hohen Proteinbindung kann der Erfolg trotz der Lipidlöslichkeit eingeschränkt sein, deshalb wird die routinemäßige Anwendung als Erstbehandlung nicht empfohlen.
 
7.6Vorsichtsmassnahmen/Interaktionen
-Aktivkohle und Sucralfat sollten mindestens 2 Stunden vor anderen oralen Medikamenten verabreicht werden.
-Andere NSAIDs und Corticosteroide absetzen; vorsicht bei der Verwendung von Arzneimitteln, die mit NSAIDs Wechselwirkungen haben können, wie: ACE-Hemmer, Aminoglykoside, Antikoagulanzien, Aspirin, Bisphosphonate, Cimetidin (hemmt die P450-abhängige Biotransformation), Cyclosporin, Digoxin, Fluconazol, Furosemid, Leberenzym-induzierende Wirkstoffe (z.B. Phenobarbital), stark proteingebundene Arzneimittel, Methotrexat, nephrotoxische Arzneimittel, Probenecid.
 
7.7Patientenüberwachung
-Bei Patienten mit Verdacht auf Nierenschäden sind die Hydratation, die Nierenwerte und die Urinausscheidung zu überwachen. Die Nierenwerte sind alle 24 Stunden zu überprüfen, bis sie normal oder stabil sind, insbesondere bei Naproxen-Exposition: bei Oligurie (< 1 ml/kg Körpergewicht/Stunde) sollten ein Verweilkatheter und ein geschlossenes Auffangsystem verwendet werden. Bei Volumenmangel und Oligurie kann das intravaskuläre Volumen durch intravenöse Flüssigkeitsboli (10 ml/kg Körpergewicht über 30 Minuten) erweitert werden.
-Tiere können ohne offensichtliche Meläna oder Hämatochezie in ihren Magen-Darm-Trakt bluten. Hämatokrit/Gesamtfeststoffe (TS), Hämatokrit/Totalprotein (TP), Kapillarfüllungszeit (KFZ), Herzfrequenz, Blutdruck, Appetit und Stuhlqualität überwachen, da Anomalien frühe Anzeichen für Blutverlust sein können.
-Tiere bei Durchfall sauber und trocken halten.
 
7.8Chirurgische Überlegungen
-Explorative Laparotomie zum Verschluss gastrointestinaler Perforationen sowie Spülung des Abdomens bei Sepsis; standardmässige postoperative Versorgung nach Bedarf.
 
7.9Ernährung
-Leichte Kost oder verschreibungspflichtige Magen-Darm-Diät bei symptomatischen Tieren, Nahrungsergänzungsmittel oder Appetitanreger für anorektische Tiere.
-Bei Vorliegen einer Azotämie ist eine nierenschonende Ernährung angezeigt.
 

8. Verlauf

8.1Erwarteter Verlauf und Prognose
-Die klinischen Symptome klingen in der Regel innerhalb von 48-72 Stunden ab.
-Die Prognose ist bei akuter und chronischer Einnahme mit angemessener Dekontamination und Therapie gut bis sehr gut. Eine Operation wegen einer GI-Perforation kann die Genesung erschweren; möglicherweise sind mehrere Operationen erforderlich. Die Besitzer sollten über den längeren Krankenhausaufenthalt und die damit verbundenen Kosten informiert werden.
-Die Nierentubuli können sich mit der Zeit regenerieren, eine vollständige Genesung ist jedoch möglicherweise nicht möglich. Oligurie oder Anurie führen zu einer zurückhaltenden bis schlechten Prognose.
 
8.2Komplikationen
-Pateinten mit Oligurie oder Anurie benötigen eine aggressive Therapie und Überwachung, einschliesslich der Überweisung zur Dialyse.
-Nach der Einnahme kann es zu chronischem Nierenversagen kommen, die eine lebenslange Therapie erfordert.
-Es kann zu einer gastrointestinalen Perforation kommen, die eine Operation erforderlich macht. Ein septisches Abdomen und eine Operation erschweren die Genesung und können zu einer schlechten Prognose führen.
 

9. Fallbeispiele

9.1Ein Rüde (5 Jahre, 5 kg) hat 1.8 g Phenylbutazon in Tablettenform gefressen.
Symptome einige Stunden später: Krämpfe, Opisthotonus, später Bewusstlosigkeit, spontanes Urinieren und Kotabsatz
Therapie: Diazepam, Dauertropfinfusion mit Natriumbicarbonat und Furosemid
Labor: Leukozytose, Leberenzyme stark erhöht
Verlauf: Erholung innerhalb einer Woche, Blutwerte nach 1 Monat wieder im Normbereich
(Tox Info Suisse).
  
9.2Ein Schäferhund (8 Jahre) bekommt vom Besitzer wegen einer Lahmheit 2 Tage lang 50 mg Diclofenac 2-mal täglich.
Symptome: Anorexie, schwarz-roter Durchfall
Therapie: Infusionen mit Vollelektrolyten und Ringerlaktat, Futterentzug für drei Tage, danach leichtverdauliche Kost, Cimetidin, Diphenoxylat
Verlauf: Heilung innerhalb von 10 Tagen
(Tox Info Suisse).
  
9.3Ein Pointer (4.5 Jahre, 33 kg) wurde während etwa 10 Wochen mit Phenylbutazon behandelt (200-300 mg täglich). Danach erkrankte der Hund.
Symptome: Dyspnoe, Anorexie, Festliegen, Fieber, petechiale Schleimhautblutungen, Dehydratation, Anämie, verlängerte Blutungszeit
Labor: Hämatokrit 19%, Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Leberenzymaktivität im Serum, Hämoglobinämie
Knochenmarksbiopsie: Aplasie
Therapie: Flüssigkeit i.v., Vitamin K1, Sulfonamid-Trimethoprim, Tetrazyklin, Bluttransfusion, Prednisolon
Verlauf: Der Hund zeigte nach einer Woche noch keine Besserung und wurde euthanasiert
(Frediksen & Grondalen, 1988).
 

10. Literatur

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