Digitalis sp. - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Digitalis grandiflora Mill. - sehr stark giftig
Digitalis lanata Ehrh. - sehr stark giftig
Digitalis lutea L. - sehr stark giftig
Digitalis purpurea L. - sehr stark giftig
 

Toxizitätsgrad

Sehr stark giftig +++ (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Primärglycoside: herzaktive Glykoside (Purpureaglykosid A, B u.a.); Sekundärglycoside (durch Glukose-Abspaltung): Gitoxin, Digitoxin; durch weitere Zuckerabspaltung Aglycone (Genuine), Digitoxigenin, Gitoxigenin; Steroidsaponine: Digitonin, Gitonin u.a.; Gerbstoffe, Flavonderivate und andere Stoffe. Trocknen, Lagern oder Kochen inaktiviert die Toxine nicht.
 

 

Wirkungsmechanismen

Herzglycoside binden unter kompetitiver Verdrängung von K+-Ionen an die alpha-Untereinheit der Na/K ATP-asen. Diese erhalten den transmembranalen Konzentrationsgradienten fur diese Ionen und somit auch das negative Membranruhepotential aufrecht. Es resultiert ein verminderter Auswärtstransport von Na+-Ionen und ein reduzierter Einwärtsstrom von K+-Ionen. Dies führt zu einer intrazellulären Zunahme von Na+- resp. Abnahme von K+-Ionen und zu einer Abnahme des Membranruhepotentials. Die Herzmuskelzelle versucht die überschüssigen Na+-Ionen durch Austausch mit extrazellulären Ca2+-Ionen zu reduzieren. Dies führt zu einer Zunahme der intrazellulären Ca2+-Konzentration, was zu einer positiv inotropen Wirkung führt. Nach toxischen Dosen treten Extrasystolen und Vorhofflimmern auf und die kardialen Vagus-Nervenendigungen werden gelähmt. Die Saponine wirken lokal reizend.
 

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
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