Ranunculus sp. - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Ranunculus aconitifolius L. - schwach giftig
Ranunculus acris L. s.l. - giftig
Ranunculus arvensis L. - giftig
Ranunculus bulbosus L. - giftig
Ranunculus ficaria L. - schwach giftig
Ranunculus flammula L. - giftig
Ranunculus lingua L. - giftig
Ranunculus repens L. - schwach giftig
Ranunculus sardous Crantz - giftig
Ranunculus sceleratus L. - stark giftig
 

Toxizitätsgrad

Schwach giftig (+) bis stark giftig ++ (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Glycosidiertes Lacton: Protoanemonin. Aus dem ungiftigen Ranunculin entsteht nach dem Welken oder Verletzen der Pflanze durch enzymatische Spaltung das toxische Protoanemonin. Protoanemonin ist instabil und dimerisiert leicht zum nicht-toxischen Anemonin. Daher ist die Pflanze im Dürrfutter ungiftig (Teuscher & Lindequist, 2010). In der Silage ist der Ranunculingehalt erst nach 2 Monaten mit 6 g/kg (Trockensubstanz) im untoxischen Bereich (Schubiger & Sachse, 1992). Der Protoanemonin-Gehalt ist während der Blüte am höchsten (Shearer, 1938).
 
Protoanemonin-Gehalt in µg/g (Frischgewicht)während Blüte (Shearer, 1938)Blätter (Teuscher & Lindequist, 2010)
Ranunculus acris (Scharfer Hahnenfuss)28001372.5
Ranunculus arvensis (Acker-Hahnenfuss)54001646.2
Ranunculus bulbosus (Knolliger Hahnenfuss)26007765.6
Ranunculus flammula (Brennender Hahnenfuss)5400 
Ranunculus illyricus (Illyrischer Hahnenfuss) 5127.8
Ranunculus lingua (Zungen-Hahnenfuss)2300 
Ranunculus nemorusus (Wald-Hahnenfuss) 75.04
Ranunculus parviflorus (Kleinblütiger Hahnenfuss)3700 
Ranunculus repens (Kriechender Hahnenfuss)500125.7
Ranunculus sardous (Sardinischerer Hahnenfuss)5600 
Ranunculus sceleratus (Gift-Hahnenfuss)3800 
 

 

Zielorgane

Schleimhaut des Magendarmtraktes; zentrales Nervensytem; Nieren; Milchdrüsen; Leber; Haut
 

Wirkungsmechanismen

-Protoanemonin reizt die Haut und Schleimhaut von Maul und Verdauungstrakt. Beim Ausscheiden kann es die Nieren und Milchdrüsen schädigen.
-Protoanemonin bewirkt nach Resoption eine Erregung des zentralen Nervensystems, später kommt es zu einer Lähmung.
-Durch die hepatotoxische Wirkung des Protoanemonins kann auch eine Fotosensibilisierung ausgelöst werden.
(Kelch et al., 1992; Liebenow & Liebenow, 1993; Burrows & Tyrl, 2004; Teuscher & Lindequist, 2010)
 

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
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