Melilotus sp. - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Melilotus albus Medik. - in Ausnahmefällen stark giftig
Melilotus officinalis Lam. - in Ausnahmefällen stark giftig
 

Toxizitätsgrad

In Ausnahmefällen stark giftig (Erläuterungen)
Stark giftig ++ bei Schimmelpilzbefall
 

Hauptwirkstoffe

Wenig Coumarin, Melilotosid und Nitrat.
Melilotosid ist ein β-Glucopyranosid der o-Hydroxyzimtsäure, die geruchlose Vorstufe des Coumarins (mit charakteristischem Waldmeistergeruch). Coumarin, das Lacton der cis-o-Hyrdoxyzimtsäure (Coumarinsäure), ensteht beim Welken und Trocknen sowie durch mechanische Verletzung aus Melilotosid durch Glykosidspaltung und trans → cis-Umlagerung der o-Hyrdoxyzimtsäure.
Verschimmeltes Süsskleeheu bleibt mehrere Jahre lang toxisch.
 

 

Wirkungsmechanismen

Durch Aspergillus- oder Penicillium-Arten kann in feuchtem (verschimmelten) Heu mit hohem Anteil an Melilotus (M. officinalis, M. altissimus, M. albus) aus Melilotsäure (Dihydro-o-cumarsäure) Dicoumarol gebildet werden. Die Substanz hemmt als Vitamin K1-Antagonist die Synthese von Vitamin K1-abhängigen Blutgerinnungsfaktoren (u.a. Prothrombin, Faktoren VII, IX und X) und führt damit zu Hämorrhagien, auch Süsskleekrankheit (sweet clover disease) genannt.
 

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
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