| - | Knopfzellen enthalten keine korrosiven Verbindungen, berühren jedoch beide Seiten der Batterie die Schleimhaut der Speiseröhre oder des Magen-Darm-Trakts, entsteht elektrischer Strom, der tiefe Ulcera und möglicherweise Perforationen verursacht. Es sollte sofort Honig, Sucralfat (ideal) oder Leitungswasser (weniger wirksam) verabreicht werden. Diese Massnahmen verlangsamen die Schädigung. Lithium-Ionen-Batterien, die häufigste Knopfzellen Batterieart, sind für 91% der ösophagealen Perforationen bei Kindern verantwortlich. |
| - | Trockenzellen: Ein zerkautes oder durch Magensäure zerfressenes Batteriegehäuse lässt alkalische (Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid) oder saure Inhalte (Ammoniumchlorid oder Magnesiumdioxid) austreten. Säurehaltige Trockenbatterien verursachen Koagulationsnekrosen, alkalische Trockenbatterien Verflüssigungsnekrosen. Durch die Reaktion der Säure- oder Laugenanteile mit dem lokalen Gewebe werden die Inhaltsstofe inaktiv und typischerweise nicht systemisch resorbiert. Bleibt die Batterie über einen längeren Zeitraum im Magen-Darm-Trakt, können die Schwermetalle im Gehäuse (Blei, Quecksilber, Zink, Kobalt, Cadmium) eine Intoxikation verursachen. |
| - | Knopfbatterien: Eine 20 mm 3-Volt-Batterie kann bereits nach 15 Minuten Gewebekontakt zu Gewebsnekrosen führen. Die Folge sind eine Ulceration und mögliche Perforation der Speise- und Luftröhre, was zu tracheoösophagealen Fisteln führen kann. Knopfbatterien sind weder korrosiv noch wird eine Schwermetallvergiftung erwartet. |
| - | Trockenbatterien: Das Zerbeissen oder Verschlucken einer einzigen Batterie birgt das Risiko einer Gewebeschädigung. Möglich ist eine traumatische Verletzung durch zerkaute Hüllen in Maulhöhle, Speiseröhre, Magen und Dünndarm sowie eine Nekrose durch den Kontakt mit Batterieinhalt, wenn die Hülle perforiert ist. Ulcerationen können zu einer Perforation des Magen-Darm-Trakts, sekundärer Peritonitis und tracheoösophagealen Fisteln führen. Bleibt die Batterie über einen längeren Zeitraum im Magen-Darm-Trakt, können die Schwermetalle im Gehäuse (Blei, Quecksilber, Zink, Kobalt, Cadmium) eine Intoxikation verursachen. |
| - | Eine 20 mm 3-Volt-Knopfbatterie kann bereits nach 15 Minuten Gewebekontakt zu Gewebsnekrosen führen. Die meisten Batterien werden unverändert mit dem Stuhl ausgeschieden. |
| 3.1 | Allgemeinzustand, Verhalten |
| Pfotenbewegungen am Maul, Verweigerung der Nahrungsaufnahme | |
| 3.2 | Nervensystem |
| Keine Symptome | |
| 3.3 | Oberer Gastrointestinaltrakt |
| Salivation, häufiges Schlucken, Vomitus; Knopfbatterie: Ulceration und evtl. Perforation der Speise- und Luftröhre → tracheoösophageale Fistel möglich; Trockenbatterie: Verletzung durch zerkaute Hüllen | |
| 3.4 | Unterer Gastrointestinaltrakt |
| Abdominalschmerzen, freie Bauchflüssigkeit, Blähungen | |
| 3.5 | Respirationstrakt |
| Dyspnoe aufgrund einer Atemwegsobstruktion, chemische Pneumonitis bei Einatmen von ätzenden Stoffen; Knopfbatterie: sekundär zu Ösophagusulceration/tracheoösophagealer Fistel; Trockenzelle: Stridor aufgrund einer Pharynxulceration | |
| 3.6 | Herz, Kreislauf |
| Keine Symptome | |
| 3.7 | Bewegungsapparat |
| Keine Symptome | |
| 3.8 | Augen, Augenlider |
| Keine Symptome | |
| 3.9 | Harntrakt |
| Keine Symptome | |
| 3.10 | Haut, Schleimhäute |
| Trockenbatterie: traumatische Verletzung der Schnauze durch scharfe Kanten der zerkauten Batteriehülle | |
| 3.11 | Blut, Blutbildung |
| Knopfzelle: Ulcerationen des Magen-Darm-Trakts können zu Fisteln in grosse Gefässe und massiver Blutung/Blutverlust führen; Trockenbatterie: intravaskuläre Hämolyse sekundär zu einer Schwermetallvergiftung sowie erhöhte Leberwerte | |
| 3.12 | Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation |
| Keine Symptome | |
| - | Ulcerationen, Fisteln, Blutungen im Magen-Darm-Trakt. |
| - | Vollblut: Hämatokrit/Gesamtfesttstoffe (TS) oder grosses Blutbild zur Beurteilung von Blutverlust, Hydratation, Entzündung oder Infektion. |
| - | Serumbiochemie: vor einer Anästhesie oder wenn die Einnahme mehr als 24 Stunden zurückliegt. |
| - | Röntgenaufnahmen: zur Bestimmung der Lage der Batterie, einschliesslich der hinteren Maulhöhle und Speiseröhre; Knopfbatterien können leicht mit Münzen verwechselt werden. |
| - | Endoskopie: zur Charakterisierung von Ulcerationen und zur möglichen Entfernung festsitzender Batterien. |
| - | Andere Erkrankungen, die eine akute Gastroenteritis mit Ulcerationen und möglicher Perforation verursachen, z.B. NSAIDs, Fremdkörper, Pankreatitis, ätzende Chemikalien, Endotoxämie. |
| 7.1 | Notfallmassnahmen |
| - | Knopfbatterien: sofort Honig, Sucralfat (ideal) oder Leitungswasser (weniger wirksam) verabreichen. Diese Massnahmen verlangsamen die Schädigung. |
| 7.2 | Dekontamination und Elimination |
| - | Kein Erbrechen auslösen! Erbrechen kann das Risiko einer Verätzung oder eines Verklemmens der Batterie in der Speiseröhre erhöhen. |
| - | Keine Aktivkohle verabreichen! Aktivkohle bindet den Batterieinhalt nicht und erhöht Risiko zu erbrechen. |
| 7.3 | Extrakorporale Elimination |
| - | Nicht notwendig. |
| 7.4 | Antidot |
| - | Allenfalls bei einer Schwermetallvergiftung. |
| 7.5 | Weitere symptomatische Massnahmen |
| - | Das Ziel ist es, weitere ulcerative Schäden zu verhindern, die Batterie sicher zu entfernen und anschliessend eine unterstützende Therapie für die Ulcerationen durchzuführen. |
| - | Sofort bei Patienten, bei denen die Einnahme weniger als 12 Stunden zurückliegt. |
| - | Knopfzellen: alle 15 Minuten 10 ml Honig oder 10 ml Sucralfat-Suspension verabreichen, bis sich die Batterie nicht mehr in der Speiseröhre befindet oder 12 Stunden seit der Einnahme vergangen sind. Der Besitzer kann bis zur Ankunft in der Klinik anstelle von Honig oder Sucralfat auch 20 ml Leitungswasser verabreichen. |
| - | Trockenzellen: Mundhöhle und die exponierte Haut 10-15 Minuten lang mit Leitungswasser spülen, um verbleibende ätzende Substanzen zu entfernen oder zu verdünnen. |
| - | Die geeignete Entfernungsstrategie soll anhand des Batterietyps, der Position auf den Röntgenbildern und dem Zustand des Gehäuses gewählt werden. |
| - | Knopfzelle: falls notwendig (grosser Durchmesser): Endoskopische Entfernung aus der Speiseröhre und dem Magen. Normalerweise passieren die Batterien den Magen und Dünndarm auf natürlichem Wege. Tägliche Kotkontrolle und alle 1-2 Tage Röntgenkontrolle, um sicherzustellen, dass die Batterie innerhalb von 4 Tagen ausgeschieden wird. |
| - | Intakte Trockenzelle: Endoskopische Entfernung aus der Speiseröhre. Die Batterien auf natürlichem Wege durch den Magen und Dünndarm passieren lassen. Tägliche Kotkontrolle und alle 1-2 Tage Röntgenkontrolle, um sicherzustellen, dass die Batterie innerhalb von 4 Tagen ausgeschieden wird. |
| - | Beschädigte Trockenzelle: Endoskopische Entfernung aus der Speiseröhre und chirurgische Entfernung aus Magen und Dünndarm. |
| - | Nach der Entfernung der Batterie hängt die Behandlung vom Ausmass der Verletzung ab. Patienten können von einer kurzen unterstützenden Behandlung profitieren, während die Verletzungen in Mundhöhle, Speiseröhre oder Magen heilen. |
| - | Protonenpumpenhemmer: Omeprazol: 0.5-1 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden; Pantoprazol: 0.7-1 mg/kg Körpergewicht i.v. langsam, alle 24 Stunden. |
| Sucralfat-Suspension: 0.25-1 g/Tier p.o., alle 8 Stunden, auf nüchternen Magen. |
| - | Metoclopramid: 0.2-0.5 mg/kg Körpergewicht i.m., i.v., s.c. oder p.o., alle 6-8 Stunden oder 1-2 mg/kg Körpergewicht als Dauerinfusion über 24 Stunden. |
| - | Maropitant: 1 mg/kg Körpergewicht s.c. oder i.v.(über 1-2 Minuten) oder p.o., alle 24 Stunden. |
| - | Cefazolin: 10-30 mg/kg Körpergewicht i.v., alle 8 Stunden und Enrofloxacin: 5-20 mg/kg Körpergewicht i.v., alle 12-24 Stunden (Hunde). |
| - | Metronidazol: 15 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 12 Stunden. |
| - | Buprenorphin: 0.005-0.01 mg/kg Körpergewicht i.v., i.m., s.c. oder sublingual, alle 8 Stunden. |
| - | Mundspülung, z.B. mit Kamille oder Calendula: 3-4 Mal täglich mindestens 30 Minuten vor oder nach dem Fressen auf die betroffenen Stellen im Mund auftragen. |
| 7.6 | Vorsichtsmassnahmen/Interaktionen |
| - | Sucralfat sollte getrennt von anderen Arzneimitteln verabreicht werden. |
| 7.7 | Patientenüberwachung |
| - | Auf Ösophagusstrikturen achten. |
| - | Den Tierhalter über den Unterschied zwischen Erbrechen und Regurgitation aufklären und ihn anweisen, auf Ösophagusstrikturen zu achten. |
| 7.8 | Ernährung |
| - | Häufig kleine Mengen füttern (ausser beim Fasten vor der Operation). |
| - | Nasogastrale Sonde legen, falls die freiwillige Nahrungsaufnahme unzureichend ist. |
| - | Sehr schmackhafte, gut bioverfügbare und kalorienreiche Diäten verfüttern. |
| 8.1 | Erwarteter Verlauf und Prognose |
| - | Weniger als 0.2 % der Kinder, die Knopfbatterien verschluckt hatten, entwickelten Komplikationen. |
| - | In Fallstudien bei Kindern dauerte die Entwicklung einer Ösophagusperforation mehr als 10 Stunden bis maximal 24 Stunden, bei weniger als 2% der Fälle. |
| - | Sobald sich die Knopfbatterie im Magen befindet, ist beim Menschen die Behandlung kontrovers. In-vitro-Studien zeigen, dass simulierte Magensäuren die Batterie zersetzen und Schwermetalle freisetzen kann, dennoch wurden keine Vergiftungsfälle gemeldet. In den meisten Fällen wird die Batterie ohne Eingriff ausgeschieden. 75% der von Kindern verschluckten Batterien werden innerhalb von 4 Tagen mit dem Stuhl ausgeschieden. |
| 8.2 | Komplikationen |
| - | Wochen nach der Einnahme kann sich eine Ösophagusstriktur entwickeln. Die klinischen Symptome äussern sich mit Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Appetitlosigkeit und Erbrechen. |
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