Die Resistenzlage in der Familie der Trichostrongyliden ist auch in der Schweiz ernst, weshalb eine unerlässliche Aufgabe der tierärztlichen Bestandesbetreuung darin besteht, durch Eizahlreduktionstests die Resistenzlage eines Betriebes zu evaluieren und die Behandlung entsprechend anzupassen.
Bitte beachten Sie die jeweiligen Hinweise zu den besonderen Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder bei der Anwendung entstehender Abfälle in der Arzneimittelinformation des verwendeten Präparates.
Weil die Entwicklung der Trichostrongyliden eine Saisondynamik aufweist, sollte die Behandlung an die Hauptinfektionszeiten angepasst werden. Im Folgenden werden die zentralen Elemente des Grundschemas beschrieben. Dieses Schema muss betriebsspezifisch angepasst werden, um sowohl die Resistenzentwicklung als auch Erkrankungen zu vermeiden. Im Allgemeinen beruht es auf drei Pfeilern:
Das Ziel der Bekämpfung liegt in einer Reduktion der Parasitenpopulation, sodass keine krankmachenden, beziehungsweise leistungsmindernden Effekte auftreten, aber die Immunitätsbildung der Wirtstiere nicht beeinflusst wird.
Um all diesen Faktoren gerecht zu werden, sind Sammelkotproben unerlässlich. Mithilfe deren Ergebnisse wird ein Einblick in das Infektionsgeschehen der Herde ermöglicht und der Einsatz von Anthelminthika gesenkt.
Aufgrund der blutsaugenden Eigenschaft von Haemonchus contortus, können befallene, behandlungswürdige Tiere mithilfe ihres Anämiegrades ausfindig gemacht werden. Dazu werden die Konjunktiven betrachtet und mithilfe eines Leitfadens in fünf Grade unterteilt.
Die Beurteilung sollte sich nur auf die adulten Tiere begrenzen, da Jungtiere über ein kleineres Blutvolumen verfügen und dementsprechend schneller eine gravierendere Anämie entwickeln können.
Die Beurteilung beginnt einige Wochen vor Ende der Trächtigkeit oder im Frühling. Anschliessend sollte die Untersuchung je nach Infektionsdruck alle 2 - 3 Wochen wiederholt werden. Wenn das Wetter besonders warm und feucht ist oder mehr als 10% der Tiere behandelt werden mussten, ist es nötig, die Beurteilung wöchentlich durchzuführen.
Tiere, welche in den Graden 1 und 2 eingeteilt werden, brauchen keine Behandlung und sichern so das Refugium. Tiere mit Grad 4 oder 5 leiden unter einer Anämie und sollten auf jeden Fall behandelt werden.
Bei Tieren, welche in Grad 3 eingeteilt werden, sollte eine Entwurmung in Erwägung gezogen werden, falls mehr als 10% der Herde behandelt werden muss, sie trächtig oder bei schlechter Körperkondition sind, an anderen Erkrankungen leiden oder es sich um Jungtiere handelt.
Die Tiere sollen entsprechend ihres Grades markiert oder dokumentiert werden.
Falls mehr als 10% der Herde in Grad 4 oder 5 eingeteilt werden, sollte über einen Wirkstoffwechsel nachgedacht werden. Es ist äusserst wichtig, dass die verwendeten Anthelminthika wirksam sind, da die Tiere nicht behandelt werden, bis sie anämisch sind.
Mit der FAMACHA Methode werden lediglich blutsaugende Parasiten, insbesondere Haemonchus contortus erfasst, weshalb zusätzlich andere Untersuchungen zur Feststellung der weiteren Parasitenbürde durchgeführt werden sollten.
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