ARCHIV: Dystrofin ad us. vet.[V], Suspension
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Vetoquinol AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Orales Vitamin E/Selen-Konzentrat für Wiederkäuer, Pferd und Schwein

ATCvet: QA12

 

Zusammensetzung

1 ml Suspension enthält:
Tocopheroli-alpha-acetas 250 mg (I.E.), Natrii selenis 1,1 mg, Excip.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

α-Tocopherol - Natriumselenid
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dystrofin enthält Vitamin E (Tokopherolacetat) und Selen in konzentrierter Form in einer geschmacklich gut abgestimmten Suspension. Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich im Organismus aufgrund ihres synergistischen antioxydativen Effektes. Infolge der im Einzelfall kaum durchführbaren Differenzierung der ursächlichen Beteiligung von Vitamin E oder Selen bietet die Kombination beider Wirkstoffe am ehesten eine wirksame und sichere Prophylaxe und Therapie. Die physiologische Wirkung von Vitamin E ist vielseitig und beruht auf einem antioxidativen Effekt durch die Neutralisation von freien Radikalen und der Hemmung der Lipidperoxidation von Membranen. Vitamin E wird auch als antimyodystrophisches Vitamin bezeichnet. Es wirkt ausserdem regulierend auf das Hypothalamus-Hypophysen-System und fördert die Produktion der Gonadotropine sowie der thyreotropen und adenocorticotropen Hormone. Zudem besitzt es eine spezifische Wirkung auf die Erhaltung der Hodenfunktion und verhindert die unter Vitamin E-Mangel auftretende Resorption von Feten sowie Lebernekrosen. Als physiologisches Antioxydans verhindert Vitamin E durch die Stabilisierung ungesättigter Fettsäuren die Bildung toxischer Lipoperoxyde, verbessert die Vitamin-A-Versorgung des Organismus, indem es dieses vor oxydativer Zersetzung schützt, fördert die Kapillarfunktion und steigert die Resistenz der Erythrozytenmembran.
Selen ist ein essentieller Wirkstoff, dessen physiologische Funktion eng mit der des Vitamin E und der schwefelhaltigen Aminosäuren verbunden ist. Während Vitamin E die Bildung zellschädigender Peroxyde hemmt, baut die mit Selen als Co-Faktor funktionierende Gluthation-Peroxydase die aus Fettsäuren entstehenden schädlichen Peroxyde ab. Desgleichen macht sie das bei ungenügendem Vitamin-E-Bestand im Organismus entstehende Wasserstoffperoxyd unschädlich. Die Peroxyde werden zu ungiftigen Hydroxyfettsäuren reduziert.
 

Indikationen

Ernährungsbedingte Muskeldystrophie (Weiss­muskelkrankheit, white muscle disease, stiff lamb disease) bei erwachsenen Tieren (Rind, Schwein) und Jungtieren (Lamm, Zicklein, Kalb, Fohlen).
Lebensschwäche mit Muskeldegeneration der Neugeborenen, sog. kongenitale Muskeldystrophie der Lämmer und Kälber (Zitterkrampf), Polymyositis der Saugfohlen.
Maulbeerherzkrankheit (Mikro­angio­pathie) beim Schwein.
Transportstress-bedingte Muskeldystrophie.
Degenerative Muskelaffektionen: paralytische Myoglobinurie (Kreuzschlag) des Pferdes und Rindes, "Tying-up-Syndrom" (Myositis) beim Hochleistungspferd.
Muskulär bedingte Bewegungsstörungen (Schwein).
Leberschäden (ernährungsbedingte Lebernekrose beim Schwein) zur Erhöhung der Entgiftungskapazität der Leber.
Unterstützungstherapie beim Festliegen (Rind) zur Erhaltung und zum Schutz der Muskelzellfunktion.
Im Reproduktionsprozess als Prophylaxe gegen Retentio secundinarum (Rind, Stute), Mastitis-Metritis-Agalaktie-Syndrom (Schwein), nicht infektiöses Verwerfen (Schaf, Ziege, Schwein), kleine Würfe (Schwein) und Absterben der Früchte (Schwein).
 

Dosierung / Anwendung

Kalb, Fohlen2-4 ml
Mastrind4-8 ml
Rind, Pferd12-25 ml bzw.
½ - 1 Oraldoser
Lamm, Zicklein2-8 ml
Schaf, Ziege2-4 ml
Läufer1-2 ml
Schwein2-8 ml
 
Die Applikationsdauer richtet sich nach der zu behandelnden Schädigung. Zur Therapie erfolgt die Applikation in 2-tägigen Abständen bis zur Besserung der Erkrankung. Die Prophylaxe ist in 7- bis 14-tägigen Abständen 2-3 mal zu wiederholen. Bei denjenigen Indikationen, die Applikationen vor der Geburt bedingen, sollte die letzte Behandlung möglichst kurz vor der Geburt erfolgen. Die Verabreichung der geschmacklich gut akzeptierten Suspension erfolgt direkt in die Maulhöhle (Backe, Zungengrund). Die Dosis kann durch den Einstellring am Spritzenstempel vor der Eingabe festgelegt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Keine
 

Sonstige Hinweise

Medikamente zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
 

Packungen

Oraldoser zu 25 ml

Zulassung erloschen am: 31.05.2003

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 47'670

Informationsstand: 11/2000

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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