Letale Dosis / Toxische Dosis

LDmin. Hund p.o.:> 3 g/kg Körpergewicht THC (Fitzgerald et al., 2013; Volmer, 2013; Brutlag & Hommerding, 2018; Janeczek et al., 2018).
LD Rind p.o.:> 7 kg/kg Körpergewicht getrocknete Blätter (Driemeier, 1997).
TD Hund p.o.:> 84 mg/kg Körpergewicht Marihuana (getrocknete Blätter) ≈ 8.4 mg/kg THC bei einem 3%igen THC-Gehalt (Janczyk, 2004; Fitzgerald et al., 2013).
TD Hund, Katze inhalativ: mehrmaliges absichtliches Anpusten während des Rauchens von Marihuana (Schwartz & Riddile, 1985; Janeczek et al., 2018).
 

Klinische Symptome

Latenz: 5 Minuten (inhalativ), 1(-3 Stunden) (oral). Dauer: 1-2(-5) Tage. Halbwertszeit beim Hund: 30 Stunden, 80% des THC's wird innert 5 Tagen ausgeschieden. 99% der Hunde zeigen neurologische Symptome, 30% zusätzlich Magen-Darm-Probleme.
Symptome: Ataxie und Inkoordination, Salivation, Depression, Desorientierung, Hypothermie, Mydriasis, Bradykardie, Hypotension, Vomitus, Tremor, Harninkontinenz; Stupor, Nystagmus, Angst, Vokalisation, Übererregbarkeit, Hyperästhesie, Tachypnoe, Tachykardie, Hyperthermie, Atemdepression, Koma, Tod (Thompson et al., 1973; Henney & Coelman, 1984; Schwartz & Riddile, 1985; Welshman, 1986; Cooper et al., 2003; Janczyk et al., 2004; Fitzgerald et al., 2013; Volmer, 2013; Janeczek et al., 2018; Whalley et al., 2018).
 
Hund, Katze: Ataxie, Vomitus, Mydriasis, Nystagmus, Hypothermie, ZNS-Depression (bis zu 36 Stunden), auch Übererregbarkeit, Zittern, Salivation, Vomitus, Diarrhoe, Tachy- oder Bradykardie und Harninkontinenz (Hund) (Janeczek et al., 2018).
Frettchen: Niessen, Ataxie, Koma, Hypothermie, Bradykardie (Smith, 1988).
Pferd, Maultier: Todesfälle nach der Einnahme grosser Mengen von frischem Pflanzenmaterial von Cannabis indica (Bischoff, 2007).
Rind: 30 Stunden nach der Einnahme von 35 kg getrockneten Blättern von Cannabis sativa zeigten 5 Tiere Tremor, Myariase, Salivation, Bewegungsunlust, Ataxie und Schaum vor dem Maul. Zwei Jährlinge verstarben nach 1 Tag, ein Jährling nach 2 Tagen und eine Kuh nach 3 Tagen. Ein Ochse überlebte ohne Behandlung (Driemeier, 1997).
 

Fallbeispiele

Katze (Perser, wk, 6 Jahre alt): Nach direktem Anpusten während des Rauchens von Marihuana wies die Katze während 48 Stunden Phasen von Agitation alternierend mit Apathie, Aggression bis Angriffslust, Angst, Ataxie, Mydriase, Phasen mit Inapptenenz oder Fresssucht, Vokalisation, Salivation und Schluckbeschwerden auf. Die Blutgasanalyse ergab 5.5 ng delta-9-THC/ ml, 1.2 ng 11-hydroxy-delta-9-THC/ml und 13.8 ng 11-hydroxy-delta-9-THC/ml (Janeczek et al., 2018).
 
Hund (Boxer, männlich, 2.7 Jahre alt): 4 Stunden nach Verzehr einer Kräutermischung, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt war, zeigte der Hund starke Hypothermie (32.7°C), alternierend Sinusbradykardie und -tachykardie (60-160/Minute), war zuerst stuporös, zum Teil aggressiv, stark ataktisch, hypersensitiv, bekam Faszikulationen und intermittierend Opisthotonus, 2 Stunden später war er komatös und musste mechanisch beatmet werden. Ausser einer respiratorischen Azidose und einer milden Hyperlaktatämie waren die Blutwerte im Normalbereich. Neben der symptomatischen Therapie wurde dem Hund intravenös eine 20%ige Lipidemulsion verbreicht (1.5 ml/kg Körpergewicht als Bolus, dann 0.5 ml/kg Körpergewicht/Stunde kontinuerliche während 6 Stunden). Bereits kurz nach Beginn der Lipidinfusion konnte eine Antwort auf Stimuli verzeichnet werden. 15 Stunden nach der Präsentation war der Hund weckbar und begann spontan zu atmen, nach weiteren 18 Stunden konnte er beschwerdefrei entlassen werden (Williams et al., 2015).
 

Therapie

Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie) / intravenöse Lipidinfusion, 20%ig: Bolus von 1.5 ml/kg Körpergewicht i.v., dann 0.25 ml/kg Körpergewicht/Minute während 30 Minuten. Die Therapie kann bei ungenügendem Effekt nach ca. 15 Stunden wiederholt werden.
 
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