Cannabis sativa - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Cannabis sativa L. - giftig
 

Toxizitätsgrad

Giftig + (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Cannabinoide: vergiftungsrelevant ist THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol, Dronabinol; psychoaktiv); der THC-Gehalt in getrockneten Blüten und Blättern (Marihuana) beträgt 0.4-20%, im Harz der weiblichen Pflanze (Haschisch) 10-20%, im Haschischöl 20-60%. Cannaboide können im Mageninhalt und Urin nachgewiesen werden, im Urin während mehrerer Tage nach Ingestion. THC ist lipophil. Der grösste Anteil von THC wird in der Leber zu 11-hydroxy-delta-9-THC metabolisiert, enterohepatisch rezirkuliert und in der Faeces ausgeschieden, ein kleiner Anteil (15%) wird im Urin ausgeschieden.
(Wichtl, 2009; Fitzgerald et al., 2013; Volmer, 2013; Brutlag & Hommerding, 2018; Janeczek et al., 2018)
 

 

Zielorgane

Peripheres und zentrales Nervensystem
 

Wirkungsmechanismen

ZNS-Depression sowie halluzinogene Wirkung, abhängig von der Höhe des THC-Gehalts.
-THC aktiviert die Cannaboid-Rezeptoren 1 (CB1) und 2 (CB2) im zentralen und peripheren Nervensystem.
-Die CB1 befinden sich primär im zentralen Nervensystem, im peripheren Nervensysten kommen sie in geringerer Anzahl vor. Die CB1 im Gehirn sind in den anatomischen Regionen lokalisiert, die mit der Wahrnehmung, dem Gedächtnis, der Belohnung, Angst, Schmerzempfinden, der motorischen Koordination sowie der endokrinen Funktion in Zusammenhang gebracht werden. Gefühle wie Euphorie, Paranoia, Aggression und Relaxation werden deshalb den CB1 zugeordnet. Sensorische und autonome CB1 sind an der Schmerzempfindung, an kardiovaskulären, gastrointestinalen und respiratorischer Effekten beteiligt. Die CB1 sind für den psychotischen Effekt von THC verantwortlich. Deren Aktivierung inhibiert retrograd u.a. die Ausschüttung von Acetylcholin, Dopamin, GABA, Serotonin, Histamin und/oder Noradrenalin.
-Die CB2 befinden sich primär im peripheren Nervensystem, d.h. im Gastrointestinaltrakt, in Entzündungs- und Epithelialzellen. Sie sind nicht-psychotrop. Die Aktivierung der CB2 hemmt u.a. die Produktion proinflammatorischer Cytokine und bewirkt eine erhöhte Ausschüttung von entzündungshemmenden Cytokinen.
-Hunde haben im Vergleich zum Menschen eine höhere Anzahl Cannaboid-Rezeptoren im Gehirn.
-Synthetische Cannabinoide haben eine höhere Affinität für diese Rezeptoren als natürliche Cannabinoide.
(Fitzgerald et al., 2013; Landa et al., 2016; Brutlag & Hommerding, 2018)
 

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
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