Letale Dosis / Toxische Dosis

LD Rind p.o.:>1% des Körpergewichts Samen, Rinde oder frische Triebe (Hare, 2004)
LD50 Maus p.o.:320 mg α-Aescin/kg Körpergewicht und 134 mg β-Aescin/kg Körpergewicht (Teuscher & Lindequist, 2010)
LD50 Ratte p.o.:720 mg α-Aescin/kg Körpergewicht und 400 mg β-Aescin/kg Körpergewicht (Teuscher & Lindequist, 2010), 134 mg β-Aescin/kg Körpergewicht (Liebenow & Liebenow, 1993)
LD50 Hamster p.o.:10.7 mg Samen-Extrakt/kg Körpergewicht (Williams & Olsen, 1984)
LD50 Huhn p.o.:10.6 mg Samen-Extrakt/kg Körpergewicht oder 16.5 mg Samen-Pulver/kg Körpergewicht an 2 aufeinanderfolgenden Tagen (Williams & Olsen, 1984)
  
TD Hund/Katze p.o.:1-2 Samen/Tier (Hare, 2004)
TD Pferd p.o.:>20 Samen/Tier oder signifikante Menge Rinde (Hare, 2004)
TD Rind p.o.:>0.5% des Körpergewichts Samen, Rinde oder frische Triebe (Hare, 2004)
TD Fische:2.6 mg Exktrakt/l Wasser (Bhatt, 1992)
 

Klinische Symptome

Die Latenz beträgt 1-3 Stunden, bei Wiederkäuern 12-18 Stunden mit einem Maximum der Symptome nach 24-28 Stunden. Erholung meist innerhalb 72-96 Stunden. Die Prognose ist bei neurologischen Symptomen und Nierenversagen schlecht. Neurologische Defizite können nach 2-3 Wochen bis 12-18 Monaten ausheilen. Die gastrointestinalen Symptome variieren, zum Teil fehlen sie ganz. Folgende Symptome können auftreten: Reizung der Maulhöhle, Vomitus, Diarrhoe, Kolik, Ödeme, Blutdruckabfall. Grosse Mengen oder wiederholte Aufnahme über längere Zeitperiode können folgende ZNS-Symptome verursachen: Depression, mentale Verwirrung mit Agitations-Phasen, Ataxie, steifbeiniger Gang, Muskelzuckungen, Gleichgewichtsstörung, tonisch-klonische Krämpfe, bilateral-medial-dorsaler Strabismus, zuerst sternales, dann laterales Festliegen, Opisthotonus, Fallenlassen des Kopfes, Tod (Hare, 2004; Teuscher & Lindequist, 2010).
Rind: breitbeiniger Stand, steifbeiniges Gehen, Festliegen (sternal oder lateral), tonische Krämpfe, Opisthotonus (Casteel et al., 1992).
Ziege: Depression, Salivation, Inappetenz, Festliegen, Tachykardie, Tachypnoe, blasse und zyanotische Schleimhäute (Haarwod et al., 2010).
Pferd: Hauptsymptom ist Kolik (Hare, 2004).
Hund: Vomitus, Diarrhoe, schmerzhaftes Abdomen, Flüssigkeitsverlust, Elektrolytstörung, Mydriasis, Somnolenz, Ataxie; schwere Vergiftungen: Obstruktion des Darms, Faszikulationen, Tremor, Exzitationen, Paralyse und eventuell Tod (Cooper et al., 2003; Gfeller & Messonier, 2004; Barr, 2013).
Hühner, Hamster: Depression, Muskelinkoordination, Paralyse, Koma und Tod nach Einnahme von pulverisierten Samen oder Samenextrakten (Williams & Olsen, 1984).
Fisch: ZNS-Symptome wie ruckartige Bewegunge und Dyspnoe (Bhatt, 1992).
Laborbefunde: Hypo- oder Hyperglykämie, Glukosurie, Ketonurie, Proteinurie, erhöhte Serum-Harnstoffwerte infolge toxisch bedingter, verminderter Leberfunktion und Glomerulopathie. Ist der Urin alkalisch, kann er rötlich erscheinen (Hare, 2004).
 

Therapie

Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie),
Überwachung der Nierenfunktion.
 

Sektionsbefunde

 
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