Metabolismus
Rocuronium wird vor allem in der Leber metabolisiert (
Mirakhur 1992a). Die unveränderte Muttersubstanz, der 17-Hydroxymetabolit und das N-Desallylderivat konnten mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) in Plasma, Urin, Galle und Gewebehomogenaten nachgewiesen werden (
Kleef 1993a). Der 17-Hydroxymetabolit ist ungefähr 20-mal weniger wirksam als Rocuronium (
Muir 1989d).
Elimination
Rocuronium wird vor allem hepatobiliär und nur in kleinen Mengen über die Nieren ausgeschieden (
Erhardt 2004l;
Van Erck 2005a).
Bei Katzen werden ungefähr 50% einer verabreichten Dosis unverändert mit der Galle und ungefähr 9% unverändert mit dem Urin ausgeschieden (
Khuenl-Brady 1990a). Beim Menschen wird innerhalb 12 bis 24 Stunden nach der Verabreichung 40% via Urin ausgeschieden (
Lagler 2008a).
Wirkungseintritt
Rocuronium besitzt einen schnelleren Wirkungseintritt als
Vecuronium (
Martinez 2007a). Bei anästhesierten Katzen ist der Wirkungseintritt von Rocuronium doppelt so schnell im Vergleich zu
Vecuronium (
Muir 1989d). Da der Wirkungseintritt sehr schnell erfolgt (
Burgis 2002a;
Bowman 2006a), muss Rocuronium nicht mit
Succinylcholin kombiniert werden (
Burgis 2002a).
Bei gesunden Schweinen verkürzen durch Adrenalin induzierte hämodynamische Veränderungen den Wirkungseintritt nicht (
Herweling 2004a).
Bei Pferden ist der Zeitpunkt des Wirkungseintritts von Rocuronium dosisabhängig (
Auer 2007b).
| Allgemein: | 1 - 2 min (Taylor 2001e) |
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| Kleintier: | 1 min (Erhardt 2004l) |
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| Katze: | 0,8 ± 0,7 min (Khuenl-Brady 1990a) |
| Katze (Nierenstiel ligiert): | 0,9 ± 0,6 min (Khuenl-Brady 1990a) |
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| Hund: | nach i.v. 0,3 mg/kg: 2 ± 0,9 min (Auer 2006a) |
| nach i.v. 0,6 mg/kg: 1,1 ± 0,6 min (Auer 2006a) |
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| Pferd: | nach i.v. 0,2 mg/kg: 2,7min (Auer 2007b) |
| nach i.v. 0,4 mg/kg: 2,3 min (Auer 2007b) |
| nach i.v. 0,6 mg/kg: 1,5 min (Auer 2007b) |
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| Mensch: | 1 min (Burgis 2002a) |
Sensitivität verschiedener Muskelgruppen
Bei
Katzen erholt sich nach einer Rocuroniumverabreichung zuerst die Stimmbandabdukktion und erst danach die protektive Funktion der laryngealen Glottisschliessmuskulatur (
Michalek-Sauberer 2000a).
Für weitere Informationen siehe auch unter
Tubocurarin.
Wirkungsdauer
Die Wirkungsdauer von Rocuronium ist bei Hunden (
Cason 1990a), Katzen und Schweinen (
Muir 1989d) ähnlich wie jene von
Atracurium und
Vecuronium (
Cason 1990a;
Muir 1989d).
Bei Pferden zeigt Rocuronium eine dosisabhängige Wirkungsdauer (
Auer 2007b).
Eliminationshalbwertszeit
MRT (Mean residence time)
Verteilungsvolumen
Clearance