Diltiazem gehört zu den Antiarrhythmika der Klasse IV (Schütz 1998a; Plumb 1999a; Strickland 1998a). Es nimmt eine Mittelstellung zwischen den Kalziumkanalblockern ein. Es besitzt in gleichen Maßen Wirkungen auf Herz und Gefäße (Ungemach 1994c). Die Vasodilatation ist eine Wirkung des d-cis-Isomers (Windholz 1983a).
Die Bindung und Dissoziation von Diltiazem am Rezeptor erfolgt schnell (Schwarzl 1996a). Diltiazem verändert die Serum-Ca2+-Konzentration nicht (Plumb 1999a).
Diltiazem kehrt das myokardiale Kraft-Frequenz-Verhältnis um und bewirkt einen frequenzabhängigen Antagonismus des Ca2+-Einstroms durch den Typ L-Ca2+-Kanal in die depolarisierten Fasern (Spannungsabhängigkeit) (Strickland 1998a).
Diltiazem bremst die Erregungsbildung im Sinus- und im AV-Koten (Adams 1995b). Physiologische und unphysiologische Automatien werden gehemmt (Strickland 1998a). Diltiazem verlängert die AV-Überleitungszeit (Plumb 1999a; Stark 1995a) und die Refraktärzeit. Es reduziert die Sinusfrequenz (Stark 1995a; Adams 1995b; Ungemach 1994c; Rush 1998a), die Auswirkungen auf den Sinusknoten werden jedoch an anderer Stelle als gering beschrieben (Plumb 1999a). Bei einer Dosierung von 0,02 mg/kg/min intravenös wurde keine Veränderung der Herzfrequenz beobachtet (Nearing 1996a). Bei Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom kann die verbleibende Herzfrequenz reduziert werden (Plumb 1999a).
Die Wirkung von Diltiazem auf das normale Aktionspotential des Herzens kann durch eine erhöhte extrazelluläre Ca2+-Konzentration antagonisiert werden. Folglich scheint Diltiazem die Aktionspotentialdauer durch Hemmung des Ca2+-Einstroms zu verkürzen (Guc 1993a). Normale und anormale Automatien werden gehemmt (Strickland 1998a).
Die von Diltiazem verursachten negativ inotropen Effekte (Plumb 1999a; Adams 1995b; Rush 1998a) sind gering (Adams 1995b) und haben selten klinische Effekte (Plumb 1999a). D-cis-Diltiazem wirkt positiv inotrop an isolierten Ratten- und Meerschweinchenatrien und relaxiert die Ca2+-induzierte Kontraktion der Muskulatur eines Aortenstreifens (Nasa 1992a).
Das PR-Intervall wird dosisabhängig verlängert (Park 1990a).
Diltiazem ist ein wirkungsvoller Vasodilatator (Adams 1995b). Durch die Dilatation (Strickland 1998a) der systemischen und koronaren Gefäße kommt es zum Abfall des peripheren Widerstandes, des Blutdruckes und der Nachlast (Plumb 1999a). Der mittlere arterielle Blutdruck wird gesenkt (Nearing 1996a). Die Senkung des diastolischen Blutdrucks ist dosisabhängig (Park 1990a). Durch die Vasodilatation wirkt Diltiazem antihypertensiv (Ungemach 1994c). Durch Dilatation der Koronargefäße führt Diltiazem zu einer verbesserten Koronardurchblutung (Ungemach 1994c; Rush 1998a) und verbessert die diastolische Funktion (Rush 1998a). Durch die Vasodilatation kommt es zu einer reflektorischen Sympathikuserregung (Sponer 1996a).
Diltiazem beeinflusst weder den Plasma-Reninspiegel noch die Aldosteronkonzentration, Blutglucose oder den Plasmainsulinspiegel (Plumb 1999a).
Diltiazem besitzt eine spasmolytische Wirkung durch Tonusabnahme der glatten Muskulatur (Ungemach 1994c).
In-vitro reduziert Diltiazem die Thrombozytenaggregation, in-vivo konnte diese Wirkung beim Kalb (Utoh 1994a) und bei der Katze (Behrend 1996a) jedoch nicht nachvollzogen werden (Utoh 1994a).
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