Amanita phalloides - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Amanita phalloides (Vaill. ex Fr.) Link - sehr stark giftig
 

Toxizitätsgrad

Sehr stark giftig +++ (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Cyklische Oligopeptide
-Amatoxine: Zu 80% α- und ß-Amanitin und zu 10% γ-Amanitin: sie sind hitzeresistent und in getrockneten Pilzen bis mehr als 10 Jahre wirksam. Die Amatoxinkonzentration bei A. phalloides beträgt 0.25-0.52% bzw. 8 mg α- und 8 mg ß-Amanitin/100 g Frischgewicht (Teuscher & Lindequist, 1994). Amatoxine sind 10-20x wirksamer als Phallotoxine.
-Phallotoxine: Bei den europäischen Pilzen überwiegen Phallacin und Phallisacin, bei den Nordamerikanischen Phalloidin, Phallacidin, Phallisin und Phalloin. Die Phallotoxinkonzentration bei A. phalloides beträgt 0.1-0.52% (Teuscher & Lindequist, 1994). Es gibt 2 Gruppen: Phalloidin, Phalloin, Phallisin und Prophalloin gehören zu den Neutralen; Phallacin, Phallacidin und Phallisacin zu den sauren Phallotoxinen.
 

 

Zielorgane

Haut; Schleimhaut des Magendarmtraktes; Leber; Nieren; Pankreas
 

Wirkungsmechanismen

Amatoxine
-Sie haben eine starke Reizwirkung auf die Haut und auf die Schleimhaut des Magendarmtraktes, wodurch es zu plötzlich einsetzenden, massiven gastrointestinalen Beschwerden mit Nausea, Vomitus, kolikartigen Abdominalschmerzen, wässriger Diarrhoe und starker Exsikkose kommt.
-Die Toxine gelangen rasch in die Leber und unterliegen einem ausgeprägten enterohepatischen Kreislauf. Sie hemmen die RNA-Polymerase II und verhindern dadurch die mRNA- und Proteinsynthese. Dies führt zu einem Abfall der Gerinnungsfaktoren sowie zum Zelltod. Die klinischen Symptome sind Blutungen, Anstieg der Leberenzyme (Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase), Hypoglycämie, Ikterus und hepatische Enzephalopathie bis Koma.
-Auch in den Nieren wird die RNA-Polymerase II gehemmt und dadurch die mRNA- und Proteinsynthese verhindert. Nach einer Phase mit Urämie, Oligurie und Anurie komt es zum Nierenversagen.
-Der Insulinanstieg mit sekundärer Hypoglycämie wird einer direkte Wirkung auf die ß-Zellen im Pankreas zugeschrieben.
 
Phallotoxine
Besonders gut untersucht ist das Phalloidin. Phallotoxine werden im Gegensatz zu den Amatoxinen nach peroraler Zufuhr kaum resorbiert. Befinden sie sich im Blut, werden sie rasch von den Hepatozyten aufgenommen.
-Sie binden an das Actin der Schleimhaut-Zellen des Magen-Darmtraktes und führen zu einer Funktionsstörung der Zellmembran mit anschliessender Transmineralisation und Austreten wichtiger Zellenzyme.
-Falls die Toxine in die Leber gelangen, binden sie an das Actin der Leberzellen.
 

Veterinärtoxikologie

Humantoxikologie

Literatur

 
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