Dosierung - allgemein

Allgemein

Die Dosis soll dem Schweregrad der Krankheit angepasst werden und kann, abhängig vom jeweiligen Ansprechen auf die Behandlung, verändert werden, bis eine Kontrolle der Beschwerden erreicht ist, oder auf die niedrigste wirksame Dosis verringert werden (Schaefer 2013a).
 

Applikationsart

Salbutamol ist als Aerosol zur Inhalation, Inhalationslösung, Diskus, Sirup, Infusionskonzentrat und als Injektionslösung im Handel. Bei der Asthmatherapie ist der inhalative Applikationsweg von Dosieraerosolen (Wirkstoff wird in portionierten Dosen als Aerosol freigesetzt) zu bevorzugen, da über diesen Weg hohe lokale Wirkstoffkonzentrationen in Bronchien und Bronchioli erreicht werden und weniger systemische Nebenwirkungen auftreten. Das Aerosol ist vor der Anwendung zu schütteln. Die Inhalierhilfe in Form einer Aerosolvorschaltkammer oder Maske nimmt den Sprühstoß des Medikamentensprays auf und leitet ihn in die Atemwege des Tieres weiter (Plumb 2011a). Dabei sollte die Maske vor der Verabreichung des Dosieraerosols auf das Gesicht, bzw. die Nüstern des Tieres aufgesetzt werden, da sonst bis zu 90% des Wirkstoffes verloren gehen können. Die Wirkung setzt nach der Inhalation sehr rasch, (innerhalb von 1 - 5 min) ein, hält jedoch im Unterschied zu anderen Arzneimitteln aus derselben Gruppe nur kurz an. Gibt man Fluticason im Wechsel mit Salbutamol, so kann das gleiche Inhalationssystem verwendet werden (Padrid 2006a).
 

Katze

Die entsprechende Aerokat®-Aerosolvorschaltkammer und die Maske wurden speziell für die Inhalationstherapie bei Katzen mit Asthma entwickelt (Plumb 2011a).
 

Pferd

Bei Pferden verabreicht man das Dosieraerosol ebenfalls mittels einer Aerosolvorschaltkammer, bzw. Inhalationsmaske (z.B. Aeromask® oder Aerovent®). Beim Vorliegen einer RAO (recurrent airway obstruction) führten die 2 kommerziell erhältlichen Inhalierhilfen Equine Haler®, bzw. AeroHippus® zum gleichen Therapieerfolg. Mit beiden Systemen wurde nach einer Salbutamoldosis von 540 μg eine maximale Broncholdilatation erzielt (Bertin 2011a).
 

Kombinationstherapie

Salbutamol ersetzt die Behandlung mit antientzündlich wirkenden Kortikosteroiden nicht. Gerade bei Patienten mit schwerem oder instabilem Asthma und Bronchitis sollten Bronchodilatatoren nicht die einzige Therapie darstellen und mit antiphlogistisch wirkenden Kortikosteroiden wie z.B. Fluticason kombiniert werden (Schaefer 2013a; Padrid 2006a; Mevissen 2016b).
 

Dosierung - speziell

Hilfe: Masseinheiten und Umrechnungen
 
Katze - Salbutamol
per inhalationem

Bronchodilatation bei felinem Asthma

Felines Asthma mit milden Symptomen
-1 Sprühstoss (Hub) zu 90 μg des Dosieraerosols nach Bedarf und 1 Hub Fluticason zu 110 μg des Dosieraerosols 2 × täglich (Plumb 2011a).
 
Felines Asthma mit moderaten Symptomen
-1 Sprühstoss (Hub) zu 90 μg des Dosieraerosols nach Bedarf zusammen mit Prednison 1 mg/kg/Tag p.o für 5 Tage und 220 μg Fluticason Dosieraerosol 2 × täglich (Plumb 2011a).
 
Felines Asthma mit lebensbedrohlichen Symptomen
-1 Sprühstoss (Hub) zu 90 μg des Dosieraerosols alle 30 min nach Bedarf zusammen mit Glucocorticoiden i.v. und Sauerstoff (Plumb 2011a).
 
Langzeitapplikation bei felinem Asthma
-1 Sprühstoss (Hub) zu 90 μg des Dosieraerosols nach Bedarf und 220 μg Fluticason Dosieraerosol 2 × täglich und 1 mg/kg/Tag Prednison p.o jeden 2. Tag (Plumb 2011a).
 
Bei intermittierend auftretenden Symptomen (Keuchen, vermehrter Husten, erhöhte Atemfrequenz oder Atemnot)
-2 Sprühstosse (Hübe) zu jeweils 90 μg des Dosieraerosols 2 × täglich. Die Katze sollte während 7 - 10 Sekunden durch die Maske und den Spacer atmen; die Wirkung sollte nach 5 - 10 Minuten eintreten. Bei akuter Atemnot, kann die Gabe alle ½ h über 2 - 4 h wiederholt werden (Plumb 2011a).
Hund - Salbutamol
oral
-0,05 mg/kg (50 μg/kg) alle 8 - 12 h (Plumb 2011a)
-0,02 mg/kg alle 12 h für 5 Tage; sollte damit keine Besserung erzielt werden und keine Nebenwirkungen auftreten, kann die Dosis auf 0,05 mg/kg alle 8 - 12 h erhöht werden. Bei Verbesserung der klinischen Symptome wird auf die kleinste wirksame Dosierung reduziert (Plumb 2011a).
-0,02 - 0,04 mg/kg 1 - 3 × täglich (Allen 2005a)
per inhalationem
-Hund mit 27,2 kg, bzw. 60 lb (Pfund) KGW: Inhalation von 0,5 ml einer 0,5%-igen Inhalationslösung vermischt mit 4 ml NaCl 0,9% alle 6 h (Plumb 2011a)
Pferd, Pony - Salbutamol
per inhalationem

Bronchodilatation bei COB (chronisch obstruktive Bronchitis), RAO (recurrent airway obstruction), bzw. COPD (chronic obstructive pulmonary disease)

-0,8 - 2 μg/kg mittels Inhalationsmaske verabreicht (Plumb 2011a)
-360 μg nach Bedarf; bei alleiniger Therapie stellt sich rasch eine Toleranz ein (Plumb 2011a)
 
Notfalltherapie bei Dyspnoe in Ruhe
-360 μg (4 Sprühstösse); die Verabreichung kann alle 15 min über 2 h wiederholt werden. Danach Wiederholung bei Bedarf alle 4 - 6 h. Die Wirkung hält ca. 1 h an; ev. ist der Einsatz von länger wirksamen β2-Agonisten notwendig (Davis 2002b)
 
Bei moderaten bis kritischen Fällen
-360 μg, gefolgt von Kortikosteroiden (z.B. Beclomethason oder Fluticason) nach 5 min als Dosieraerosol 2 × täglich (Davis 2002b)
-2 - 3 μg/kg als Dosieraerosol, mittels Inhalationsmaske (Aeromask® oder Aerovent®) verabreicht (Foreman 1999a; Allen 2005a)
 
Kurzwirksame Bronchodilatation
-450 - 900 μg nach Bedarf; dabei sollte, ausser bei einer Kombinationstherapie mit Kortikosteroiden, eine 4-malige Gabe pro Woche nicht überschritten werden (Plumb 2011a)
 
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