Dosierung - allgemein

Während der Therapie mit Fludrocortisonacetat sollten die Elektrolytwerte (insbesondere Natrium und Kalium) initial wöchentlich überwacht werden:
 
-Natrium und Kalium bestimmen und Dosis um 0,05 - 0,1 mg pro Tag anpassen
-instabile Patienten initial alle 1 - 2 Monate, später zwei- bis dreimal jährlich re­evaluieren
-eine milde Hyponatriämie (bei gleichzeitiger Normokäliämie) kann mit Salzsupplementierung des Futters korrigiert werden (Kintzer 1997b; Reusch 2001a)
-Kalium muss evtl. substitutioniert werden (Plumb 2002a)
 
Üblicherweise wird eine kontinuierliche Erhöhung der Fludrocortisonacetat-Dosierung in den ersten 6 - 12 Monaten benötigt. Danach tritt im Normalfall eine Stabilisierung der benötigten Dosis ein (Kintzer 1997b). Wenige Hunde können resistent gegenüber der Fludrocortisontherapie sein. Ein Wechsel auf die Therapie mit Desoxycorticosteronpivalat wird in diesen Fällen vorgeschlagen (Feldmann 1996a).
 
Ungefähr 50% der Hunde, die mit Fludrocortison behandelt werden, benötigen zusätzlich Glukokortikoide; z.B. Prednisolon/Prednison: 0,05 - 0,1 mg/kg zweimal täglich (Kintzer 1997b; Feldmann 1996a) bis 0,22 mg/kg zweimal täglich (Nelson 1998a). Die Zusatztherapie mit Glukokortikoiden ist insbesondere dann indiziert, wenn der Patient trotz normalen Natrium/Kalium-Werten mit klinischen Symptomen einer Nebennierenrindeninsuffizienz (reduzierter Appetit, Lustlosigkeit, Müdigkeit, Episoden von Vomitus oder Diarrhoe, Gewichtsverlust) vorgestellt wird (Feldmann 1996a). In Zeiten erhöhter körperlicher Anforderungen (Krankheit, Operation) kann die benötigte Prednisolon-Dosis bis auf das zehnfache ansteigen (Feldmann 1996a).
 
Manche Hunde können trotz korrekter Dosierung von Fludrocortisonacetat (Monitoring der Elektrolytwerte) Polydypsie, Polyurie und/oder Harninkontinenz entwickeln (Feldmann 1996a). In diesem Fall sind folgende Schritte zu erwägen:
-zuerst die Salzsupplementierung einstellen
-ein zusätzlich verabreichtes Glukokortikoid bis zur minimal wirksamen Dosis ausschleichen: z.B. 0,1 - 0,2 mg/kg/Tag Prednisolon/Prednison
-bei weiter bestehender Polyurie/Polydypsie Patienten mit Desoxycorticosteronpivalat weiter therapieren (Kintzer 1997b; Reusch 2000a).
 
Die Korrektur des Flüssigkeitshaushaltes mit intravenösen Infusionen vor der Medikamentellen Therapie des Hypoadrenokortizismus ist essentiell (Lathan 2005a).
 

Dosierung - speziell

Hilfe: Masseinheiten und Umrechnungen
 
Katze - Fludrocortisonacetat
oral

Hypoadrenokortizismus

-0,1 mg/Katze pro Tag, sobald Patient stabilisiert worden ist; Elektrolytkontrolle initial alle 1 - 2 Wochen und Dosis entsprechend anpassen; für die Glukokortikoidtherapie wird Prednisolon/Prednison 1,25 mg/Katze pro Tag oder monatliche Injektionen von Methylprednisolonacetat 10 mg i.m. vorgeschlagen (Greco 1989a).
-0,05 - 0,1 mg/Katze zweimal täglich (Reusch 2003a)
-0,02 - 0,05 mg/kg einmal täglich (Aurich 2002a)
Hund - Fludrocortisonacetat
oral

Hypoadrenokortizismus

-0,015 - 0,02 mg/kg/Tag als initiale Erhaltungsdosierung, als Einzeldosis oder auf zwei Applikationen aufgeteilt (Reusch 2001a)
-0,02 - 0,04 mg/kg/Tag; nur ca. 50% der Hunde benötigen zusätzlich Glukokortikoide. Wenige Hunde können resistent gegenüber der Fludrocortisontherapie sein (Feldmann 1996a).
-0,02 - 0,05 mg/kg/Tag (Aurich 2002a)
 

Hyperkaliämie, Zusatztherapie

-0,1 - 1 mg/Hund/Tag; kann zu einem iatrogenen Hyperadrenokortizismus führen (Plumb 2002a).
 
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