Dosierung - allgemein

Anwendungsverbot bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen

Detailierte Angaben siehe unter "Rückstandsbeurteilung".
 

Therapiedauer

Thyreostatische Medikamente wirken nicht kurativ und müssen täglich und lebenslänglich verabreicht werden (Trepanier 1990a).
 
Die medikamentöse Therapie einer Hyperthyreose ist einfach durchzuführen und die Kosten bleiben im Rahmen. Die Therapie bewirkt meistens eine schnelle klinische Besserung des Patienten. Die Inzidenz von Nebenwirkungen ist akzeptabel und man vermeidet die möglichen perioperativen und postoperativen Komplikationen wie Herzarrhythmien, Blutungen, Hypoparathyreose und Hypothyreose (Mooney 2000a; Peterson 2000a).
 

Erhaltungsdosis

Bei Applikation von Thioimidazolen über Wochen und Monate stellt man keine Veränderungen bei den Clearance-Werten fest. Diese Ergenbnisse korrelieren auch mit Beobachtungen bei klinischen Langzeitbehandlungen von hyperthyreoten Katzen, welche, einmal euthyreot geworden, keine höheren Medikamentendosen oder kürzere Applikationsintervalle benötigen (Trepanier 1991a).
 

Therapieziel

Das Ziel der Therapie ist, dem Patienten die kleinstmögliche Dosis zu verabreichen, welche notwendig ist, um das Serum-T4 im unteren Bereich des Normalwertes zu halten (Thoday 1992a; Meric 1989a).
 

Therapieversager

Es gibt Katzen, die gegen den Wirkstoff resistent sind. Aber der häufigste Grund für einen therapeutischen Misserfolg liegt in der schlechten Compliance des Besitzers (Mooney 2000a; Meric 1989a).
 
Bei einer kleinen Zahl von Katzen kann mit der Initialdosis von Methimazol kein euthyreoter Zustand erreicht werden. In diesem Fall erhöht man die Tagesdosis in Schritten von 2,5 - 5 mg pro Katze. Es kann eine Tagesdosis von bis zu 25 - 30 mg pro Katze appliziert werden (Mooney 2000a).
 

Monitoring

Während den ersten 3 Monaten der Therapie, wenn Nebenwirkungen am häufigsten auftreten, sollte der Patient alle 2 bis 3 Wochen untersucht und die T4-Werte bestimmt werden. Falls die T4-Werte nach 2 bis 3 Wochen nur wenig oder gar nicht reduziert werden konnten, sollte man die Dosis erhöhen (Meric 1989a). Subnormale T4-Werte können ebenfalls auftreten, lösen aber keine klinischen Anzeichen einer Hypothyreose aus, weil die T3-Werte dieser Patienten im normalen Bereich liegen (Peterson 1988a). Nach erfolgreicher Behandlung in den ersten 3 Monaten sollte die Katze alle 3 bis 6 Monate einem Allgemeinuntersuch unterzogen und ein Blutstatus mit T4-Bestimmung durchgeführt werden (Meric 1989a).
 
Um zu überprüfen, ob die Nieren die durch eine Methimazolbehandlung abgesenkte GFR tolerieren, müssen simultan zur T4-Bestimmung die Nierenwerte kontrolliert werden. Bei Auftreten einer Azotämie mit klinischen Symptomen muss die Methimazoldosis so angepasst werden, dass die T4-Werte im oberen normalen Bereich liegen und gleichzeitig eine adäquate Nierenfunktion gewährleistet ist. Einige Katzen könnten eventuell ohne Therapie in einem besseren Gesundheitszustand sein (Trepanier 2007a; Behrend 2006a).
 

Dosierung und Applikationsintervall

Es sollte versucht werden, die Katze nach Erreichen des euthyreoten Zustandes mit der kleinstmöglichen, wirksamen Tagesdosis zu behandeln. Einige Katzen können sogar mit Tagesdosen von nur 2,5 mg pro Tier im euthyreoten Zustand gehalten werden, andere wiederum benötigen Tagesdosen von 15 - 20 mg pro Tier. Auch ist es möglich, manche Katzen nur mit einer einmal täglichen Applikation (Erhaltungsdosis) erfolgreich zu behandeln (Peterson 2000a).
 

Dosierung - speziell

Hilfe: Masseinheiten und Umrechnungen
 
Katze - Methimazol
dermal / topisch

Hyperthyreose

Die dermale Applikation von Methimazol erfolgt mit einer transdermalen Formulierung, welche 50 mg/ml Methimazol enthält. Dieses Gel wird vorzugsweise auf die Innenseite der Ohrmuschel aufgetragen (Lecuyer 2006a; Hoffmann 2003a).
 
-2,5 mg/Katze 2 × täglich, in Form einer transdermalen Formulierung (Sartor 2004a)
-5 mg/Katze 2 × täglich (Lecuyer 2006a)
-2,5 mg/Katze 1 × täglich bis 10 mg/Katze 2 × täglich (Hoffmann 2003a)
oral

Hyperthyreose

Initialdosis
-1,25 - 2,5 mg pro Katze 2 × täglich; bei Katzen, welche diese Dosis ohne Nebenwirkungen tolerieren, beträgt die Effizienz mehr als 90%. Bei einem ungenügendem initialen Ansprechen kann die Dosis vorsichtig erhöht werden. Eine häufigere Verabreichung (3 × täglich) ist selten nötig. Hohe initiale Dosierungen (5 mg/Katze 2 - 3 × täglich) sind ebenfalls selten nötig; sie erhöhen das Risiko einer renalen Dekompensation durch den rapiden Abfall von T4 (Trepanier 2007a).
  
-5 mg pro Katze 3 × täglich; entspricht einer Tagesdosis von 15 mg (Meric 1989a; Peterson 1988a; Trepanier 1990a; Thoday 1992a; Kintzer 1994a; Behrend 2006a)
  
-5 mg pro Katze 2 × täglich; entspricht einer Tagesdosis von 10 mg (Becker 2000a; Mooney 2000a; Behrend 2006a)
 
Erhaltungsdosis
-Nach Erreichen des euthyreoten Zustandes wird die Tagesdosis in Schritten von 2,5 - 5 mg auf die Dosismenge vermindert, die nötig ist, um die T4- und T3-Werte im physiologischen Bereich zu halten (Meric 1989a; Kintzer 1994a; Plumb 1995a). Bei einer kleinen Zahl von Katzen kann mit der Initialdosis kein euthyreoter Zustand erreicht werden. In diesem Fall erhöht man die Tagesdosis in Schritten von 2,5 - 5 mg pro Katze (Mooney 2000a).
 

Hyperthyreose mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz

Dosierungsprotokoll
-2,5 mg pro Katze 2 × täglich für 2 Wochen; falls die Nierenwerte unverändert bleiben, wird die Dosis auf 2,5 mg pro Katze 3 × täglich für weitere 2 Wochen erhöht; bleiben die Nierenwerte weiter stabil, erhöht man die Dosis auf 5 mg pro Katze 2 × täglich für 2 Wochen; sind die Nierenwerte weiter stabil, erhöht man die Dosis auf 5 mg pro Katze 3 × täglich; stellt man während des Dosierungsprotokolls eine Verschlechterung der Nierenwerte fest, bricht man die Medikation ab und bewertet den Fall neu (Peterson 2000a).
Hund - Methimazol
intravenös

Cisplatin-Therapie

-40 mg/kg Körpergewicht als einmalige Dosis zum Schutz der Nieren in Kombination mit einer Cisplatin-Therapie (Vail 1994a)
 
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