ARCHIV: Nuflor™ MiniDose 450 mg/ml ad us. vet.[V], Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Breitspektrum-Antibiotikum für Rinder

ATCvet: QJ01BA90

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Florfenicolum 450 mg
-Hilfsstoffe: 1-Methylpyrrolidonum, Diethylenglycoli monoethylicum aetherum q.s. ad solutionem pro 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Florfenicol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Florfenicol, der Wirkstoff in Nuflor® Minidose 450 mg/ml ist ein synthetisches Breitspektrum-Antibiotikum mit Wirkung gegen die meisten gram-positiven und gram-negativen Bakterien, die bei Haustieren isoliert werden. Florfenicol wirkt bakteriostatisch durch Hemmung der Proteinsynthese auf ribosomaler Ebene. Laboruntersuchungen haben ergeben, dass Florfenicol gegen die am häufigsten isolierten bakteriellen Erreger bei Atemwegserkrankungen des Rindes wirksam ist, einschliesslich Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida, Histophilus somni und Arcanobacterium pyogenes.
Florfenicol gilt als bakteriostotisches Antibiotikum, in-vitro Studien weisen darauf hin, dass eine bakterizide Wirkung gegen Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida und Histophilus somni möglich ist.
 

Pharmakokinetik

Bei subkutaner Verabreichung der empfohlenen Dosierung von 40 mg/kg werden beim Rind wirksame Florfenicol Plasmaspiegel über der MIC90 von 0.5 µg/ml für 90.7 Stunden bzw. von 1.0 µg/ml für 33.8 Stunden aufrechterhalten. Maximale Serumkonzentrationen (Cmax) von etwa 1.8 µg/ml werden 7 h (Tmax) nach Verabreichung erzielt.
Bei intramuskulärer Verabreichung der empfohlenen Dosierung von 20 mg/kg wird beim Rind der wirksame Florfenicol-Plasmaspiegel über der MIC90 von 0.5 µg/ml und 1 µg/ml für 48.7 bzw. 30.3 Stunden aufrechterhalten. Maximale Serumkonzentrationen (Cmax) von etwa 3.0 µg/ml werden 6 Stunden (Tmax) nach Verabreichung erzielt.
 

Indikationen

Metaphylaxe und Therapie von Atemwegserkrankungen beim Rind, hervorgerufen durch Florfenicol-empfindliche Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida und Histophilus somni. Die Erkrankung sollte vor der metaphylaktischen Behandlung im Rinderbestand nachgewiesen werden.
 

Dosierung / Anwendung

Subkutane Anwendung: 40 mg/kg KGW (= 4 ml Nuflor® Minidose 450 mg/ml pro 45 kg KGW) einmalig verabreichen
Intramuskuläre Anwendung: 20 mg/kg KGW (= 2 ml Nuflor Minidose 450 mg/ml pro 45 kg KGW) im Abstand von 48 Stunden zweimal verabreichen
Die Injektion sollte ausschliesslich in den Nackenbereich erfolgen.
Pro Injektionsstelle sollte nicht mehr als 10 ml injiziert werden.
Um eine exakte Dosierung zu gewährleisten und Unterdosierungen zu vermeiden, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Der Stopfen der Injektionsflaschen sollte vor jeder Entnahme desinfiziert werden. Trockene, sterile Kanüle sowie Spritze benützen. Bei der 250 ml Flasche sollte der Stopfen nicht mehr als 25-mal durchstochen werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Zuchtbullen anwenden.
Nicht anwenden bei laktierenden Kühen, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht im Falle bestehender Allergien gegen Florfenicol anwenden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Nuflor® Minidose 450 mg/ml soll nur nach bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensifivitätsprüfung der beteiligten Erreger angewandt werden.
Untersuchungen bei Labornagern zeigten keine embryo- oder foetotoxischen Effekte von Florfenicol. Die Wirkung des Präparates auf Fruchtbarkeitsleistung und Trächtigkeit wurde jedoch bei Rindern nicht untersucht. Der Einsatz von Nuflor® Minidose 450 mg/ml bei trächtigen Rindern sollte daher nur nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Eine Verminderung der Futteraufnahme und eine vorübergehende Koterweichung können während der Behandlung auftreten. Die behandelten Tiere erholen sich nach Abschluss der Behandlung wieder schnell und vollkommen.
Die subkutane Verabreichung kann an der Injektionsstelle zu einer vorübergehenden Schmerzempfindlichkeit und klinisch auffälligen Schwellung führen. Die lokalen Schmerzen können einige Tage andauern. Schwellungen an der Injektionsstelle gehen mit der Zeit zurück, können aber bis zu 2 Monaten anhalten.
Die intramuskuläre Verabreichung der maximal empfohlenen Dosis von 10 ml kann an der Injektionsstelle vorübergehende Schmerzempfindlichkeit und klinisch sichtbare Schwellungen verursachen. Die lokale Schmerzempfindlichkeit kann einige Tage andauern. Die Schwellungen nehmen allmählich ab, können aber bis zu 24 Tagen bestehen bleiben. Pathologische Untersuchungen zeigen, dass entzündliche Läsionen an der Injektionsstelle bis zu 1.5 Monate nach der Injektion bestehen bleiben.
 

Absetzfristen

Subkutane Verabreichung, essbare Gewebe:
64 Tage
Intramuskuläre Verabreichung, essbare Gewebe:
37 Tage
Nicht anwenden bei laktierenden Kühen, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Das Präparat mit Vorsicht handhaben um eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden. Direkten Kontakt mit Haut, Augen und Mund meiden, nach der Anwendung Hände waschen.
Arzneimittel, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Leere Behälter und nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben.
Nicht über 25 °C aufbewahren, in der Originalpackung vor Licht geschützt lagern.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage
 

Packungen

Flaschen à 50 ml, 100 ml und 250 ml

Zulassung erloschen am: 31.12.2014

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 60'109

Informationsstand: 02/2012

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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