ARCHIV: Vectin® 22.75 mg ad us. vet.[V], Kautabletten
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Antiparasitikum für Pferde

ATCvet: QP54AA01

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Ivermectinum 22.75 mg
-Hilfsstoffe: Aromatica, Excipiens pro compresso
-galenische Form: Kautablette
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Ivermectin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Vectin® 22.75 mg Kautabletten mit Geschmack (Apfel-Melasse Aroma), enthalten den Wirkstoff Ivermectin, ein Endektozid aus der Klasse der makrozyklischen Lactone. Dieser Komplex bindet selektiv und mit hoher Affinität an die durch Glutamat gesteuerten Chloridionenkanäle in den Nerven- und Muskelzellen der Invertebraten. Dies führt zu erhöhter Permeabilität der Zellmembran für Chlorid-Ionen mit Hyperpolarisation der Nerven- und Muskelzellen und dadurch zu Paralyse und Tod der Parasiten. Wirkstoffe dieser Klasse können auch mit Chloridionenkanälen interagieren, die durch andere Liganden wie den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) gesteuert werden.
Der hohe Sicherheitsindex für Wirkstoffe dieser Klasse ist dadurch gewährleistet, dass Glutamat-gesteuerte Chloridionenkanäle bei Säugetieren nicht existieren; makrozyklische Laktone haben eine niedrige Affinität zu Liganden-gesteuerten Chloridkanälen beim Säugetier und die Blut-Hirnschranke ist für sie in der Regel nur in geringem Masse permeabel, ausser bei Hunden mit MDR1-Defekt.
Ivermectin kann an tragende und laktierende Stuten verabreicht werden.
 

Pharmakokinetik

Ivermectin wird bei Pferden nach oraler Verabreichung schnell resorbiert. Die maximale Plasma-Konzentration (durchschnittlich 81.1 ng/ml) wird 2 Stunden nach Verabreichung der empfohlenen Dosis erreicht. Dieser Wert fällt allmählich auf eine Konzentration von 1 ng/ml ab, über einen Zeitraum von durchschnittlich 20 Tagen. Ivermectin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Faeces ausgeschieden, nur 1 - 2% werden über den Urin ausgeschieden.
 

Indikationen

Antiparasitikum zur Behandlung von Pferden, die mit adulten und unreifen Stadien folgender Magen-Darm-Nematoden, Lungenwürmer, Mikrofilarien und Magendasseln befallen sind:
 

Grosse Strongyliden

-Strongylus vulgaris
adulte und 4. Stadien von Larven (arterielle Stadien)
-Strongylus edentatus
adulte und 4. Stadien von Larven (Gewebs-Stadien)
-Strongylus equinus
adulte
 

Kleine Strongyliden

-Triodontophorus spp.
adulte
-Craterostomum acuticaudatum
adulte
-Coronocyclus spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Cyathostomum spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Cylicocyclus spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Cylicodontophorus spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Cylicostephanus spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Gyalocephalus capitatus
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Parapoteriostomum spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Petrovinema spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
-Poteriostomum spp.
adulte und intraluminales 4. Larvenstadium
 

Oxyuren (Pfriemenschwänze)

-Oxyuris equi
adulte und unreife Stadien
 

Magenwürmer

-Habronema muscae
adulte und Hautlarven
-Draschia spp.
Hautlarven
 

Ascariden (Spulwürmer)

-Parascaris equorum
adulte sowie 3. und 4. Stadien von Larven
 

Haarwürmer (Magenfadenwürmer)

-Trichostrongylus axei
adulte
 

Filarien (Mikrofilarien)

-Onchocerca spp.
Mikrofilarien
 

Magendasseln

-Gasterophilus spp.
alle Larvenstadien
 

Lungenwürmer

-Dictyocaulus arnfieldi
adulte und unreife Stadien
 

Zwergfadenwürmer

-Strongyloides westeri
adulte
 

Dermatitis

Hervorgerufen durch Hautlarven von Habronema und Draschia spp. (Sommerwunden) oder durch Mikrofilarien der Spezies Onchocerca (Hautonchocercose).
 

Dosierung / Anwendung

Vectin® 22.75 mg wird einmalig oral verabreicht. Es kann bei Pferden bei einem Körpergewicht ab 60 kg und darüber eingesetzt werden.
Eine Kautablette ist ausreichend zur Behandlung von bis zu 110 kg Körpergewicht.
Für schwerere Pferde wird die entsprechende Anzahl Kautabletten gemäss nachfolgender Dosierungstabelle berechnet:
 
Körpergewicht
des Pferdes (kg)
Anzahl zu verabreichende
Vectin® 22.75 mg Kautabletten
60 bis 1101
111 bis 2202
221 bis 3303
331 bis 4404
441 bis 5505
551 bis 6606
661 bis 7707
u.s.w.u.s.w.
 
Dieses Dosierschema gewährleistet eine Mindestdosis von 0.2 mg Ivermectin pro kg KGW.
Das Tierarzneimittel enthält einen Geschmacksstoff (Apfel-Melasse Aroma) und wird von den meisten Pferden freiwillig aufgenommen. Vectin® 22.75 mg Kautabletten können entweder wie ein Leckerli mit der Hand verabreicht werden oder gemischt mit einer kleinen Menge Futter. Es ist sicherzustellen, dass das Pferd die gesamte Dosis aufnimmt. Um eine korrekte Dosierung sicherzustellen, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Pferden anwenden, die weniger als 60 kg wiegen.
Nicht bei Pferden mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile anwenden.
Dieses Produkt von Hunden und Katzen fernhalten, Vergiftungsgefahr.
 

Vorsichtsmassnahmen

Vectin® 22.75 mg ist zugelassen für die Anwendung bei Pferden und muss von andern Tierarten ferngehalten werden. Nach oraler Einnahme von Vectin® 22.75 mg durch Hunde kann Intoleranz mit tödlichem Ausgang auftreten. Hunde und Katzen können durch Ivermectin Vergiftungen erleiden, wenn sie Zugang haben zu Futtertrögen, welche die Tabletten enthalten, oder zu heruntergefallenen bzw. weggeworfenen Tabletten oder benutztem Verpackungsmaterial.
Nach häufiger, wiederholter Anwendung jedweder Klasse von Anthelminthika können bei Parasiten Resistenzen gegenüber dieser Anthelminthika-Klasse auftreten.
Folgende Situationen sollten vermieden werden, da diese zur Erhöhung der Resistenz und letztendlich zur Unwirksamkeit der Behandlung führen können:
-zu häufige und wiederholte Anwendung von Anthelminthika einer Substanzklasse über einen längeren Zeitraum,
-Unterdosierung, verursacht durch Unterschätzung des Körpergewichts oder falsche Verabreichung des Tierarzneimittels
Bei Verdacht auf Anthelminthika-Resistenz sollten weiterführende Untersuchungen mit geeigneten Tests (z.B. Eizahlreduktionstest) durchgeführt werden. Falls die Testergebnisse deutlich auf die Resistenz gegenüber einem bestimmten Anthelminthikum hinweisen, sollte ein Anthelminthikum aus einer anderen Substanzklasse und mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus Verwendung finden.
Über Resistenzen gegen Ivermectin wird bei Parascaris equorum des Pferdes berichtet. Daher sollte sich die Anwendung dieses Tierarzneimittels auf lokale (regional, betrieblich) epidemiologische Erhebungen zur Empfindlichkeit von Nematoden sowie auf Expertenempfehlungen zur Eindämmung weiterer Anthelminthika-Resistenzen stützen.
Der Tierarzt sollte hinsichtlich eines geeigneten Dosierungsprogrammes und Herdenmanagements beraten, um die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Anthelminthika-Resistenzen zu verringern. Für den Fall, dass der Verdacht auf Unwirksamkeit eines Tierarzneimittels besteht, ist dem Tierhalter zu empfehlen, tierärztlichen Rat einzuholen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Bei Pferden, die stark mit Onchocerca Mikrofilarien befallen sind, sind gelegentlich Oedeme und Juckreiz nach der Verabreichung aufgetreten, vermutlich durch das Absterben einer grossen Zahl von Mikrofilarien. Diese Symptome klingen nach wenigen Tagen ab, eine symptomatische Therapie kann ratsam sein.
In Verträglichkeitsstudien sind bei Verabreichung bis zum Dreifachen der empfohlenen Dosis keine unerwünschten Wirkungen aufgetreten. Ein spezifisches Antidot existiert nicht, sollten Anzeichen einer Intoxikation auftreten, wird eine symptomatische Behandlung empfohlen.
 

Absetzfristen

Essbare Gewebe: 40 Tage
Nicht bei Stuten anwenden deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Während der Verabreichung nicht essen, trinken oder rauchen. Nach Anwendung Hände gründlich waschen.
Bei irrtümlicher Einnahme oder versehentlichem Augenkontakt soll unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden und dem Arzt die Packung einschliesslich der Arzneimittelinformation vorgelegt werden.
Da der Wirkstoff Ivermectin für Fische und andere im Wasser lebende Organismen gefährlich ist, ist ein Einbringen in Gewässer zu vermeiden. Behältnisse und Arzneimittelreste sollen unschädlich beseitigt werden.
Nicht über 25 °C lagern.
Nach Öffnung des Behälters à 60 Tabletten ist der Inhalt 6 Monate haltbar.
 

Packungen

Blisterpackung mit 7 Kautabletten
Polyethylen-Behälter à 60 Kautabletten mit kindersicherem Verschluss

Zulassung erloschen am: 24.01.2013

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 58'933

Informationsstand: 08/2011

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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