ARCHIV: Narcoxyl® 2 ad us. vet.[V], Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Veterinaria AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Sedativum, Anästhetikum, Analgetikum, Muskelrelaxans. Für Pferde, Rinder, Hunde, Katzen und Nager

ATCvet-Code: QN05CM92

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Xylazinum (ut X. hydrochloridum) 20 mg
-Hilfsstoffe: Conserv.: E 218 1.0 mg, Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia ad 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Xylazin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Narcoxyl 2® enthält als Wirksubstanz den α2-Agonisten Xylazin in 2%iger Lösung. Zusätzlich zur sedativen Wirkung besitzt Xylazin auch anaesthetische, analgetische und muskelrelaxierende Eigenschaften. Diese kommen je nach Dosierung und Tierart unterschiedlich stark zum Ausdruck.
 

Indikationen

Sedation zur Erleichterung von Manipulationen am Patienten wie Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchungen, Hufbeschlag oder Klauenpflege. Beruhigung von widerspenstigen Tieren für Verlad und Transport.
 
Analgesie bei allen schmerzhaften Eingriffen wie z.B. Zahnbehandlung oder Wundpflege. Bei kleineren chirurgischen Eingriffen (z.B. Kastration) in Kombination z.B. mit Levomethadon/Fenpipramid oder Butorphanol verwenden.
 
Muskelrelaxation bei Operationen und zur Ausschaltung kataleptischer Zustände, z.B. bei der Anae­sthesie mit Ketamin. Kombiniert mit einem Analgetikum verwenden.
 
Sedative Prämedikation in Kombination mit z.B. Ketamin (Ketaminol®), Levomethadon/Fenpipramid (l-Polamivet®) oder Butorphanol.
 

Dosierung / Anwendung

Pferd:

2 - 5 ml/100 kg KGW (0,4 - 1 mg Xylazin/kg) i.v. oder
7,5 - 15 ml/100 kg KGW (1,5 - 3 mg Xylazin/kg) i.m.
allein oder in Kombination mit Levomethadon/Fenpipramid (l-Polamivet®).
 

Rind:

Dosisi.m.
I0,25 ml/100 kg ( 50 µg/kg)
II0,5 ml/100 kg (100 µg/kg)
III1,0 ml/100 kg (200 µg/kg)
IV1,5 ml/100 kg (300 µg/kg)
  
Dosisi.v.
I0,08 - 0,12 ml/100 kg (16 - 24 µg/kg)
II0,17 - 0,25 ml/100 kg (34 - 50 µg/kg)
III0,33 - 0,5 ml/100 kg (66 - 100 µg/kg)
 
-Dosis I: Sedation und Analgesie für kleinere Eingriffe.
-Dosis II: Mittelstarke Sedation, Analgesie und Muskelrelaxation für kleinere chirurgische Eingriffe.
-Dosis III: Kräftige Ausbildung der einzelnen Effekte für grössere chirurgische Eingriffe. Das Stehvermögen bleibt in der Regel nicht erhalten.
-Dosis IV: Nur für Extremfälle, ausschliesslich i.m. zu verabreichen.
 

Hund:

0,5 - 1,5 ml/10 kg (1 - 3 mg/kg) i.v. oder i.m., in Kombination mit Levomethadon/Fenpipramid (l-Polamivet®) oder Ketamin (Ketaminol®)
 

Katze:

0,1 - 0,2 ml/kg (2 - 4 mg/kg) i.m.
 
Standardkombination (i.m.):
Narcoxyl® 20,05 - 0,1 ml/kg
(1 - 2 mg Xylazin/kg)
mit
Ketaminol® 50,2 - 0,4 ml/kg
(10 - 20 mg Ketamin/kg)
oder mit
Ketaminol® 100,1 - 0,2 ml/kg
(10 - 20 mg Ketamin/kg)
 

Kaninchen:

i.m. Kombinationsanästhesie
Narcoxyl® 20,2 - 0,25 ml/kg
(4 - 5 mg Xylazin/kg)
mit
Ketaminol® 50,7 - 1,4 ml/kg
(35 - 70 mg Ketamin/kg)
oder mit
Ketaminol® 100,35 - 0,7 ml/kg
(35 - 70 mg Ketamin/kg)
 

Meerschweinchen und Hamster:

i.m. Kombinationsanästhesie
Narcoxyl® 20,2 - 0,25 ml/kg
(4 - 5 mg Xylazin/kg)
mit
Ketaminol® 51,2 - 2,0 ml/kg
(60 - 100 mg Ketamin/kg)
oder mit
Ketaminol® 100,6 - 1,0 ml/kg
(60 - 100 mg Ketamin/kg)
 
Bei intravenöser Anwendung tritt die Wirkung schneller ein, die Wirkungsdauer ist jedoch kürzer als bei intramuskulärer Gabe.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Bei hochträchtigen Rindern können mit Narcoxyl® 2 Frühgeburten ausgelöst werden. Das Präparat sollte deshalb im letzten Trächtigkeitsmonat nicht oder nur zusammen mit einem Uterusrelaxans (z.B. Isoxsuprin) eingesetzt werden.
Bei Hunden und Katzen mit vollem Magen kann Narcoxyl® 2 zu Erbrechen führen. Bei Magendrehung, Schlundverstopfung und Fremdkörper im Schlund ist Narcoxyl® 2 deshalb kontraindiziert.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Hunde und Katzen sollten vor der Anwendung von Narcoxyl® 2 gefasstet werden. Beim Auftreten starker Bradykardie während der Sedation des Pferdes wird empfohlen, Atropinsulfat (1 mg/100 kg KGW) zu injizieren.
 

Unerwünschte Wirkungen

Bradykardie, Atemdepression.
Hunde und Katzen: Erbrechen; Rind: Tympanie.
 

Absetzfristen

Pferd: Essbare Gewebe: 24 Stunden
Rind: Essbare Gewebe: 24 Stunden, Milch: keine
 

Wechselwirkungen

Die Interaktion mit potenzierten Sulfonamiden kann beim Pferd zu schweren Kreislaufkomplikationen (Abfall der Herzfrequenz, Arrhythmien) und sogar zu Todesfällen führen. Die gleichzeitige Anwendung von Xylazin und Phenothiazinen kann beim Pferd zu massivem Blutdruckabfall führen.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C). Nach der ersten Entnahme höchstens 4 Wochen verwenden. Medikament, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Flasche à 20 ml und à 50 ml

Zulassung erloschen am: 07.10.2008

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Intervet

Swissmedic Nr. 49'732

Informationsstand: 06/2003

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2019 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.