ARCHIV: Apitol ad us. vet.[V], lösliches Granulat
Tierarzneimittel
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der Schweiz

Apivet GmbH

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Wasserlösliches Granulat zur Bekämpfung der Varroa-Milben bei Bienen

ATCvet-Code: QP53

 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cymiazoli hydrochloridum 175 mg, Excipiens ad granulatum pro 1 g
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Cymiazol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Apitol enthält einen völlig geruchfreien Wirkstoff, der in Zuckerwasser aufgelöst wird. Apitol wird von den Bienen wie Futter gefressen. Via Verdauungstrakt gelangt es in die Hämolymphe. Durch den sozialen Futteraustausch der Bienen wird Apitol optimal im ganzen Volk verteilt. Varroa-Milben nehmen die Apitol enthaltende Bienen-Haemolymphe auf und sterben unmittelbar danach.
 

Indikationen

Bekämpfung des Varroa-Milben-Befalls bei Bienen.
 

Dosierung / Anwendung

A. Bienenvölker

1. Herstellung der Apitol-Lösung
Aus nachfolgender Tabelle ist die notwendige Menge Gebrauchslösung zu bestimmen. Der ganze Inhalt eines 2 g Sachets wird in 100 ml Zuckerwasser (30%) gelöst. Die Gebrauchslösung muss immer frisch zubereitet werden.
2. Dosierung
Die Dosis für ein Volk oder einen Ableger wird entsprechend der Anzahl besetzter Wabengassen bestimmt.
 
              Ableger  Bienenvolk
Anzahl be-
setzter
Wabengassen   2-4      5-7*     8-10    11-14
 
Menge Ge-
brauchs-
lösung        25 ml    50 ml    75 ml   100 ml
 
*Übliche Grösse eines Volkes im Schweizer Kasten. Zweimalige Anwendung im Abstand von 7 Tagen.
 
3. Behandlungszeiten
Die Behandlung der Bienen muss ausserhalb der Trachtzeit bei absoluter Brutfreiheit im Spätsommer oder Herbst erfolgen. Apitol tötet die Varroamilben in den Zellen nicht ab. Die Restbrut kann ohne Schaden für das Volk mit der Abdeckelungsgabel zerstört werden. Die Behandlung kann zu jeder Tageszeit erfolgen. Während 8 Stunden nach der Behandlung sollte die Aussentemperatur 10° C nicht unterschreiten. Als Folge der Behandlung bei zu niedrigen Aussentemperaturen kann ein erhöhter Bienentotenfall auftreten (Unterkühlung durch das Nasswerden). Das Bienenvolk wird dadurch nicht beeinträchtigt.
 
4. Durchführung der Behandlung
Schwache und weisellose Völker sind abzuschwefeln. Immer alle Völker eines Standes gleichzeitig behandeln. Die gemäss den Dosierungsangaben erforderliche Menge Gebrauchslösung wird gleichmässig auf die Bienen in allen besetzten Wabengassen geträufelt. Es ist empfehlenswert, dafür eine 60 ml Injektionsspritze mit aufgesetzter Plastikspitze zu verwenden. Der leere Honigraum im Schweizer Kasten bietet Gewähr für eine sorgfältige Behandlung.
 

B. Bienenschwärme

1. Herstellung der Apitol-Lösung
Aus nachfolgender Tabelle ist die notwendige Menge Gebrauchslösung zu bestimmen. Die Herstellung erfolgt wie unter A.1. beschrieben.
 
2. Dosierung
Die Dosis für einen Bienenschwarm wird entsprechend seinem Gewicht bestimmt.
 
Schwarmgewicht          0,5-0,9 kg   1-2 kg
Menge Gebrauchslösung        50 ml   100 ml
 
3. Behandlungszeiten
Die Schwarmbienen werden frühestens nach einer eintägigen Wartefrist behandelt, wobei sie während dieser Zeit an einem kühlen und dunkeln Ort untergebracht werden. Fallen Schwärme während guter Nektartracht an, so muss die Hungerzeit auf 2-3 Tage ausgedehnt werden.
 
4. Durchführung der Behandlung
Die benötigte Menge Gebrauchslösung in einem Druckpumpen-Zerstäuber aus Plastik bereitstellen. Dann werden die am Deckel der Schwarmkiste hängenden Bienen mit einem kräftigen Ruck auf den Kistenboden gestossen. Die Kiste wird rasch geöffnet, und man sprüht (kein Nebel) die Bienenoberfläche gleichmässig mit rund der Hälfte der Gebrauchslösung. Das Nasswerden verhindert jegliche Flugaktivität. Durch mehrmaliges leichtes Kippen der Kiste in verschiedene Richtungen wird die Bienenmasse bewegt, so dass die Behandlungslösung auf möglichst viele Bienen verteilt wird. Dann sprüht man den Rest der Apitol-Lösung auf die Bienen, bewegt die Bienenmasse nochmals wie oben beschrieben und verschliesst die Schwarmkiste. Anschliessend werden die Bienen für höchstens 2 Tage an einem dunklen und kühlen Ort (Temperatur nicht unter 10°C) untergebracht und abends in der üblichen Weise auf Waben einlogiert. Falls im Herbst eine weitere Behandlung notwendig sein sollte, ist die unter A. beschriebene Behandlung eines Bienenvolkes durchzuführen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Keine bekannt.
 

Vorsichtsmassnahmen

Während 8 Stunden nach der Behandlung sollte die Aussentemperatur nicht unter 10°C liegen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Keine bekannt.
 

Absetzfristen

Die Einhaltung einer Absetzfrist ist nicht erforderlich.
 

Sonstige Hinweise

Vorsichtsmassnahmen des Anwenders: Tragen einer Schutzbrille empfohlen. Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden. Unbrauchbare Reste von Behandlungslösungen dem Lieferanten oder der örtlichen Entsorgungsstelle zurückgeben. Tierarzneimittel, für Kinder unzugänglich aufbewahren.
 

Packungen

Schachtel mit 6 Sachets zu 2 g Apitol

Zulassung erloschen am: 30.04.2003

Abgabekategorie: D/Sp

 

Hersteller

Vita (Europa) Limited, Basingstoke, GB

Swissmedic Nr. 48'238

Informationsstand: 04/1998

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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