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HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel / diese Dosisstärke ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Streuli Pharma AG

Sulfamethazin Streuli ad us. vet.[V], Arzneimittelvormischung

Arzneimittelvormischung (lösliches Pulver) für Rinder, Kälber, Schweine, Schafe, Ziegen und Kaninchen

ATCvet-Code: QJ01EQ03

 

Zusammensetzung

1 kg Pulver enthält:
 
Wirkstoff: Sulfadimidinum (Sulfamethazin) natricum, 1000 g
 

Wissenschaftliche Hintergrunddaten (CliniPharm Wirkstoffdaten)

● Sulfadimidin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Sulfamethazin (Sulfadimidin) ist ein Sulfonamid-Chemotherapeutikum, das bakteriostatisch wirkt, indem es die Folsäuresynthese der Bakterien hemmt. Dies bewirkt, dass die Purin- und in der Folge die DNS- und RNS-Synthese unterbunden wird. Erreger, welche Folsäure nicht selber synthetisieren, sind unempfindlich für Sulfonamide (natürliche Resistenz). Die Wirkung ist an proliferierende Erreger gebunden; Sulfonamide haben somit eine hohe therapeutische Aktivität in den frühen Stadien einer akuten Infektion.
Das Wirkspektrum ist breit und umfasst gramnegative und grampositive Bakterien sowie einige Protozoenarten wie Kokzidien.
Die Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber Sulfonamiden ist nicht konstant. Es können zeitlich und örtlich erhebliche Unterschiede auftreten. Tendenziell als in vitro empfindlich sind folgende Bakterien anzusehen: Actinomyces spp., Bacillus spp., Streptococcus spp., Chlamydien, Cryptosporidien und Pneumocystis carinii.
Als in vitro nur mässig empfindlich sind folgende Bakterien anzusehen: Grampositive aerobe Erreger wie Staphylokokken und Enterokokken sowie E. rhusiopathiae und gramnegative aerobe Keime wie Enterobacter spp., E. coli, Klebsiellen, Proteus spp., Actinobacillen, Haemophilus spp., Pasteurellen, Brucellen und Pseudomonaden.
Resistent sind Mykobakterien, Mykoplasmen, Rickettsien, Pseudomonas aeruginosa, Lawsonien, Brachyspiren und Spirochäten. Bei einer Vielzahl von Enterobakterien (E. coli, Salmonellen), Bordetellen, Pasteurellen sowie bei den Kokzidien muss mit Sulfonamidresistenzen gerechnet werden.
 

Pharmakokinetik

Sulfonamide werden nach peroraler Verabreichung rasch aus dem Magendarmtrakt absorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 6 - 8 Stunden erreicht. Das Verteilungsvolumen ist hoch. Die Ausscheidung erfolgt nach teilweiser Acetylierung in der Leber hauptsächlich über die Nieren.
 

Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit nach oraler Applikation liegt bei nicht ruminierenden Tieren in der Grössenordnung von 80%. Bei ruminierenden ist sie wesentlich tiefer.
 

Eliminationshalbwertszeiten:

Rind:8 - 11 h
Kalb (3 Wochen):4 - 6 h
Schaf:3 - 10 h
Ziege:3 - 8 h
Schwein:9 - 16 h
Kaninchen:3 h
 

Indikationen

Therapie und Prophylaxe von Primär- und Sekundärinfektionen, falls die beteiligten Bakterien auf Sulfadimidin empfindlich sind.
Insbesondere:
 
Kälber:Darmerkrankungen, verursacht durch Salmonellen und Kokzidien.
Schweine:Darmerkrankungen, verursacht durch E. coli; Salmonellose; Rhinitis atrophicans, verursacht durch Pasteurella multocida; Pneumonien, verursacht durch Sekundärinfektionen mit Pasteurella multocida.
Rinder, Schafe, Ziegen, Kaninchen: Kokzidiose.
 

Dosierung / Anwendung 

Rinder:

10 - 20 g Sulfamethazin Streuli pro 100 kg KGW täglich während 5 - 7 Tagen, dies entspricht 100 - 200 mg Sulfamethazin pro kg KGW und Tag.
 

Kälber, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen:

5 - 10 g Sulfamethazin Streuli pro 100 kg KGW täglich während 5 - 7 Tagen, dies entspricht 50 - 100 mg Sulfamethazin pro kg KGW und Tag.
 

Kokzidiose:

Bei therapeutischer Anwendung von Sulfamethazin Streuli erfolgt die Behandlung intermittierend: 3 Tage Behandlung, 2 Tage Pause, 3 Tage Behandlung. Zu Beginn der Behandlung wird die intravenöse Applikation von Sulfamethazin empfohlen. Für die Initialbehandlung soll die Dosis im oberen der angegebenen Bereiche gewählt werden.
Der Messlöffel der 200 g Dose fasst gestrichen voll 0,8 g, derjenige der 1 kg Dose 8 g.
 

Anleitung zur Herstellung eines Fütterungsarzneimittels

Die Verabreichung erfolgt über das Trinkwasser. Der pH-Wert des Trinkwassers soll zwischen 5,8 und 8 liegen. Das Präparat ist nicht zur Verabreichung über feste Futter, Milch oder über eine Futtersuppe vorgesehen.
Mindestmenge Trinkwasser pro g Pulver: 10 ml
 

Anleitung zur Behandlung von Einzeltieren

Die zu verabreichende Menge Sulfamethazin-Pulver ist täglich frisch in einem Teil der benötigten täglichen Trinkwassermenge vollständig zu lösen und dem Tier sofort zu verabreichen. Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.
 

Anleitung zur Behandlung von Teilen eines Schweinebestandes über das Trinkwasser

Die entsprechende Menge Sulfamethazin-Pulver ist täglich frisch in einer kleinen Menge Wasser vollständig zu lösen und dem Trinkwasser zuzufügen. Um eine gleichmässige Wasseraufnahme aller Tiere zu gewährleisten, ist ein ausreichendes Tränkeplatzangebot sicherzustellen. Bei Auslaufhaltung sollen die Tiere während der Behandlung im Stall gehalten werden.
 
Schweine spielen mit Tränkenippeln. Dies kann zu grossen Trinkwasserverlusten führen. Es muss daher ein Tränkesystem zur Verfügung stehen, das lediglich zu kleinen Wasserverlusten führt.
 

Dosierungsrichtgrössen zur Herstellung eines Fütterungsarzneimittels

Die Einmischrate von Sulfamethazin Streuli entsprechend dem Körpergewicht und der Trinkwasseraufnahme kann nach folgender Formel ermittelt werden:
 
  A × B
––––––– = g AMV pro l Wasser
 C × 100
 
A =erforderliche Dosierung in g AMV pro 100 kg KGW pro Tag
B =mittleres KGW der zu behandelnden Tiere in kg
C =mittlere tägliche Menge mediziertes Trinkwasser in l pro Tier
 
Achtung: Die Trinkwasseraufnahme kann je nach Alter und Gesundheitszustand der Tiere, der Art des Futters und den klimatischen Bedingungen erheblich variieren.
Die Konzentration von Sulfamethazin Streuli pro Liter Trinkwasser ist gemäss obiger Formel auf die tatsächliche Trinkmenge der Tiere zu beziehen. Demzufolge kann die notwendige Konzentration im Trinkwasser sehr unterschiedlich sein.
 

Beispiele:

Schweine:
-Für Ferkel mit 20 kg KGW und 2 l täglicher Wasseraufnahme: 0,5 - 1 g Sulfamethazin Streuli pro Liter Trinkwasser
-Für Mastschweine mit 70 kg KGW und 8 l täglicher Wasseraufnahme: 0,44 - 0,88 g Sulfamethazin Streuli pro Liter Trinkwasser
 
Kaninchen:
Die Trinkwasseraufnahme beträgt etwa das 2 - 3-fache der Futteraufnahme (Futter mit 88% TS) resp. im Durchschnitt ca. 100 ml/kg KGW. Bei einem Kaninchen mit 5 kg KGW und einer täglichen Wasseraufnahme von 0,5 l ergibt sich daraus eine Konzentration von 0,5 bis 1 g Sulfamethazin Streuli pro Liter Wasser.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Nicht anwenden bei: Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide, hochgradigen Störungen der Leber- und Nierenfunktion, Acidurie oder Störungen des Blutbildes, verminderter Flüssigkeitsaufnahme bzw. Flüssigkeitsverlusten.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Bei Erkrankungen, die eine Senkung des Harn-pH bewirken, oder bei eingeschränktem renalen Urin­fluss ist die Therapie abzubrechen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, evtl. mit Zusatz von Natriumbicarbonat, zu achten.
Bei höherer und länger andauernder Überdosierung ist mit Störungen der Darmflora zu rechnen, dabei kann Diarrhoe auftreten.
Die Anwendung bei trächtigen Tieren und Neugeborenen erfordert strengste Indikationsstellung.
Sulfamethazin Streuli soll nur nach bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger angewendet werden. Bei Ausbleiben einer deutlichen Besserung ist nach 3 Tagen eine erneute Sensitivitätsprüfung oder ein Therapiewechsel angezeigt. Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und bei Tieren mit Inappetenz muss eine parenterale Therapie erfolgen.
Nach Beendigung der Behandlung ist die Fütterungseinrichtung in geeigneter Weise gründlich zu reinigen, um Restmengen des eingesetzten Antibiotikums zu beseitigen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Keine bekannt
 

Absetzfristen

Absetzfristen (Tage)

TierartEssbare GewebeMilch
Rind105
Kalb12 
Schwein14 
Schaf  83
Ziege105
Kaninchen12 
 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Phenylbutazon werden beschrieben (Konkurrenz um Plasmaprotein-Bindungsstellen). Vermischungen mit anderen Arzneimitteln sind wegen der Gefahr von Unverträglichkeiten zu vermeiden.
 

Sonstige Hinweise

Lagerungshinweise:

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Trocken und unterhalb von 25°C lagern.
Nach Anbruch die Packung wieder gut verschliessen und vor Feuchtigkeit schützen.
Nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" angegebenen Datum verwenden.
Abgelaufene oder nicht vollständig entleerte Packungen sind gemäss den geltenden Vorschriften einer unschädlichen Beseitigung zuzuführen.
 

Haltbarkeit nach Herstellung eines Fütterungsarzneimittels:

-Trinkwasser: max. 1 Tag
 

Anwenderhinweise:

Beim Umgang mit Sulfamethazin Streuli direkte Berührung mit Haut und Schleimhäuten vermeiden. Schutzausrüstung, bestehend aus Schutzbekleidung, Handschuhen, Atemschutz und Schutzbrille tragen.
Während der Handhabung weder rauchen, essen noch trinken.
 

Packungen

Dosen zu 200 g (mit Messlöffel).

Zulassung erloschen am: 31.10.2014

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 43'512

Informationsstand: 10/2007

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

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