ARCHIV: Dexa-Escopyrin ad us. vet.[V], Injektionlösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Streuli Pharma AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Antiphlogisticum, Analgeticum, Antipyreticum, Antirheumaticum, Injektionslösung für Rinder, Schweine, Hunde und Katzen

ATCvet: QM01BA01

 

Zusammensetzung

Phenylbutazonum natricum 150 mg, Aminophenazonum 150 mg, Dexamethasonum 0,5 mg ut Dexamethasoni natrii phosphas, Lidocaini hydrochloridum 10 mg, Propylenglycolum, Natrii hydroxidum, Aqua ad injecatbilia pro 1 ml.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Aminophenazon - Dexamethason - Lidocain - Phenylbutazon - Propylenglycol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dexa-Escopyrin ist ein Therapeuticum, welches sich auf Grund seiner Zusammensetzung bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei schmerzhaften Verletzungen und verschiedenen entzündlichen Affektionen bewährt. Die Kombination der beiden Pyrazolon-Derivate Phenylbutazon und Aminophenazon besitzt ausgeprägte analgetische, antiphlogistische und antipyretische Eigenschaften. Die Wirkung wird durch das Corticosteroid Dexamethason verstärkt, dessen antiexsudative, antiproliferative und antiallergische Eigenschaften im Vordergrund stehen.
 

Pharmakokinetik

Dexamethason

Dexamethason-Natriumphosphat ist gut wasserlöslich. Der Natriumphosphat-Ester wird schnell resorbiert und zur aktiven Komponente Dexamethason hydrolisiert. Dies führt zu einem raschen Wirkungseintritt mit kurzer Wirkungsdauer. Der zeitliche Verlauf der Blutplasmakonzentrationen von Dexamethason ist nicht identisch mit dem Wirkungsverlauf.
Im Plasma ist Dexamethason zu ca. 80% proteingebunden. Das freie Molekül passiert die Blut-Hirn-, die Blut-Milch- und die Plazentarschranke.
Wie alle Glucocorticoide wird Dexamethason in der Leber - wenn auch langsamer als die natürlichen Hormone - metabolisch inaktiviert und durch Kopplung and Glucuronid und zu einem geringen Teil an Sulfat wasserlöslich gemacht. Die resultierenden Ester werden hauptsächlich renal ausgeschieden.
 

Phenylbutazon

Nach der Resorption wird Phenylbutazon zu über 95% an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen ist mit 0,2 l/kg sehr klein. Es reichert sich im Entzündungsexsudat an und erreicht dort bis zu 3-fach höhere Konzentrationen als im Plasma. Maximale Wirkung wird nach 12 Stunden erreicht, die Wirkungsdauer kann nach einer einzigen Dosis bis zu 3 Tage betragen. Phenylbutazon wird in der Leber metabolisiert, wo u.a. der aktive Metabolit Oxyphenbutazon ensteht. Glucuronidierung findet nur in geringem Masse statt, die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion.
Bei den Halbwertszeiten für Phenylbutazon bestehen grosse Speziesunterschiede. So beträgt die HWZ bei Schweinen 2 - 6 Stunden, bei Hunden 2,5 - 6 Stunden und beim Rind liegt die Halbwertszeit bei 32 - 78 Stunden.
Phenylbutazon induziert selbst seinen metabolischen Abbau, wodurch bei Dauertherapie die Elimination beschleunigt werden kann.
 

Indikationen

-Arthritis, Kontusionen, Distorsionen
-Rheumatische Erkrankungen, "Krämpfigkeit"
-Polyarthritis
-Pneumonie
-Panaritium
-Geburtstrauma
 

Dosierung / Anwendung

Rind20 - 30 ml, langsam iv, im
Kalb5 - 10 ml, im
Schwein5 - 20 ml, im
Ferkel0,5 - 2 ml, im
Hund0,5 - 5 ml, im, sc
Katze0,2 - 1 ml, im, sc
 
Wiederholung mit gleicher Dosis im Abstand von 2 bis 3 Tagen.
Die Injektionen sind unter sorgfältiger Beachtung der Asepsis vorzunehmen.
Bei subcutaner Applikation ist die Injektionsstelle gut zu massieren.
Nachbehandlung bei Kleintieren mit Predni-Butadion Dragées.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe, hochträchtigen und neugeborenen Tieren, Tieren mit Magen-Darm-Ulcera, eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, dekompensierter Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie, Diabetes mellitus, Osteoporose, aktiver Immunisierung, akuten bakteriellen und viralen Infektionen (ausser in lebensbedrohlichen Situationen), Systemmykosen, septischen Prozessen ist die Anwendung von Dexa-Escopyrin zu vermeiden.
 

Unerwünschte Wirkungen

Im Vordergrund stehen Schädigungen der Magen-Darm-Schleimhaut (bis hin zu Ulcerationen), welche zu Erbrechen, Anorexie, Kolik, Diarrhoe, Blut- und Proteinverlusten über den Darm führen können, sowie Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Verringerung der glomerulären Filtration) und Blutbildveränderungen (dosisabhängig Thrombocytopathie und Leukopenie) im Vordergrund.
Die Glucocorticoid-Komponente kann folgende Nebenwirkungen auslösen: Magen-Darm-Ulcera, Hautatrophie, Osteoporose, Arthropathie, Muskelschwund, Hufrehe (Pferd), verminderte Glukosetoleranz, Erniedrigung der Krampfschwelle, Hepatopathie, Thromboseneigung, Hypertonie, Glaukom und Katarakt, verminderte Milchleistung (Rind), Cushing-Syndrom, erhöhtes Infektionsrisiko, verzögerte Wundheilung, Geburtsauslösung bei Wiederkäuern im letzten Drittel der Trächtigkeit, ACTH-Suppression, NNR-Inaktivitätsatrophie.
 

Absetzfristen

Essbare Gewebe:12 Tage
Milch:5 Tage
 

Wechselwirkungen

Verstärkte Kaliumverluste bei gleichzeitiger Gabe von Thiazid- und Schleifendiuretica; verminderte Herzglycosidtoleranz; erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen und Ulcerationen bei Kombination mit nicht-steroidalen Antiphlogistica; erhöhter Insulinbedarf; verminderte Wirkung bei Gabe von Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin und anderen enzyminduzierenden Substanzen; Erhöhung des Augeninnendruckes bei gleichzeitiger Verabreichung von Anticholinergika (z.B. Atropin).
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwenden.
Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 28 Tage.
 

Packungen

Ampullenflaschen zu 100 ml
Packungen zu 1 und 10 Ampullenflaschen

Zulassung erloschen am: 22.06.2007

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

G. Streuli & Co. AG, Uznach (CH)

Swissmedic Nr. 43'105

Informationsstand: 11/2002

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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