ARCHIV: Dexacortin-K ad us. vet.[V], Injektionssuspension
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Streuli Pharma AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Corticoid-Mikrokristall-Injektionssuspension für Pferd, Rind, Schwein, Hund und Katze

ATCvet: QH02

 

Zusammensetzung

Dexamethasonum 2,5 mg, Lidocaini hydrochloridum 5 mg, Conserv.: E 218 1 mg; Antiox.: E 223 0,11 mg, Excipiens ad suspens. inject. pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Dexamethason - Lidocain
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dexamethason, der Wirkstoff von Dexacortin-K, ist ein stark wirksames Glucocorticoid, dessen antiphlogistische, antiallergische und palliative Wirkung ca. 6-8 mal stärker ist als die des Prednisolons. Infolge der dadurch möglichen, niedrigeren Dosierung werden weder abnorme Natrium- und Wasserretention noch übermässige Kaliumausscheidung manifest. Gleichermassen sind weitere, der Corticosteroid-Therapie eigene Nebenerscheinungen weniger ausgeprägt.
Dexacortin-K ist eine Mikrokristall-Injektionssuspension. Die Lösung kann intramuskulär oder subkutan verabreicht werden. Dabei wird ein Depoteffekt erzielt, da Dexamethason sehr langsam von der Injektionsstelle resorbiert wird.
 

Pharmakokinetik

Die Resorption des freien Dexamethasons aus dem Depot dauert bis zu mehreren Wochen. Die Wirkungsdauer beträgt bis zu 2 Wochen und länger für die antiallergische Wirkung. Eine Cortisolsuppression kann beim Rind über 30 bis zu 45 Tage festgestellt werden. Die Proteinbindung von Dexamethason beträgt ca. 70%, wovon bis zu 75% locker an Transcortin, ein spezifisches Transportprotein für Corticosteroide, gebunden werden.
Dexamethason weist ein Verteilungsvolumen von ca. 1,2 l/kg (Hund, Rind) auf. Es verteilt sich in alle Gewebe und passiert die Blut-Hirn- und die Plazenta-Schranke.
Dexamethason wird in der Leber metabolisiert. Die Elimination erfolgt überwiegend renal als Glucuronid, ein geringer Teil wird in sulfatierter Form ausgeschieden.
 

Indikationen

Entzündungen an Gelenken, Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeuteln, Huf- und Klauenlederhaut. Al­lergische Erkrankungen wie Urticaria, Hufrehe, Bronchospasmen, allergische Dermatitis, Acetonämie, Intoxikationen. In Verbindung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika bei schweren Infektionskrankheiten wie Pneumonie, Mastitis, Puerperalinfektionen.
 

Dosierung / Anwendung

Rind, Pferd2-3 (-6) ml pro 100 kg KGW
Schwein1-2 (-4) ml pro 50 kg KGW
Kleintiere0,3-0,6 (-1) ml pro 10 kg KGW
 
Die Lösung kann intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.
Bei Bedarf kann die gleiche Dosis nach 48 Stunden erneut verabreicht werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Bestehende Magen-Darm-Ulcera, virale Infektionen, Systemmykosen, Festliegen durch Hypocalcämie, Glaukom, schlecht heilende Wunden und Geschwüre, letztes Drittel der Trächtigkeit bei Rind und Schaf (in den meisten Fällen wird ein Abort provoziert).
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei bakteriellen Infekten, erkennbarer Abwehrschwäche, Diabetes mellitus, kongestiver Herzinsuffizienz und chronischer Niereninsuffizienz sind bei der Applikation von Dexacortin besondere Vorsichtsmassnahmen erforderlich. Bei längerfristiger Therapie soll das allfällige Entstehen von Glukosurie, Hypokaliämie und gastrointestinalen Läsionen überwacht werden.
Eine aktive Immunisierung soll nicht während und bis zu 14 Tage nach einer Glucocorticoid-Therapie durchgeführt werden. Die Ausbildung einer ausreichenden Immunität kann auch bei Schutzimpfungen, die bis zu 8 Wochen vor einer Therapie erfolgt sind, beeinträchtigt sein.
 

Unerwünschte Wirkungen

Mögliche Nebenwirkungen, die sich aus den bekannten Wirkungen von Dexamethason ableiten, sind abhängig von der Dauer und der Dosierung der Medikamentation und treten normalerweise erst nach längerfristiger Anwendung und nach hohen Dosen auf. Folgende Nebenwirkungen sind bekannt: Magen-Darm-Ulcera, Hautatrophie, Osteoporose, Arthropathie, Muskelschwund, Hufrehe (Pferd), verminderte Glucosetoleranz, Erniedrigung der Krampfschwelle, Hepatopathie, Thromboseneigung, Hypertonie, Glaukom und Katarakt, verminderte Milchleistung (Rind), Cushing-Syndrom.
Die Verabreichung an Jungtiere kann das Wachstum verzögern. Bei Hunden können sich folgende Nebenwirkungen bereits nach kurzer Therapiedauer manifestieren: Polydipsie, Polyphagie und Polyurie. In solchen Fällen darf die Therapie nicht fortgesetzt werden.
 

Wechselwirkungen

Verstärkte Kaliumverluste bei gleichzeitiger Gabe von Thiazid- und Schleifendiuretica; verminderte Herzglykosidtoleranz; erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen und Ulcerationen bei Kombination mit nichtsteroidalen Antiphlogistica; erhöhter Insulinbedarf; verminderte Wirkung bei Gabe von Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin und anderen enzyminduzierenden Substanzen; Erhöhung des Augeninnendruckes bei gleichzeitiger Verabreichung von Anticholinergica (z.B. Atropin).
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15-25°C) und vor Kindern geschützt aufbewahren. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage. Nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwenden.
 

Packungen

Ampullenflaschen zu 20 ml
Packungen zu 1 und 10 Ampullenflaschen

Zulassung erloschen am: 31.12.2001

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

G. Streuli & Co. AG, Uznach (CH)

Swissmedic Nr. 42'786

Informationsstand: 02/1998

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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