ARCHIV: Dimazon ad us. vet.[V], Boli
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Veterinaria AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Saluretikum (Diuretikum) zur oralen Anwendung für Rinder

ATCvet: QC03

 

Zusammensetzung

1 Bolus enthält:
Furosemidum 1 g, Excipiens pro bolo
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Furosemid
 

Eigenschaften / Wirkungen

Der Wirkstoff von Dimazon, Furosemid (4-Chlor-N-furfuryl-5-sulfamoyl-anthranilsäure; in der Injektions­lösung als 2,2`-Imino-diäthanol-Salz), ist eine in den Laboratorien der Intervet entwickelte Substanz mit saluretische Eigenschaften.
Die besonderen Vorteile von Dimazon sind: Schnell einsetzende, intensive und trotzdem schonende Wirkung, Steigerung der gewünschten Natrium- und Wasserausscheidung unter weitestgehender Vermeidung eines unerwünschten Kaliumverlustes, gute Steuerbarkeit der Diurese und gute Verträglichkeit.
Die diuretische Wirkung erreicht beim Rind innerhalb 3 Stunden (nach i.m. Applikation) bzw. 6 Stunden (nach oraler Applikation) ein Maximum und hält ungefähr 6 Stunden (i.m.) bzw. 12-24 Stunden (oral) an.
Beim Hund beginnt die Diurese je nach Applikationsart innerhalb 30 Min. bis etwa 2 Stunden und dauert ca. 3 Stunden (i.v.) bzw. 6 Stunden (oral).
Bei der Katze tritt innerhalb von 1-6 Stunden nach i.m. Applikation verstärkte Diurese ein.
Durch Applikationsart und unterschiedlicher Dosierung kann der diuretische Effekt und dessen Ausmass beeinflusst und gesteuert werden. Der rasche Wirkungseintritt und die relativ kurze Wirkungsdauer erlauben eine gute Vorhersage und Kontrolle der Diurese. Das ist insbesondere bei der Behandlung von Kleintier-Patienten von Vorteil.
 

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe tritt die Wirkung schnell ein, die Bioverfügbarkeit liegt bei 60-80%. Die Eliminationshalbwertszeit nach intravenöser Injektion liegt bei Pferd, Rind und Hund unter einer Stunde, nach intramuskulärer Injektion (Rind) bzw. oraler Gabe (Hund) sind Werte oberhalb von 4 Stunden bestimmt worden. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren, zum grössten Teil in unveränderter Form. Furosemid erreicht in der Milch die gleiche Konzentration wie im Plasma, besonders hohe Konzentrationen werden in Leber und Niere erreicht. Für den diuretischen Effekt sind Plasmakonzentrationen von etwa 0,2-0,3 µg/ml erforderlich.
 

Indikationen

Unterstützende Therapie in allen Fällen, in denen durch erhöhte Diurese/Salurese nichtentzündliche Flüssigkeitsansammlungen kardialer, renaler oder sonstiger Genese aus Geweben, Leibeshöhlen, Gelenken, Sehnenscheiden usw. schneller resorbiert werden sollen.
 

Dosierung / Anwendung

1-2 Boli oral, entsprechend einer Wirkstoffdosis von 2-5 mg je kg KGW.
In besonders schweren oder refraktären Fällen kann die Einzeldosis bis auf das Doppelte erhöht werden.
 
Es empfiehlt sich, die Behandlung durch i.v. oder i.m. Applikation der Injektionslösung zu beginnen und je nach Indikation und Krankheitsverlauf mit oraler Gabe von 1-2 Boli in 12- bis 24stündigen Abständen fortzusetzen. Eine Fortsetzung der Behandlung durch parenterale Applikation sowie eine ausschliesslich orale Behandlung sind ebenfalls möglich.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Leberkoma, Niereninsuffizienz mit Anurie, schwere Hypokaliämie und Hyponatriämie, Hypovolämie, Hypotonie, Sulfonamid-Allergie.
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei gleichzeitiger Gabe von Herzglykosiden sollte Furosemid nur während der ersten 1-3 Tage und dann intermitierend zur Ausschwemmung vorhandener Oedeme eingesetzt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen in therapeutischen Dosierungen sind im allgemeinen die Folge der diuretischen Hauptwirkung: Es kann zu Hämokonzentrationen und zu adaptiven Veränderungen des Kreislaufs kommen (herabgesetzter Druck im kleinen Kreislauf, erhöhter peripherer Widerstand und erhöhte Herzfrequenz). Bei längerer Behandlung können Hypokaliämie und Hyponatriämie auftreten. Kreuzallergien mit Sulfonamiden sind möglich.
 

Absetzfristen

Fleisch: 1 Tag
Milch: Während der Behandlung und 3 Tage darüber hinaus.
 

Wechselwirkungen

Aminoglykosid-Antibiotika: Verstärkung der ototoxischen Wirkung;
Cephalosporine: Verstärkung der nephrotoxischen Wirkung;
Herzglykoside: Erhöhung der Toxizität der Herzglykoside und Anstieg der Herzglykosid-Konzentration im Plasma;
Indomethazin und andere Hemmstoffe der Pros­taglandin-Synthese: Abschwächung des diuretischen Effektes.
 

Sonstige Hinweise

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden. Vor Licht schützen.
 

Packungen

5 Boli zu 1g (eingesiegelt in Alu-Folie)

Zulassung erloschen am: 31.08.2001

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Intervet

Swissmedic Nr. 36'729

Informationsstand: 12/2000

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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