ARCHIV: Neguvon ad us. vet.[V], Lösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Provet AG

HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Gebrauchsfertiges Antiparasitikum zur Bekämpfung des Dassellarven-Befalls beim Rind; zur äusserlichen Anwendung

ATCvet-Code: QP52AB01

 

Zusammensetzung

100 ml Lösung enthalten 10 g Metrifonat.
 

Chemisch-Physikalisches

Metrifonat (2,2,2-Trichlor-1-hydroxyethyl)phosphon­säure-dimethylester, ist ein weisses, schwach riechendes, in Wasser gut lösliches, kristallines Pulver.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Metrifonat
 

Eigenschaften / Wirkungen

Bei äusserlicher Anwendung dringt das Neguvon durch die Haut in den Blutkreislauf, entfaltet so eine systemische Wirkung und tötet die Wanderlarven der Dasselfliege ab. Spezielle Formulierhilfsmittel ermöglichen es dem Wirkstoff, beschleunigt in den Organismus einzudringen. Er wird daher voll ausgenützt, so dass sich mit geringem Wirkstoffaufwand ein hoher therapeutischer Effekt erzielen lässt.
 

Pharmakokinetik

Metrifonat wird rasch resorbiert, rasch metabolisiert und schnell und vollständig ausgeschieden. In Studien mit landwirtschaftlichen Nutztieren wurden u.a. die Metaboliten Trichlorethanol, Desmethyl-Metrifonat, Desmethyl-Dichlorvos und praktisch kein Dichlorvos gefunden. Der Wirkstoff bzw. seine Metaboliten werden im wesentlichen über den Urin ausgeschieden.
 

Indikationen

Antiparasitikum für Rinder
Gegen Wanderlarven der Dasselfliegen (Hypoderma bovis, Hypoderma lineatum)
 

Dosierung / Anwendung

Geschätztes Gewicht           Füllung des
  des Tieres/kg             Dosiergerätes/ml
     150-200                       12
     200-300                       18
     300-500                       24
     500-600                       30
    über 600                       36
 
Das Präparat ist in den angegebenen Dosen, die möglichst genau einzuhalten sind, gut verträglich. Bei den Grenzgewichten (z.B. 200, 300 oder 500 kg) ist im Zweifelsfalle die höhere Dosierung zu wählen, um die Wirksamkeit nicht in Frage zu stellen. Die Spezialformulierung und das beigefügte Dosiergerät ermöglichen eine einfache Applikation der erforderlichen Menge Neguvon Lösung.
 
Die Verschlusskappe der Flasche ist zu entfernen und das Dosiergerät auf die Flasche aufzuschrauben. Der Applikator besitzt 5 Teilstriche, die 12, 18, 24, 30 und 36 ml Inhalt anzeigen. Durch Druck auf die Kunststoffflasche kann das Dosiergerät bis zum gewünschten Teilstrich gefüllt werden.
 

Anwendung

Zum Aufgiessen auf den Rücken (spot-on-Methode).
Die erforderliche Neguvon Lösung wird durch Kippen der Flasche auf eine Stelle des Rückens der Tiere gegossen. Dabei darf kein Druck auf die Flasche ausgeübt werden, weil sonst weitere Flüssigkeit in das Dosiergerät läuft und die Gefahr einer Überdosierung besteht. Da das Präparat schnell in das Haarkleid eindringt, entstehen keine Verluste durch Abtropfen.
Die einmalige Behandlung der Rinder mit Neguvon-Lösung soll im Herbst von Ende September bis höchstens Anfang Dezember erfolgen. In dieser Zeit befinden sich die Dassellarven noch auf ihrer Wanderung durch den Körper. Werden sie in diesem Stadium abgetötet, kommt es nicht zu Lähmungen. Diese treten nur auf, wenn die Dassellarven bereits in den Wirbelkanal eingedrungen sind. Ausserdem werden Häuteschäden von vornherein vermieden. Ist die Dasselbehandlung im Herbst unterblieben, muss sie unmittelbar vor dem Weideaustrieb, frühestens Anfang April, ausgeführt werden, und zwar mit Neguvon Pulver in 2%iger wässriger Lösung (Waschverfahren), da die Neguvon Lösung in diesem Fall nicht geeignet ist. Die Zeitpunkte können entsprechend den örtlichen Gegebenheiten variieren. Es empfiehlt sich, die Behandlung von Milchtieren unmittelbar im Anschluss an das morgendliche Melken vorzunehmen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Kälber unter drei Monaten sollen nicht behandelt werden. Geschwächte und kranke Tiere nicht behandeln.
 

Vorsichtsmassnahmen

Nicht von Anfang Dezember bis Ende März behandeln, da zu dieser Zeit Dassellarven im Rückenmarkskanal wandern. Werden diese Larven abgetötet, können Lähmungserscheinungen bei den Rindern auftreten.
 

Unerwünschte Wirkungen

Unvorsichtigkeit oder Nachlässigkeit beim Gebrauch können Vergiftungen hervorrufen. In leichten Fällen werden Inappetenz, Mattigkeit, Durchfall, Erbrechen und leichte Tympanie beobachtet. Diese Erscheinungen verschwinden nach einigen Stunden. Bei schweren Vergiftungen (Krämpfe, Bewusstlosigkeit) ist möglichst frühzeitig Atropinum sulfuricum 1%ig i.m. zu verabreichen.
 
Dosierung: Rind 8-10 ml, Kalb 2-5 ml
Wiederholung, wenn nötig, nach 15-30 Minuten.
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe:einen Tag
Milch:keine
 

Wechselwirkungen

10 Tage vor bis 10 Tage nach der Anwendung von Neguvon Lösung sollten andere Cholinesterase-Hemmer, Phenothiazinderivate (z.B. Neuroleptika) oder Muskelrelaxantien (z.B. Succinyldicholin) nicht appliziert werden.
 

Sonstige Hinweise

Vorsichtsmassnahmen für den Anwender

Nur zur Parasitenbekämpfung nach Gebrauchsanweisung, Missbrauch verursacht Gesundheitsschäden.
Nicht zusammen mit Lebens- oder Futtermitteln lagern.
Vor Zugriff durch Kinder schützen.
Bei der Behandlung im Stall ist für reichlich Belüftung zu sorgen.
Tragen von Schutzkleidung und Gummihandschuhen wird empfohlen.
Unnötig starke Benetzung von Händen und Armen mit dem Mittel ist zu vermeiden.
Während der Arbeit nicht rauchen, essen, trinken.
Applikatoren und Schutzkleidung müssen nach Gebrauch mit klarem, möglichst heissem Wasser gut gespült bzw. gereinigt werden.
Leere Flaschen sind zu vernichten.
Zufällig mit Neguvon Lösung in Berührung gekommene Körperstellen müssen gründlich gewaschen werden.
 
Antidot: Atropinsulfat 1% (0,2 ml = 2 mg)
 

Lagerungshinweise

Nicht über 25°C lagern.
 

Vorsichtsmassnahmen für die Beseitigung des nicht verwendeten Arzneimittels

Nicht verwendetes oder nicht vollständig aufgebrauchtes Arzneimittel sollte über Sondermüllabgabe beseitigt werden.
 

Packungen

Spezial-Kunststoff-Flasche zu 1000 ml mit Dosiergerät

Zulassung erloschen am: 31.12.2004

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Bayer AG, Leverkusen (D)

Swissmedic Nr. 35'809

Informationsstand: 11/1995

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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