UpCard ad us. vet. 3 mg, teilbare Tabletten
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Vetoquinol AG

Diuretikum für Hunde

ATCvet-Code: QC03CA04

 

Zusammensetzung

1 Tablette enthältUpCard 3 mg
Torasemidum3 mg
Hilfsstoffe: Aromatica, excip. pro compresso
 
Die Tabletten können halbiert und die 3 mg und 7,5 mg Tabletten zusätzlich geviertelt werden.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Torasemid
 

Eigenschaften / Wirkungen

Torasemid ist ein Schleifendiuretikum aus der Gruppe der Pyridyl-Sulfonylharnstoffe. Der Hauptwirkort ist der mittlere Teil des aufsteigenden Schenkels der Henle'schen Schleife. Schleifendiuretika hemmen vor allem den Na+/2Cl-/K+ Carrier auf der Lumenseite der Zelle.
Die Hemmung der Natrium- und Chloridionen-Rückresorption führt nicht nur zu einer Salurese, sondern verursacht auch eine Verringerung der interstitiellen Osmolarität innerhalb des Nierenmarks. Dies wiederum verringert die Rückresorption von freiem Wasser und führt zu erhöhter Wasserausscheidung und Urinproduktion.
In einer pharmakodynamischen Studie an gesunden Hunden konnte nach Anwendung des Tierarzneimittels in Dosierungen von 0,1 und 0,6 mg Torasemid/kg gezeigt werden, dass eine einzelne Dosis Torasemid eine etwa 20-fach höhere diuretische Wirkung besitzt als eine einzelne Dosis Furosemid.
 

Pharmakokinetik

Bei Hunden beträgt die Gesamtkörperclearance 0,017 l/h*kg, das Verteilungsvolumen 0,14 l/kg und die terminale Halbwertszeit 7,0 Stunden nach einer einmaligen intravenösen Dosis von 0,1 mg/kg. Nach einer einmaligen oralen Dosis von 0,1 mg/kg entspricht die absolute orale Bioverfügbarkeit etwa 90%. Die orale Resorption nach Verabreichung von 0,1 mg/kg erfolgt schnell, mit einer durchschnittlichen Tmax von 0,93 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration Cmax beträgt 1,1 µg/ml nach einer einmaligen oralen Dosis von 0,1 mg/kg. Die Plasmaproteinbindung beträgt > 98%. Der Wirkstoff wird teilweise metabolisiert und über die Niere ausgeschieden. Ein grosser Teil der Dosis (zwischen 61% und 70%) wird mit dem Urin in unveränderter Form ausgeschieden.
Die Fütterung erhöhte die AUClast von Torasemid signifikant um durchschnittlich 36% und verzögerte die Tmax leicht, es wurde aber kein signifikanter Einfluss auf Cmax festgestellt. Nach wiederholter Verabreichung von 0,2 mg/kg täglich über 14 Tage wurde keine Akkumulation von Torasemid im Plasma der Hunde festgestellt.
 

Indikationen

Zur Behandlung der klinischen Symptome, einschliesslich Ödeme und Flüssigkeitsansammlungen, im Zusammenhang mit einer kongestiven Herzinsuffizienz beim Hund.
 
Zum Eingeben.
UpCard Tabletten können mit oder ohne Futter verabreicht werden.
 
Die empfohlene Dosierung von Torasemid beträgt 0,1 bis 0,6 mg pro kg Körpergewicht, einmal täglich. Die meisten Hunde sind stabil bei einer Dosierung von kleiner als oder gleich 0,3 mg Torasemid pro kg Körpergewicht und Tag.
 
Bei Hunden, die sich in einem akuten Zustand mit Lungenödem, Pleuraerguss und/oder Aszites befinden und für die eine Notfallbehandlung erforderlich ist, sollte zuerst die Anwendung eines Injektionspräparates in Betracht gezogen werden, bevor eine orale diuretische Behandlung begonnen wird.
 
Wenn die Diurese-Intensität geändert werden muss, sollte die Dosis innerhalb des empfohlenen Dosisbereiches in Schritten von 0,1 mg/kg Körpergewicht erhöht oder verringert werden. Sobald die Symptome einer kongestiven Herzinsuffizienz unter Kontrolle gebracht wurden, das Tier stabil ist und eine diuretische Langzeittherapie mit diesem Tierarzneimittel erforderlich ist, sollte es mit der kleinsten wirksamen Dosis weiter verabreicht werden.
Häufige Nachuntersuchungen des Hundes tragen dazu bei, eine geeignete diuretische Dosis zu etablieren.
Nach Therapiebeginn eines Lungenödems muss der Effekt auf die Atmung (Zählen der Ruheatemfrequenz) gut überwacht werden und die Nierenwerte sind regelmässig zu überprüfen (siehe unter Vorsichtsmassnahmen).
 

Überdosierung

Dosierungen über 0,8 mg/kg/Tag wurden in der Verträglichkeitsstudie bei der Zieltierart oder in kontrollierten klinischen Studien nicht untersucht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass eine Überdosierung das Risiko für Austrocknung, Störungen im Elektrolythaushalt, Nierenfunktionsstörungen (Azotämie), assoziierter Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sowie kardiovaskulären Kollaps erhöht. Je nach Situation muss sehr sorgfältig abgewogen werden, ob eine reine Dosisreduktion genügt oder ob das Flüssigkeitsdefizit mit vorsichtiger Infusionstherapie zu beheben sei. Eine orale Kaliumsupplementation kann notwendig werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Nierenversagen.
Nicht anwenden bei schwerer Dehydratation, Hypovolämie oder Hypotonie.
Nicht gleichzeitig mit anderen Schleifendiuretika anwenden.
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
 

Vorsichtsmassnahmen

Die Nierenfunktion, der Wasser- und Elektrolythaushalt sollten überwacht werden:
-zu Beginn der Behandlung
-24 Stunden bis 48 Stunden nach Behandlungsbeginn
-24 Stunden bis 48 Stunden nach einer Dosisanpassung
-bei Auftreten von unerwünschten Ereignissen
Während des gesamten Behandlungszeitraums sollten diese Parameter in regelmässigen Abständen gemäss der Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt überprüft werden.
Torasemid sollte bei Hunden mit zusätzlichen Störungen im Wasserhaushalt, wie das z.B. bei Diabetes mellitus der Fall ist, besonders vorsichtig angewendet werden.
Bei einem bereits bestehenden Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt sollte dieses bei Therapiebeginn mitkorrigiert werden. Falls gleichzeitig eine Stauungsinsuffizienz UND ein hypovolämischer / hypotensiver Zustand vorliegt, muss gleichzeitig mit der (sehr vorsichtigen) Diurese die Herzfunktion (der Vorwärtsfluss) medikamentell verbessert werden. Achtung: die gleichzeitige Erhöhung der Vorlast zur Verbesserung der Perfusion (Infusion) und Erniedrigung der Vorlast zur Verminderung der Stauungsinsuffizienz (Diuretika) sind zwei gegensätzliche Massnahmen.
 
Da das Tierarzneimittel aromatisiert ist, besteht die Gefahr, dass Hunde und Katzen die Tabletten gezielt aufsuchen und übermässig aufnehmen. Aus diesem Grund ist das Präparat für Tiere unerreichbar aufzubewahren.
 

Trächtigkeit und Laktation

Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit oder Laktation ist nicht belegt. Die Anwendung von UpCard während der Trächtigkeit, Laktation und bei Zuchttieren wird nicht empfohlen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Typische sehr häufige unerwünschte Wirkungen sind Polyurie / Polydipsie, Hämokonzentration, Dehydratation, Elektrolytmangel (einschliesslich Hypokaliämie, Hypochlorämie, Hypomagnesiämie) und Azotämie. Die klinischen Veränderungen Polyurie / Polydipsie widerspiegeln dabei aber faktisch die gewünschte diuretische Wirkung. Hypovolämie, Dehydration, Azotämie und starke Elektrolytverschiebungen widerspiegeln entweder eine Überdosierung oder das Endstadium der behandelten Herzerkrankung. Bei letzteren unerwünschten Wirkungen muss die Dosis sehr exakt überprüft und die gesamte Herztherapie überdacht werden.
Gastrointestinale Symptome wie Erbrechen, verminderter oder fehlender Kotabsatz und, in seltenen Fällen, weicher Kot können beobachtet werden. Vorübergehend und schwach ausgeprägt kann weicher Kot auftreten, welcher aber ein Absetzen der Behandlung in der Regel nicht erforderlich macht.
Eine Rötung der Innenseite der Ohrmuschel kann beobachtet werden.
 

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Gabe von Schleifendiuretika und NSAIDs kann einerseits die Natriurese (respektive Diurese) verringern, andererseits ist bei dehydrierten Tieren bzw. Tieren mit einem tiefen Blutdruck die Gefahr von Nierenschäden durch NSAIDs erhöht. Wenn bei Herzpatienten die Gabe von NSAIDs notwendig ist, müssen die Herzinsuffizienz wie auch die Nierenfunktion äusserst sorgsam überwacht werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Tierarzneimitteln, die den Elektrolythaushalt beeinflussen (Kortikosteroide, Amphotericin B, Herzglykoside, sonstige Diuretika), erfordert eine sorgfältige Überwachung. Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die das Risiko für eine Nierenschädigung oder Niereninsuffizienz erhöhen, sollte vermieden werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Aminoglykosiden oder Cephalosporinen kann das Risiko für eine Nephrotoxizität und Ototoxizität erhöhen.
Torasemid kann das Risiko für eine Sulfonamidallergie erhöhen.
Torasemid kann die renale Ausscheidung von Salicylaten erniedrigen und somit zu einem erhöhten Toxizitätsrisiko führen.
Vorsicht ist geboten, wenn Torasemid zusammen mit anderen Arzneimitteln, die stark an Plasmaproteine gebunden sind, verabreicht wird. Eine Verringerung der Bindung, verursacht durch die Verdrängung durch ein anderes Arzneimittel, kann die Ursache einer diuretischen Resistenz sein, da die Proteinbindung die renale Sekretion von Torasemid erleichtert.
Die gleichzeitige Verabreichung von Torasemid zusammen mit anderen Arzneimitteln, die durch die Cytochrom- P450-Isoenzyme 3A (z.B.: Enalapril, Buprenorhin, Cyclosporin) und 2E (Isofluran, Sevofluran) verstoffwechselt werden, können deren Clearance aus dem systemischen Blutkreislauf verringern.
Die Wirkung von Antihypertensiva, besonders von Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmern, kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit Torasemid verstärkt werden.
Bei Anwendung in Kombination mit Herztherapeutika (z.B. ACE-Hemmer, Digoxin) kann eine Anpassung der Dosierung in Abhängigkeit des Ansprechens des Tieres auf die Therapie notwendig sein. Die Anpassung der Dosierung erfolgt aufgrund der Atmung (resp. Kongestion) unter der Berücksichtigung der Nierenwerte.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel unzugänglich für Kinder und unter 30°C aufbewahren.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Angebrochene Tabletten sollten im Blister oder in einem geschlossenen Behältnis für maximal 7 Tage aufbewahrt werden.
 

Warnhinweis für den Anwender

Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Torasemid und anderen Sulfonamiden sollten das Tierarzneimittel vorsichtig anwenden.
Bei versehentlicher Einnahme, vor allem bei Kindern, ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
 

Packungen

Schachteln mit 30 und 100 Tabletten

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 66'832

Informationsstand: 07/2018

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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