Terramycin ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Zoetis Schweiz GmbH

Antibiotikum für Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen

ATCvet-Code: QJ01AA06

 

Zusammensetzung

Wirkstoff:Oxytetracyclinum (ut Oxytetracyclinum hydrochloridum) 92.7 mg
Hilfsstoffe:Povidonum K17, Magnesii oxidum, Monoethanolaminum, Antiox.: Monothioglycerolum 10.53 mg, Natrii hydroxymethansulfinas dihydricus 3.92 mg, Aqua ad iniectabilia ad 1.0 ml.
Galenische Form:Wässrige Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Oxytetracyclin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Terramycin ist ein Breitspektrum-Antibiotikum mit Wirkung gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien, Aerobier und Anaerobier sowie gegen, Mykoplasmen, Chlamydien und Rickettsien.
 
Der Wirkungsmechanismus von Oxytetracyclin beruht auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese durch reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-tRNA an der 30S-Untereinheit des Ribosoms, wodurch die Elongation der Peptidkette unterbrochen wird. Hieraus resultiert eine vorwiegend bakteriostatische Wirkung.
 

Pharmakokinetik

Bei einer Dosierung von 5 - 8 mg/kg KGW wird ein therapeutischer Blutspiegel für 24 Stunden erreicht. Nach parenteraler Verabreichung wird Oxytetracyclin rasch resorbiert und nahezu im ganzen Organismus verteilt; die höchsten Konzentrationen werden in Niere, Leber, Milz, Lunge und Knochen erreicht. Oxytetrazyklin passiert die Plazentaschranke. Je nach Tierspezies bindet sich Oxytetracyclin in unterschiedlichem Mass an Plasmaproteine (20 - 40%).
 
Oxytetracyclin wird grösstenteils unverändert über den Urin ausgeschieden; ein Teil wird auch über die Galle ausgeschieden. Oxytetrazyklin unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf.
 

Indikationen

Bakterielle Infektionen bei Rindern, Schafen, Schweinen und Ziegen, wie Behandlung von Septikämien, Atemwegsinfektionen, gastrointestinalen oder urogenitalen Infektionen, interdigitalen Nekrobazillosen (Panaritium) verursacht durch Oxytetracyclinempfindliche Erreger.
 
Pro Tag 5 bis 10 mg Oxytetrazyclin pro kg Körpergewicht. Dies entspricht pro 100 kg KGW 5.5 ml bis 11 ml Terramycin Injektionslösung pro Tag. Die Injektion sollte intravenös, intramuskulär oder subkutan erfolgen. Das Dosierungsintervall beträgt 24 Stunden. Die Behandlung sollte während 3 bis 5 Tagen erfolgen.
 

Anwendungshinweise

Die intramuskuläre Injektion sollte tief in einen grossen Muskel erfolgen. Beim Rind ist die intramuskuläre Injektion vorzugsweise in die Nackenmuskulatur (Nadellänge mindestens 3,75 cm) vorzunehmen.
 
Um Gewebereizungen vorzubeugen muss die Gesamtmenge an mehreren Stellen verteilt appliziert werden, wobei bei Kälbern bis 200 kg KGW nicht mehr als 10 ml pro Injektionsstelle appliziert werden dürfen und bei Rindern über 200 kg KGW nicht mehr als 20 ml pro Injektionsstelle verabreicht werden dürfen. Bei Rindern ab 300 kg KGW sollte ein Injektionspräparat mit einer höheren Stärke verwendet werden.
 
Bei Ferkeln bis 10 kg KGW ist die Verabreichung subkutan in die Kniefalte vorzunehmen.
 
Bei Ferkeln > 10 kg KGW und Schweinen erfolgt die Verabreichung vorzugsweise in die seitliche Halsmuskulatur, wobei nicht mehr als 10 ml pro Injektionsstelle tief intramuskulär appliziert werden sollen.
 
Bei Schafen und Ziegen über 50 kg empfiehlt sich ebenfalls die Verteilung der Dosis auf zwei Injektionsstellen.
Die intravenöse Injektion soll langsam über eine Dauer von mindestens einer Minute und unter Beobachtung des Tieres erfolgen. Die Injektionslösung darf dabei nicht verdünnt oder mit anderen Arzneimitteln vermischt angewandt werden. Das Präparat kann intravenös, intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
 
Nicht anwenden bei Infektionen mit Tetrazyklin-resistenten Erregern.
 

Vorsichtsmassnahmen

Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit ist nicht belegt.
Eine Anwendung im letzten Drittel der Trächtigkeit wird aufgrund möglicher Zahnverfärbungen und Störungen der Kalzifizierung durch Tetrazykline nicht empfohlen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Es können lokale Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, mit Schmerzen an der Injektionsstelle bis hin zu nekrotischen Veränderungen. Nach intravenöser Applikation kann an der Applikationsstelle eine Venenentzündung entstehen. Wie mit allen Tetratzyclinen können unerwünschte Reaktionen auftreten, wie gastrointestinale Beschwerden, in selteneren Fällen allergische Reaktionen und Photosensibilität.
 
Essbare Gewebe (Fleisch & Innereien)10 Tage
Injektionsstelle14 Tage
Milch Kuh: 
bei Dosierung 5 mg/kg/Tag3 Tage
bei Dosierung 10 mg/kg/Tag4 Tage
Milch Schaf und Ziege:3 Tage
 

Wechselwirkungen

Divalente und trivalente Kationen (Mg, Fe, Al, Ca) können mit Oxytetrazyklin Chelatkomplexe bilden.
 
Nicht gleichzeitig mit Penicillinen, Aminoglykosiden, Cephalosporinen oder Polypeptiden anwenden.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung

Bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) lagern. Nach erster Entnahme restlichen Inhalt verwerfen.
 
Nach Ablauf des auf der Packung mit "Exp." angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden.
 
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:

Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
 
Bei direktem Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten der Augen sind die betroffenen Stellen sofort mit klarem Wasser gründlich zu spülen.
 
Kann bei versehentlichem Hautkontakt Allergien auslösen.
 
Nach der Anwendung Hände waschen.
 

Packungen

Durchstechflaschen aus Glas zu 100 ml Injektionslösung.

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 66'397

Informationsstand: 07/2017

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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