Kesium 500 ad us. vet.[E], teilbare Kautabletten
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Biokema SA

HINWEIS: Exportspezialität (Nur für den Vertrieb im Ausland zugelassen)!

Antibiotikum für Katzen und Hunde

ATCvet-Code: QJ01CR02

 

Zusammensetzung

Amoxicillinum (ut A. trihydricum)400 mg
Acidum clavulanicum (ut Kalii clavualanas)100 mg
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Amoxicillin - Clavulansäure
 

Eigenschaften / Wirkungen

Amoxicillin ist ein β-Laktam-Antibiotikum, dessen Struktur - wie die aller Penicilline - aus einem β-Laktamring und einem Thiazolidinring besteht. Amoxicillin ist wirksam gegenüber empfindlichen Gram positiven und Gram negativen Bakterien.
β-Laktam-Antibiotika verhindern den Aufbau der Bakterienzellwand, indem sie in den letzten Schritt der Peptidoglykansynthese eingreifen. Sie hemmen die Wirkung von Transpeptidasen, die die Vernetzung von Glykopeptidpolymeren katalysieren, die die Zellwand bilden. β-Laktam-Antibiotika haben somit eine bakterizide Wirkung, wobei sie nur die Lyse der wachsenden Zellen bewirken.
Clavulansäure ist ein natürlicher Metabolit des Streptomyceten Streptomyces clavuligerus. Mit einem β-Laktamring ist deren Struktur dem Penicillin-Kern ähnlich. Clavulansäure ist ein β-Laktamase-Hemmer, der zunächst kompetitiv und schliesslich irreversibel hemmt. Clavulansäure durchdringt die bakterielle Zellwand und bindet an extrazelluläre und intrazelluläre β-Laktamasen.
Amoxicillin kann durch β-Laktamasen zerstört werden. Durch die gleichzeitige Anwendung eines wirksamen β-Laktamase-Hemmers (Clavulansäure) erweitert sich das Wirkungsspektrum von Amoxicillin gegenüber β-Laktamase produzierenden Keimen.
In vitro ist potenziertes Amoxicillin gegenüber einem breiten Spektrum aerober und anaerober Bakterien wirksam:
 

Gram positive:

Staphylococcus spp. (einschliesslich β-Laktamase bildender Stämme), Streptococcus spp., Corynebacterium, Clostridium spp., Peptostreptokokken.
 

Gram negative:

Escherichia coli (einschliesslich der meisten β-Laktamase bildenden Stämme), Pasteurella spp., Proteus spp., Salmonella, Klebsiella, Bordetella bronchiseptica, Campylobacter spp., Bacteroides spp., Fusobacterium spp. (empfindliche Stämme).
 
Resistenzen kommen vor bei Enterobacter spp., Pseudomonas aeruginosa und Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus.
Hunde und Katzen, bei denen eine Pseudomonas-Infektion diagnostiziert wurde, sollten nicht mit dieser antibiotischen Kombination behandelt werden.
Bei E. coli wurde von einem Trend zur Resistenzbildung berichtet.
 

Pharmakokinetik

Amoxicillin und Clavulansäure werden nach oraler Verabreichung an Hunde und Katzen schnell resorbiert.
Amoxicillin (pKa 2,8) besitzt ein verhältnissmässig kleines scheinbares Verteilungsvolumen, eine geringe Plasmaproteinbindung (34% bei Hunden) und eine kurze Eliminationshalbwertszeit infolge aktiver tubulärer Sekretion in der Niere. Nach Resorption finden sich die höchsten Konzentrationen in der Niere (im Harn) und in der Gallenflüssigkeit, gefolgt von Leber, Lunge, Herz und Milz. Die Penetration von Amoxicillin in die Zerebrospinalflüssigkeit ist gering, ausser bei Entzündung der Meningen.
Clavulansäure (pKa 2,7) wird ebenfalls nach oraler Verabreichung gut resorbiert. Die Penetration in die Zerebrospinalflüssigkeit ist gering. Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 25% und die Eliminationshalbwertszeit ist kurz. Clavulansäure wird vor allem über die Niere ausgeschieden (unverändert im Harn).
Nach einer einmaligen oralen Verabreichung von 13 mg/kg Amoxicillin und 3,15 mg/kg Clavulansäure an Katzen wurde die maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Amoxicillin (9,3 µg/ml) 2 Stunden nach Verabreichung und die maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Clavulansäure (4,1 µg/ml) 50 Minuten nach Verabreichung erreicht.
Nach einer einmaligen oralen Verabreichung von 17 mg/kg Amoxicillin und 4,3 mg/kg Clavulansäure an Hunde wurde die maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Amoxicillin (8,6 µg/ml) 1,5 Stunden nach Verabreichung und die maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Clavulansäure (4,9 µg/ml) 54 Minuten nach Verabreichung erreicht.
 

Indikationen

Bei Katzen und Hunden :
Zur Behandlung der folgenden Infektionen mit Bakterien, die β-Laktamase bilden und gegen Amoxicillin/Clavulansäure empfindlich sind, und bei denen sich das Tierarzneimittel aufgrund klinischer Erfahrungen und/oder einer Empfindlichkeitsprüfung als Mittel der Wahl erweist:
-Infektionen der Haut (einschliesslich oberflächlicher und tiefer Pyodermien), verursacht durch Staphylococcus spp.;
-Harnwegsinfektionen, verursacht durch Beteiligung von Staphylococcus spp., Streptococcus spp., Escherichia coli und Proteus mirabilis;
-Infektionen der Atemwege, verursacht durch Staphylococcus spp., Streptococcus spp. und Pasteurella spp.;
-Infektionen des Magen-Darm-Traktes, verursacht durch Escherichia coli;
-Infektionen der Mundhöhle (Schleimhäute), verursacht durch Pasteurella spp., Streptococcus spp. und Escherichia coli.
 
Zweimal täglich 12.5 mg (10 mg Amoxicillin/2.5 mg Clavulansäure)/kg KGW (entsprechend 1 Tablette Kesium 50 pro 4 kg KGW, 1 Tablette Kesium 62.5 pro 5 kg KGW, 1 Tablette Kesium 250 pro 20 kg KGW oder 1 Tablette Kesium 500 pro 40 kg KGW; siehe Tabelle).
Bei schweren Infektionen kann die Dosis nach tierärztlicher Anweisung auf 25 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich verdoppelt werden.
 
In den meisten Routinefällen tritt ein Behandlungserfolg innerhalb von 5 - 7 Tagen ein.
Bei chronischen Erkrankungen wird eine längere Behandlungsdauer empfohlen. In diesen Fällen entscheidet der behandelnde Tierarzt über die Dauer der Behandlung. Der Zeitraum sollte jedoch ausreichend lang sein, um eine vollständige Erregerelimination zu gewährleisten.
Um eine genaue Dosierung zu garantieren und Unterdosierungen zu vermeiden, muss das Körpergewicht der Tiere so genau wie möglich bestimmt werden.
 
Anzahl Tabletten pro Verabreichung, zweimal täglich:
 
Kör­per­ge­wichtKesium 50Kesium 62.5Kesium 250Kesium 500
1 - 2 kg½   
1.3 - 2.5 kg ½  
2 - 4 kg1   
2.6 - 5 kg 1  
4 - 6 kg   
5.1 - 7.5 kg   
6 - 8 kg2   
7.6 - 10 kg 2  
8 - 10 kg  ½ 
10 - 20 kg  1 
20 - 30 kg   
30 - 40 kg  21
40 - 60 kg   
60 - 80 kg   2
 

Verabreichung

Die Kautabletten sind aromatisiert und werden von den meisten Katzen und Hunden akzeptiert. Die Kautabletten können den Tieren direkt in den Fang eingegeben oder mit einer kleinen Menge Futter verabreicht werden.
 

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung können Durchfall, allergische Reaktionen oder weitere Symptome wie zentralnervöse Erregungszustände oder Krämpfe auftreten. Falls notwendig, sollten diese symptomatisch behandelt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

-Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen oder anderen Substanzen der ß-Laktam-Gruppe oder gegenüber einem der sonstigen Bestandteile.
-Nicht anwenden bei Tieren mit schwerer Niereninsuffizienz mit Anurie und Oligurie.
-Nicht anwenden bei Gerbilen, Meerschweinchen, Hamstern, Kaninchen, Chinchillas und Springmäusen.
-Nicht anwenden bei Pferden und Wiederkäuern.
-Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Resistenz gegenüber dieser Kombination.
 

Vorsichtsmassnahmen

Kesium nicht verwenden bei Bakterien, die gegenüber Amoxicillin als Einzelsubstanz oder gegenüber Penicillin mit schmalem Wirkungsspektrum empfindlich sind.
Es wird empfohlen, zu Therapiebeginn ein Antibiogramm zu erstellen und die Behandlung nur dann fortzuführen, wenn die Empfindlichkeit gegenüber der Kombination bestätigt wurde.
Unsachgemässer Gebrauch des Produkts kann die Prävalenz und Resistenz von Bakterien erhöhen und dadurch die Wirksamkeit herabsetzen.
 
Bei Tieren mit einer Leber- oder Nierenschädigung sollte das Dosierungsschema sorgfältig überprüft werden und die Anwendung nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
 
Bei der Behandlung kleiner Pflanzenfresser, die in "Kontraindikationen" nicht aufgeführt sind, ist Vorsicht geboten.
 
Auf eine mögliche Kreuzallergie mit anderen Penicillinderivaten und Cephalosporinen sollte geachtet werden.
Laborstudien an Ratten und Mäusen haben keine Hinweise auf teratogene, foetotoxische oder maternotoxische Wirkungen ergeben.
Das Tierarzneimittel sollte bei trächtigen und laktierenden Tieren nur nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt angewendet werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Es können leichte Magen-Darmbeschwerden (Durchfall, Erbrechen) nach der Verabreichung des Tierarzneimittels auftreten. Die Behandlung kann in Abhängigkeit der Schwere der auftretenden Nebenwirkungen und nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt abgebrochen werden.
Gelegentlich können allergische Reaktionen (Hautreaktionen, Anaphylaxie) auftreten. In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden.
 

Wechselwirkungen

Chloramphenicol, Makrolide, Sulfonamide und Tetrazykline können aufgrund der schnell einsetzenden bakteriostatischen Wirkung die antibakterielle Wirkung von Penicillinen hemmen.
Penicilline können die Wirksamkeit von Aminoglykosiden verstärken.
 

Sonstige Hinweise

Trocken und bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
In der Originalpackung aufbewahren.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit " Exp." bezeichneten Datum verwendet werden.
Kautablettenhälften sind im Blister aufzubewahren, und die nicht innerhalb von 12 Stunden aufgebrauchten Kautablettenhälften sind zu entsorgen.
 

Anwenderhinweise:

Penicilline und Cephalosporine können Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) nach Injektion, Inhalation, Einnahme oder nach Hautkontakt hervorrufen. Eine Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen kann Kreuzreaktionen gegenüber Cephalosporinen und umgekehrt verursachen.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit bzw. Personen, denen geraten wurde, den Kontakt mit diesem Tierarzneimittel zu meiden, sollten derartige Tierarzneimittel nicht handhaben.
Im Falle des Auftretens von Symptomen nach der Anwendung, wie z.B. Hautausschlag, ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und dieser Warnhinweis vorzulegen. Schwellungen im Gesichtsbereich, der Lippen oder der Augenlider oder Atembeschwerden sind schwerwiegende Symptome, die einer sofortigen ärztlichen Versorgung bedürfen.
Nach der Anwendung Hände waschen.
 

Packungen

Nur für den Vertrieb im Ausland bestimmt.

Exportspezialität: Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen!

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

Laboratoire SOGEVAL, FR

Swissmedic Nr. 63'244

Informationsstand: 04/2014

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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