Vetmedin® 0.75 mg/ml ad us. vet., Injektionslösung
PDF-Version:  Deutsch  Français 
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Kardiovaskuläres Therapeutikum beim Hund

ATCvet-Code: QC01CE90

 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pimobendan
1 ml Injektionslösung enthält: Pimobendan 0,75 mg.
Hilfsstoffe: Hydroxypropyl-β-Cyclodextrin, Dinatriumhydrogenphosphat-Dodecahydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser für Injektionszwecke.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Pimobendan
 

Eigenschaften / Wirkungen

Pimobendan, ein Benzimidazol-Pyridazinon Derivat, ist eine nicht-sympathomimetische, nicht-glycoside inotrope Substanz mit vasodilatativen Eigenschaften.
Pimobendan übt seine stimulierende myokardiale Wirkung über zwei Wege aus: Erhöhung der Calciumsensitivität der kardialen Myofilamente und Hemmung der Phosphodiesterase (Typ III). Zudem wirkt es auch gefässerweiternd, indem es die Phosphodiesterase III Aktivität hemmt.
 

Pharmakokinetik

Absorption

Bei intravenöser Verabreichung liegt die Bioverfügbarkeit bei 100%.
 

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt 2,6 I/kg, dies bedeutet, dass Pimobendan rasch in das Gewebe verteilt wird. Die mittlere Plasmaproteinbindung beträgt 93%.
 

Metabolismus

Der Wirkstoff wird oxidativ zu seinem wichtigsten aktiven Metaboliten demethylisiert (UD-CG 212). Weitere Abbauwege sind Phase II-konjugierte Verbindungen von UD-CG 212, im wesentlichen Glucuronverbindungen und Sulfate.
 

Elimination

Die Eliminationshalbwertzeit von Pimobendan beträgt 0,4 ± 0,1 Stunden, übereinstimmend mit einer hohen Clearance von 90 ± 19 ml/Min/kg und einer kurzen mittleren Aufenthaltszeit von 0,5 ± 0,1 Stunden.
Der wichtigste aktive Metabolit wird mit einer Halbwertzeit im Plasma von 2,0 ± 0,3 Stunden ausgeschieden. Beinahe die ganze Dosis wird via Faeces ausgeschieden.
 

Indikationen

Vetmedin Injektionslösung ist für die Einleitung der Behandlung einer Stauungsinsuffizienz beim Hund als Folge einer dilatativen Kardiomyopathie oder Herzklappeninsuffizienz (Mitral- oder Tricuspidal-Regurgitation) indiziert.
 
Einmalige intravenöse Injektion in einer Dosierung von 0,15 mg Pimobendan/kg Körpergewicht (d.h. 2 ml/10 kg Körpergewicht).
Mit einer Durchstechflasche zu 5 ml bzw. 10 ml können Hunde mit einem Körpergewicht von bis zu 25 kg bzw. 50 kg behandelt werden.
Die Durchstechflaschen sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Sollten in schwerwiegenden Fällen Symptome wie Ascites, Nausea und Anorexie fortbestehen, kann nach 12 h die intravenöse Behandlung wiederholt werden bis eine orale Medikation möglich ist. Die orale Anschlussbehandlung erfolgt mit Vetmedin Kautabletten oder Kapseln in der empfohlenen Dosierung von 0,25 mg/kg zweimal täglich.
 

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung sollte eine symptomatische Behandlung angewendet werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Vetmedin soll bei Hunden mit hypertropher Kardiomyopathie oder bei Tieren, bei denen die Steigerung der Herzleistung aus funktionellen oder anatomischen Gründen nicht möglich ist (z.B. Aortenstenose), nicht angewendet werden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Im Fall einer versehentlichen paravenösen Injektion kann es zu einer vorübergehenden Schwellung an der Injektionsstelle und zu schwachen bis leicht resorptiven Entzündungsreaktionen kommen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Nach i.v. Applikation wurde ein positiver chronotroper Effekt verzeichnet.
Nach oraler Behandlung wird in seltenen Fällen Erbrechen, vorübergehende Diarrhöe, Appetitlosigkeit oder Lethargie beobachtet. Mit diesen Nebenwirkungen ist auch nach intravenöser Applikation zu rechnen.
 

Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation

In Untersuchungen mit Ratten und Kaninchen hatte Pimobendan keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und eine embryotoxische Wirkung trat erst bei maternotoxischen Dosen auf. In Rattenversuchen wurde eine Pimobendan Ausscheidung in die Milch nachgewiesen.
Aus diesen Gründen sollte Vetmedin Injektionslösung bei trächtigen oder laktierenden Hündinnen nur verabreicht werden, wenn der erwartete therapeutische Nutzen die potentiellen Risiken übertrifft.
 

Wechselwirkungen

In pharmakologischen Studien wurde keine Interaktion zwischen dem kardialen Glycosid Ouabain und Pimobendan gefunden. Die durch Pimobendan hervorgerufene Steigerung der Herzkontraktilität wird durch gleichzeitige Verabreichung des Calcium-Antagonisten Verapamil oder des β-Antagonisten Propranolol vermindert.
 

Sonstige Hinweise

Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett dem Arzt vorzuzeigen.
 

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Nach dem Öffnen sofort verwenden.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Tierarzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Durchstichflasche zum einmaligen Gebrauch: 5 ml und 10 ml

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 62'601

Informationsstand: 02/2012

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2019 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.