Dalmazin® ad us. vet., Injektionslösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

ufamed AG

Synthetisches Prostaglandin für Rinder und Schweine

ATCvet-Code: QG02AD90

 

Zusammensetzung

(+)-Cloprostenolum 75 µg/ml, Ethanolum, Natrii hydroxidum, Acidum citricum anhydricum, Conserv.: Chlorocresolum 1 mg, Aqua ad inject. q.s. ad solut. pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Cloprostenol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dalmazin® ist eine wässrige Injektionslösung, die den Wirkstoff Cloprostenol, ein synthetisch hergestelltes Analogon des natürlichen Prostaglandin F enthält.
(+)-Cloprostenol, das rechtsdrehende Enantiomer, stellt die biologisch aktive Komponente des racemischen Moleküls Cloprostenol dar und führt zu einer schätzungsweise 3.5-fachen Verstärkung der Aktivität.
Verabreicht in der Lutealphase des Brunstzyklus bewirkt (+)-Cloprostenol eine funktionelle und morphologische Rückbildung des Corpus Luteums (Luteolyse). Dies führt zu einem schnellen Abfall des Progesteronspiegels. Die darauf folgende, vermehrte Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) induziert eine Reifung der Follikel und die Auslösung des Eisprungs und der Brunstsymptome.
 

Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Studien belegen eine rasche Absorption von (+)-Cloprostenol von der Injektionsstelle. Maximale Blutspiegel werden innerhalb weniger Minuten nach intramuskulärer Injektion erreicht. Gleichzeitig findet eine rasche Diffusion zu den Ovarien und zum Uterus statt, wo maximale Konzentrationen nach etwa 10 - 20 Minuten erreicht werden.
Bei der Kuh werden nach intramuskulärer Injektion von 150 µg (+)-Cloprostenol maximale Plasmaspiegel (Cmax) von 1.4 µg/l nach etwa 90 Minuten erreicht. Die Eliminationshalbwertszeit (t½β) beträgt ebenfalls ca. 90 Minuten.
Beim Schwein werden maximale Serumkonzentrationen von 2 µg/l etwa 30 bis 80 Minuten nach Verabreichung von 75 µg (+)-Cloprostenol beobachtet, die Halbwertszeit beträgt bei dieser Tierart ca. 3 Stunden.
 

Indikationen

Rind

Luteolytische Anwendung: Persistierendes Corpus Luteum, Lutealzysten, Brunstsynchronisation, Brunstinduktion, Geburtsauslösung, Abortinduktion, Unterbrechen der Trächtigkeit bei fötaler Mummifikation
Uterotone Anwendung: Endometritis/Pyometra und verzögerte Rückbildung der Gebärmutter
 

Schwein:

Auslösung der Geburt
 

Rind

Die Dosierung beträgt 2 ml Dalmazin® pro Tier (entsprechend 150 µg (+)-Cloprostenol/Tier). Dalmazin® intramuskulär verabreichen.
Brunstinduktion (auch bei Kühen mit schwacher oder stiller Brunst):
Dalmazin® erst dann anwenden, wenn sich ein Corpus luteum gebildet hat (6. - 18. Zyklustag); die Brunst tritt normalerweise innerhalb von 48 - 60 Stunden ein. Somit sollte die Besamung 72 - 96 Stunden nach Injektion erfolgen. Falls bis zum elften Tag nach der ersten Verabreichung keine Brunstsymptome auftreten, sollte das Präparat ein zweites Mal injiziert werden.
Brunstsynchronisation: Dalmazin® zweimal im Abstand von 11 Tagen verabreichen. Nach der letzten Injektion sollten die Tiere bei 72 und 96 Stunden zweimal künstlich besamt werden.
Geburtsauslösung: Dalmazin® ab dem 260. Trächtigkeitstag injizieren. Die Geburt wird normalerweise 30 - 60 Stunden nach der Behandlung ausgelöst. Mummifizierte Föten: Die Föten werden 3 - 4 Tage nach der Verabreichung von Dalmazin® ausgestossen.
Trächtigkeitsabbruch: Dalmazin® in der ersten Hälfte der Trächtigkeit (bis 150. Trächtigkeitstag) verabreichen.
Persistierendes Corpus Luteum, Lutealzyste: Dalmazin® in der Standarddosierung verabreichen, bei der ersten Brunst nach der Injektion besamen. Falls die Brunst nicht sichtbar ist, sollte eine nochmalige gynäkologische Untersuchung durchgeführt und die Injektion 11 Tage nach der ersten Verabreichung wiederholt werden.
Die Besamung sollte 72 - 96 Stunden nach der Injektion erfolgen.
Endometritis, Pyometra: Dalmazin® verabreichen. Behandlung bei Bedarf nach 10 - 11 Tagen wiederholen.
Verzögerte Rückbildung der Gebärmutter: Dalmazin® verabreichen und, falls erforderlich, nochmals ein bis zwei zusätzliche Behandlungen im Abstand von jeweils 24 Stunden durchführen.
 

Schwein:

Geburtsauslösung: Dalmazin® frühestens 2 Tage vor der mittleren Trächtigkeitsdauer, die in einem Bestand gilt, oder frühestens am 112. Tag der Trächtigkeit in einer Dosierung von 1 ml pro Tier einmalig intramuskulär verabreichen, dies entspricht einer Dosierung von 75 µg (+)-Cloprostenol/Tier.
Die Injektion führt im Allgemeinen innert 24 bis 36 Stunden zur Geburt.
 

Anwendungseinschränkungen

a. Kontraindikationen

Nicht bei trächtigen Tieren anwenden, ausser in Fällen, in denen eine Geburtseinleitung oder ein therapeutischer Abbruch der Trächtigkeit angestrebt wird.
 

b. Vorsichtsmassnahmen

Antiseptische Massnahmen sind zu beachten. Die Injektionsstelle muss vor der Verabreichung gut gereinigt und desinfiziert werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Das Präparat ist im Allgemeinen gut verträglich. Selbst bei einer zehnfachen Überdosierung wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Falls solche trotzdem auftreten sollten, ist eine symptomatische Therapie angezeigt. Es ist kein spezifisches Antidot bekannt.
Prostaglandine können an der Injektionsstelle eine lokale Ischaemie provozieren, die das Risiko einer Infektion mit Anaerobiern erhöht.
 
Rinder:Milch: keine
Essbare Gewebe: keine
Schweine:Essbare Gewebe: 1 Tag
 

Wechselwirkungen

Dalmazin® nicht gleichzeitig mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern verabreichen, da beide Präparate die endogene Prostaglandinsynthese hemmen.
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) und vor Licht geschützt lagern. Die Haltbarkeit nach Anbruch der Flasche beträgt 28 Tage. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp." bezeichneten Datum verwendet werden. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Prostaglandine vom Typ F können durch die Haut absorbiert werden und zu Bronchospasmen und Fehlgeburten führen.
Bei der Anwendung des Produkts ist eine Selbstinjektion oder Hautkontakt zu vermeiden. Frauen im gebärfähigen Alter, Asthmatiker und Menschen mit bronchialen oder sonstigen respiratorischen Problemen sollten den direkten Kontakt mit dem Präparat vermeiden oder Wegwerfhandschuhe tragen. Falls nach einer unbeabsichtigten Inhalation oder Injektion Atemnot auftritt, wird empfohlen, sofort ein Arzt aufzusuchen und diese Warnung vorzuzeigen.
Bei Hautkontakt soll das Präparat sofort mit Wasser und Seife abgewaschen werden.
 

Packungen

15 Flaschen à 2 ml - 1 Flasche à 10 ml

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

FATRO S.p.A., Ozzano Emilia, Italien

Swissmedic Nr. 59'856

Informationsstand: 03/2010

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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