Metacam® 0,5 mg/ml ad us. vet., orale Suspension
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Nichtsteroidales Antiphlogistikum für Katzen und Meerschweinchen

ATCvet-Code: QM01AC06

 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Meloxicam
1 ml der Suspension enthält: Meloxicam 0,5 mg (entsprechend ca. 0,017 mg pro Tropfen), Aromatica: Saccharinum natricum et alia, Conserv.: E211, Excipiens ad susp.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Meloxicam
 

Eigenschaften / Wirkungen

Meloxicam ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum der Oxicam-Gruppe und wirkt durch Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Meloxicam bewirkt anti­inflammatorische, antiexsudative, analgetische und antipyretische Effekte. Es hemmt die Leukozyten-Infiltration ins entzündete Gewebe und beugt entzündlichen Knorpel- und Knochenschädigungen vor, ausserdem besteht eine schwache Hemmung der kollagen-induzierten Thrombozyten-Aggregation.
In vitro und in vivo Studien haben gezeigt, dass Cyclooxygenase-2 (COX-2) zu einem grösseren Ausmass durch Meloxicam gehemmt wird als Cyclooxygenase-1 (COX-1).
 

Pharmakokinetik

Katzen

Absorption
Bei der Katze werden maximale Meloxicam-Plasmakonzentrationen (ca. 450 ng/ml) nach ca. 3 Stunden erreicht.
 
Verteilung
Im therapeutischen Dosisbereich besteht bei der Katze eine lineare Beziehung zwischen der verabreichten Dosis und der Plasmakonzentration. Ungefähr 97% der verabreichten Menge an Wirkstoff sind an Plasmaproteine gebunden.
 
Metabolismus
Meloxicam wird vorwiegend im Plasma gefunden und hauptsächlich über die Galle ausgeschieden, während im Urin nur Spuren der Muttersubstanz zu finden sind. Fünf Hauptmetabolite wurden identifiziert, die alle pharmakologisch nicht aktiv sind. Meloxicam wird metabolisiert zu einem Alkohol, einem Säurederivat und zu einigen anderen polaren Metaboliten. Wie auch bei anderen, untersuchten Tierarten ist der Hauptstoffwechselweg von Meloxicam bei Katzen die Oxidation.
 
Elimination
Die Eliminations-Halbwertszeit für Meloxicam beträgt 24 Stunden. Der Nachweis von Stoffwechselprodukten der Muttersubstanz in Urin und Fäzes, jedoch nicht im Plasma, ist bezeichnend für deren schnelle Ausscheidung. 21% der wiedergefundenen Dosis wird im Urin ausgeschieden (2% als unverändertes Meloxicam, 19% als Metaboliten) und 79% in den Fäzes (49% als unverändertes Meloxicam, 30% als Metaboliten).
 

Meerschweinchen

Keine Daten verfügbar.
 

Indikationen

Katzen

Verminderung von geringen bis mäßigen post-operativen Schmerzen und Entzündungen nach operativen Eingriffen bei Katzen, z.B. orthopädischen Eingriffen und Weichteiloperationen.
Zur Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie z.B. Disko-/ Spondylopathien.
 

Meerschweinchen

Linderung von leichten bis mäßigen postoperativen Schmerzen bei Weichteiloperationen wie der Kastration männlicher Tiere.
 
Die Suspension vor Anwendung gut schütteln.
Bitte die Angaben des Tierarztes genau beachten.
 

Katzen

Metacam orale Suspension kann mit dem Futter oder direkt ins Maul verabreicht werden.
 
Post-operative Schmerzen und Entzündungen nach operativen Eingriffen:
Nach Initialbehandlung mit Metacam 2 mg/ml Injektionslösung für Katzen die Behandlung 24 Stunden später mit Metacam 0,5 mg/ml orale Suspension mit einer Dosierung von 0,05 mg Meloxicam/kg Körpergewicht fortsetzen. Die orale Fortsetzungsdosis kann einmal täglich (im 24-Stunden-Intervall) bis zu vier Tage eingegeben werden.
 
Akute und chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates:
Am ersten Tag der Behandlung wird eine einmalige Dosis von 0,1 mg Meloxicam (6 Tropfen) / kg Körpergewicht gegeben.
Für die Weiterbehandlung gilt folgende Dosierung: orale Verabreichung einmal pro Tag (alle 24 Stunden) von einer Erhaltungsdosis von 0,05 mg Meloxicam (3 Tropfen) / kg Körpergewicht. Dieses Dosierungsschema ist auch für die Langzeitbehandlung anzuwenden.
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem klinischen Verlauf der Erkrankung.
Eine klinische Besserung soll normalerweise innerhalb von 7 Tagen Behandlung gesehen werden. Wenn nach 14 Tagen keine klinische Besserung nachweisbar ist, soll die Behandlung abgebrochen werden.
 
Auf Genauigkeit der Dosierung ist besonders zu achten. Die Suspension kann anhand des Tropfers oder bei Katzen mit einem Körpergewicht von mindestens 2 kg anhand der Messspritze, die der Schachtel beiliegt (siehe unten), entnommen werden. Die mitgelieferte Dosierspritze für Katzen passt auf den Tropfeinsatz der Flasche und weist eine Graduierung in kg Körpergewicht auf, die der Erhaltungsdosis von 0,05 mg Meloxicam / kg Körpergewicht entspricht. Am ersten Tag soll als Initialdosis das doppelte Volumen verabreicht werden.
 
Dosierung des zu verabreichenden Volumens mit der mitgelieferten Dosierspritze für Katzen:
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Flasche gut schütteln. Den Verschluss he­run­ter­drücken und auf­drehen. Die Dosierspritze auf die Flaschenöffnung auf­set­zen und vorsichtig an­drücken.Die Flasche mit der Spritze ist nun um­zu­drehen.
Den Stempel der Spritze so weit zurückziehen, bis die schwarze Linie auf dem Stempel das Kör­per­ge­wicht Ihrer Katze in kg auf der Skala der Spritze anzeigt.
  
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Die Flasche mit der Spritze nun wieder um­dre­hen und die Do­sier­spritze durch Dre­hen ab­nehmen.Durch Verschieben des Spritzenstempels wird der Inhalt über das Futter oder direkt in das Maul ge­ge­ben.
 

Meerschweinchen

Post-operative Schmerzen nach Weichteiloperationen:
Am Tag vor der Operation (1. Tag) wird initial mit einer einzelnen Dosis von 0,2 mg Meloxicam/kg Körpergewicht behandelt. Die Behandlung wird am Tag der Operation und am Tag danach (2. und 3. Tag) einmal täglich mit einer oralen Dosis von 0,1 mg Meloxicam/kg Körpergewicht im Abstand von 24 Stunden fortgesetzt.
Nach dem Ermessen des Tierarztes kann die Dosis in Einzelfällen auf bis zu 0,5 mg/kg erhöht werden. Die Sicherheit von Dosierungen, die 0,6 mg/kg übersteigen, wurde beim Meerschweinchen jedoch nicht untersucht.
 
Die Suspension kann mithilfe einer 1 ml Standard-Spritze mit Milliliter-Skala und 0,01 ml Skalierung direkt ins Maul eingegeben werden.
 
0,2 mg Meloxicam/kg Körpergewicht Dosis: 0,4 ml/kg Körpergewicht
0,1 mg Meloxicam/kg Körpergewicht Dosis: 0,2 ml/kg Körpergewicht
 
Als Hilfsmittel ist ein kleines Gefäß (z.B. ein Teelöffel) zu benutzen in das Metacam orale Suspension hineingetropft wird. Für ein einfacheres Aufziehen in die Spritze wird empfohlen einige Tropfen mehr als erforderlich in das kleine Gefäss hinein zu füllen. Mithilfe einer 1 ml-Spritze wird Metacam entsprechend dem Körpergewicht des Meerschweinchens aufgezogen. Metacam wird direkt ins Maul des Meerschweinchens mit der Spritze eingegeben. Die Hilfsmittel sind danach mit Wasser zu spülen und vor der nächsten Anwendung trocknen zu lassen.
 
Für Meerschweinchen ist eine 1 ml Standard-Spritze mit Milliliter-Skala und 0,01 ml Skalierung zu benutzen (nicht die Dosierspritze für Katzen mit der kg-Körpergewicht-Skala und dem Katzen-Piktogramm).
 
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Die Flasche gut schütteln. Den Ver­schluss he­run­ter­drücken und auf­drehen.Kleines Gefäß be­nutzen (z.B. ein Teelöffel) und Metacam orale Suspension hinein­tropfen. Für ein einfacheres Auf­ziehen in die Spritze wird empfohlen, einige Tropfen mehr als er­for­der­lich in das kleine Gefäss hinein zu füllen.
  
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Metacam ent­sprech­end dem Körper­gewicht des Meer­schwein­chens mit einer 1 ml‑Spritze auf­ziehen.Durch Vor­schie­ben des Spritzen­stempels wird der Inhalt direkt in das Maul des Meer­schwein­chens ge­ge­ben.
 

Überdosierung

Katze
Meloxicam hat eine geringe therapeutische Breite bei Katzen und klinische Zeichen einer Überdosierung können schon bei verhältnismässig geringer Überschreitung der Dosis beobachtet werden.
Im Fall einer Überdosierung sind Nebenwirkungen, siehe Kapitel "Unerwünschte Wirkungen", stärker und häufiger zu erwarten.
Bei Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung gestartet werden.
 
Meerschweinchen
Eine Überdosis von 0,6 mg/kg Körpergewicht, die an 3 Tagen verabreicht wurde, und nachfolgend eine Dosis von 0,3 mg/kg während weiterer 6 Tage verursachte beim Meerschweinchen nicht die für Meloxicam typischen Nebenwirkungen. Die Sicherheit von Dosierungen, die 0,6 mg/kg übersteigen, wurde bei Meerschweinchen nicht untersucht.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Metacam orale Suspension sollte nicht bei säugenden oder trächtigen Tieren verabreicht werden. Die Anwendung ist kontraindiziert bei Tieren mit Herz-, Leber- und klinisch manifesten Nierenstörungen sowie bei Tieren, bei denen die Möglichkeit von gastrointestinalen Ulzerationen oder Blutungen besteht. Nicht anwenden bei Tieren mit nachgewiesenen Blutgerinnungsstörungen oder bekannter individueller Überempfindlichkeit gegenüber Meloxicam oder einem der Hilfsstoffe.
Nicht anwenden bei Katzen, die jünger als 6 Wochen sind.
Nicht anwenden bei Meerschweinchen, die jünger als 4 Wochen sind.
 

Vorsichtsmassnahmen

Während der Behandlung ist für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Längere Behandlungen sollten unter Kontrolle des Blutstatus durchgeführt werden. Nicht anwenden bei dehydrierten, hypovolämischen und hypotonischen Tieren, da ein potenzielles Risiko von renaler Toxizität besteht.
Wie bei allen nicht-steroidalen Antiphlogistika ist die Behandlung von altersschwachen Tieren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Wenn die Anwendung bei solchen Tieren nicht vermieden werden kann, so hat dies unter genauer klinischer Beobachtung zu geschehen.
Wenn unerwünschte Wirkungen auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen werden und ein Tierarzt aufgesucht werden.
 
Post-operative Anwendung bei Katzen und Meerschweinchen:
Falls eine zusätzliche Schmerzlinderung erforderlich ist, sollte eine multimodale Schmerzbehandlung in Erwägung gezogen werden.
 
Chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Katzen:
Die Reaktion auf eine Langzeittherapie sollte in regelmäßigen Abständen durch einen Tierarzt überwacht werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Bei Katzen wurden gelegentlich typische Nebenwirkungen von nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, teerartiger Kot, Apathie und Nierenversagen und in sehr seltenen Fällen von gastrointestinalen Ulzerationen und erhöhten Leberenzymen berichtet.
Diese Nebenwirkungen sind in den meisten Fällen vorübergehend und klingen nach Abbruch der Behandlung ab, können aber bei Nichtbeachten in einzelnen Fällen auch schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein.
 

Wechselwirkungen

Andere nicht-steroidale Antiphlogistika, Diuretika, Antikoagulantien, Aminoglykosid-Antibiotika und Substanzen mit einer hohen Plasma-Protein-Bin­dung können um die Protein-Bindung konkurrieren und somit zu toxischen Effekten führen. Metacam orale Suspension sollte nicht zusammen mit anderen nicht steroidalen Antiphlogistika oder Glukokortikoiden verabreicht werden.
Bei Katzen kann eine Vorbehandlung mit entzündungshemmenden Mitteln als Folge zusätzliche oder verstärkte Nebenwirkungen hervorrufen. Daher sollte vor dem Einsatz von Metacam orale Suspension die Behandlung mit solchen Mitteln für mindestens 24 Stunden ausgesetzt werden.
Bei der Festsetzung der Dauer der behandlungsfreien Periode sind jedoch die pharmakokinetischen Eigenschaften des vorher verwendeten Produktes zu berücksichtigen.
 

Sonstige Hinweise

Sicherheitsvorkehrungen, die von der verabreichenden Person zu beachten sind

Personen, die überempfindlich auf nicht-steroidale Antiphlogistika reagieren, sollten den direkten Kontakt mit der Suspension vermeiden. Im Falle einer versehentlichen Einnahme sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
 

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme:
3 ml Flasche: 14 Tage
15 ml Flasche: 6 Monate
Kontaminationen während des Gebrauchs sind zu vermeiden.
Medikament für Kinder unerreichbar und bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
 

Packungen

Flasche zu 3 ml und 15 ml mit 1 ml Dosierspritze

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 58'043

Informationsstand: 08/2018

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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