Marbocyl FD ad us. vet., Lyophilisat
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Vetoquinol AG

Antibiotikum (Gyrasehemmer) für Hunde und Katzen

ATCvet-Code: QJ01MA93

 

Zusammensetzung

Pulver lyophilisiert:

Marbofloxacinum 200 mg
Conserv.: Benzalkonii chloridum 2 mg
Mannitolum, Natrii Hydroxidum,
Natrii Edetas pro vitro
 

Solvens pro vitro:

Aqua ad injectabilia 20 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Marbofloxacin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Marbofloxacin ist ein synthesehemmendes, bakterizides Antiinfektivum, das zur Familie der Fluorochinolone gehört. Es wirkt über die Hemmung der DNA-Gyrase. Es besitzt ein breites Wirkungsspektrum, das sowohl Gram-positive als auch Gram-negative Keime und Mykoplasmen einschliesst.
 

Pharmakokinetik

Marbofloxacin wird nach subkutaner Verabreichung der empfohlenen Dosis von 2 oder 4 mg/kg bei Hund und Katze rasch absorbiert. Die Bioverfügbarkeit beträgt nahezu 100%. In den meisten Geweben (Haut, Muskel, Leber, Niere, Lunge, Blase und Verdauungstrakt) sind die Gewebekonzentrationen höher als die Plasmakonzentration.
Marbofloxacin wird langsam ausgeschieden (Halbwertszeit ca. 13 Std. bei Hund und Katze) und grösstenteils in aktiver Form über den Urin (23) und Kot (13).
 

Indikationen

Infektionen mit Marbofloxacin-empfindlichen Erregern
Hunde: Infizierte Wunden, Abszesse nach chirurgischer Sanierung, Infektionen des unteren Urogenitaltraktes (E. coli, Proteus mirabilis), Infektionsprophylaxe bei chirurgischen Eingriffen (Staphylococcus intermedius, E. coli und Pseudomonas aeruginosa).
Katzen: Infizierte Wunden, Abszesse nach chirurgischer Sanierung, Infektionsprophylaxe bei chirurgischen Eingriffen (Staphylococcus intermedius, E. coli und Pseudomonas aeruginosa). Vor der Behandlung ist die Erregerempfindlichkeit mit einem Antibiogramm zu prüfen.
 
Hund 2 - 4 mg/kg KGW
Infizierte Wunden, Abszesse nach chirurgischer Sanierung: einmalige Verabreichung von 2 mg/kg und Tag s.c., danach tägliche orale Verabreichung über 6 Tage mit den Tabletten. Infektionen des unteren Urogenitaltraktes: 3-malige Verabreichung von 4 mg/kg und Tag s.c. im Abstand von 4 Tagen.
Infektionsprophylaxe bei chirurgischen Eingriffen: einmalige Verabreichung von 2 mg/kg i.v. kurz vor dem Eingriff.
Katze 2 mg/kg KGW
Infizierte Wunden, Abszesse nach chirurgischer Sanierung: Verabreichung von 2 mg/kg und Tag s.c. oder i.v. während 3 bis 5 Tagen. Infektionsprophylaxe bei chirurgischen Eingriffen: einmalige Verabreichung von 2 mg/kg s.c oder i.v. kurz vor dem Eingriff. Das Pulver wird mit dem gesamten Inhalt der Lösungsflasche aufgelöst.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Marbocyl FD sollte bei Hunden grosser und sehr grosser Rassen, die weniger als 12 resp. 18 Monate alt sind, nicht angewendet werden, da bei längerer Anwendung die Gefahr einer degenerativen Schädigung des Gelenkknorpels besteht. Bei mittelgrossen Rassen im Wachstum wird Marbofloxacin bei Gaben von bis zu 4 mg/kg während 13 Wochen gut vertragen.
 

Vorsichtsmassnahmen

Studien an Labortieren (Ratten, Kaninchen) haben keine teratogenen, embryotoxischen oder maternotoxischen Wirkungen durch Marbofloxacin in therapeutischen Dosen gezeigt. Die Unbedenklichkeit bei Hündin und Kätzin während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht nachgewiesen. Eine Verabreichung der Spezialität an trächtige oder säugende Tiere sollte daher vermieden werden oder nur nach strenger Indikationsstellung erfolgen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen können beim Hund Nebenwirkungen wie Erbrechen, Speicheln oder Schmerz und bei der Katze Speicheln auftreten. Diese Nebenwirkungen verschwinden aber spontan wieder. Bei Überdosierung können neurologische Symptome wie Tränenfluss, starkes Speicheln, Zittern, Krämpfe beobachtet werden, In schweren Fällen ist eine symptomatische Behandlung angezeigt.
 

Wechselwirkungen

Wie Studien am Hund zeigen, sind keine Wechselwirkungen zwischen Marbofloxacin und den Narkotika Isofluran sowie der Kombination von Medetomidin/Ketamin beobachtet worden. Bei anderen Narkotika sind Wechselwirkungen aufgrund fehlender Studien nicht auszuschliessen.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel vor und nach Rekonstitution bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und vor Licht geschützt lagern. Aufbrauchfrist nach Herstellung: 28 Tage.
 

Packungen

1 Flasche Pulver lyophilisiert und 1 Flasche Lösungsmittel 20 ml

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 55'530

Informationsstand: 05/2002

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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