Phen-Pred ad us. vet., Tabletten
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Werner Stricker AG

Antiphlogistikum, Analgetikum, Antirheumatikum für Hunde

ATCvet-Code: QM01BA01

 

Zusammensetzung

1 Tablette enthält: Phenylbutazon 50,0 mg, Prednisolon 1,5 mg, Excipiens pro compresso.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Phenylbutazon - Prednisolon
 

Eigenschaften / Wirkungen

Die Kombination des nichtsteroidalen Antiphlogistikums Phenylbutazon und des Glucocorticoids Prednisolon besitzt antiphlogistische und analgetische Wirkungen. Aufgrund des mehrfach nachgewiesenen synergistischen Effekts beider Wirkstoffe, lässt sich die gleiche antiphlogistische und analgetische Wirksamkeit mit einer weit geringeren Dosis der Einzelwirkstoffe erzielen, im Vergleich zu einer entsprechenden Monotherapie.
 

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe wird Phenylbutazon im allgemeinen schnell resorbiert. Die Resorption erfolgt vorwiegend im Dünndarm.
Die Metabolisierung erfolgt in erster Linie durch Hydroxylierung; Hauptmetabolit ist das pharmakologisch aktive Oxyphenbutazon. Die Exkretion erfolgt vorwiegend renal. Eine auch nach Absinken des Plasmaspiegels anhaltende Wirkung von Phenylbutazon wird mit der lang andauernden Hemmung der Prostaglandinsynthese und der hohen Affinität zum entzündeten Gewebe erklärt. Die hohe Plasmaproteinbindung von über 97% kann klinisch bedeutsame Wechselwirkungen mit anderen Pharmaka verursachen. Ein bis zwei Stunden nach der oralen Behandlung mit Phen-Pred ad us. vet. wurden bei den einzelnen Hunden maximale Phenylbutazonkonzentrationen im Plasma erreicht. Die Plasmakonzentration nahm nachfolgend mit einer Halbwertzeit von durchschnittlich 1,3 Stunden ab.
 
Prednisolon wird enteral gut resorbiert und sowohl nach parenteraler als auch oraler Gabe über den Blutkreislauf im ganzen Organismus verteilt. Prednisolon ist zu ca. 23 an Albumin gebunden. Die Blut/Hirnschranke wird leicht passiert.
Die Plasmahalbwertszeit von Prednisolon beim Hund beträgt 60 - 90 Minuten. Prednisolon wird vorwiegend in der Leber in einen inaktiven Metaboliten übergeführt, der nach Reduktion einer Keto-Gruppe mit Schwefelsäure oder Glukuronsäure konjugiert über Galle und Niere ausgeschieden wird. Geringe Mengen werden auch unverändert ausgeschieden.
Die Behandlung mit Phen-Pred ad us. vet. führte nicht zu messbaren Prednisolon-Plasmaspiegeln; die Konzentration des Glukokortikoids lag stets unterhalb von 2 ng/ml.
 

Indikationen

Zur Behandlung von entzündlichen und/oder schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates:
-Arthrosen
-Rheumatoide Erkrankungen
-Distorsionen
-Myositiden
-Diskopathien
-Nach Gelenk- und Frakturoperationen
 
Zum Eingeben.
Zur Vermeidung von gastrointestinalen Reizungen sollte die Applikation der Tabletten nach der Fütterung erfolgen.
Die anzuwendende Dosierung beträgt 1 Tablette/15 kg KGW zweimal täglich. Dies entspricht einer täglichen Wirkstoffverabreichung von 6,66 mg Phenylbutazon/kg und 0,2 mg Prednisolon/kg.
Die Behandlungsdauer sollte 14 Tage nicht überschreiten.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Magen-Darm-Ulzera, hämorrhagische Diathese, Schild­drüsenerkrankungen, letztes Drittel der Trächtikeit, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Pyrazolonen, Anwendung bei Neugeborenen.
 

Vorsichtsmassnahmen

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktionen, Herz- und Kreislaufinsuffizienz. Bei einer erheblichen Überdosierung kann es zu zentralnervösen Symptomen (Erregungen, Krämpfe), Hämaturie und Azidose kommen. Als Gegenmassnahme muss das Präparat sofort abgesetzt und symptomatisch behandelt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:
Gastroenteritis, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Knochenmarksdepression.
 

Wechselwirkungen

Phenylbutazon kann aufgrund seiner hohen Plasmaproteinbindung andere Arzneimittel wie Digitoxin, Cumarine, Sulfonamide, Thiopental, Sulfonylharnstoffe und Phenytoin aus ihrer Plasmaproteinbindung verdrängen und so ihre Wirkung verstärken und ihre Elimination beschleunigen.
Durch die Induktion von fremdstoffmetabolisierenden Enzymen kann der Plasmaspiegel anderer Stoffe und somit ihr therapeutischer Effekt beeinträchtigt werden. Infolge einer Hemmung der renalen Prostaglandinsynthese wird die Wirkung von Diuretika abgeschwächt. Die gleichzeitige Gabe kaliumsparender Diuretika erhöht die Gefahr einer Hyperkaliämie. Die Elimination von Penicillinen wird durch Hemmung der renalen tubulären Sekretion verzögert.
 

Sonstige Hinweise

Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen. Arzneimittel nach Ablauf des auf dem Behältnis und äusserer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
 

Packungen

Schachtel zu 100 Tabletten (10 Blister zu je 10 Tabletten)

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 55'150

Informationsstand: 05/2004

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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