Fluniximin ad us. vet., Injektions­lösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Dr. E. Graeub AG

Nichtsteroidaler Entzündungshemmer für Pferde, Rinder und Schweine

ATCvet-Code: QM01AG90

 

Zusammensetzung

50 mg Flunixinum (ut Flunixinum megluminum),
Dinatrii edetas, Propylenglycolum, Diethanolaminum.
Conservans: Phenolum 5 mg. Antioxydans: Natrii hydroxymethansulfinas 2,5 mg. Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Flunixin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Flunixin ist ein nichtsteroidaler, nicht narkotisch wirkender Entzündungshemmer. Flunixin besitzt eine ausgeprägte analgetische, antiphlogistische und antipyretische Wirkung, die nach therapeutischer Dosierung bis zu 24 Stunden anhalten kann. Flunixin hemmt die Cyclooxygenase und bewirkt einen Abfall der Konzentration von Prostaglandin E2, Thromboxanen und Prostacyclin-Metaboliten sowohl im Serum wie auch im Entzündungsexsudat.
 

Pharmakokinetik

Nach i.v. Verabreichung verteilt sich Flunixin schnell im Organismus, die Halbwertszeit für die Verteilungsphase liegt bei 10 bis 15 Minuten. Das Verteilungsvolumen liegt beim Pferd bei zirka 0,2 l/kg, beim Rind bei zirka 0,77 l/kg. Über 99% des verabreichten Flunixin werden an Plasmaproteine gebunden. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal. Die Plasmahalbwertszeit für die Eliminationsphase ist mit zirka 2 Stunden beim Pferd bzw. 3,5 Stunden beim Rind relativ kurz. Flunixin zeigt jedoch eine hohe Affinität zum Entzündungsgewebe. Im Entzündungsexsudat werden 12 bis 24 Stunden nach der Verabreichung Konzentrationen erreicht, die bis zum 4-fachen über dem Plasmaspiegel liegen. Gleichzeitig finden sich im Entzündungsexsudat erniedrigte Konzentrationen von Prostaglandin E2.
 
Nach intravenöser Verabreichung von Flunixin beim Schwein beträgt die mittlere Halbwertszeit für die Elimination 3,43 Stunden. Nach intramuskulärer Anwendung beträgt die Bioverfügbarkeit 93,6%. Maximale Serumkonzentrationen werden bereits nach ca. 25 Minuten erreicht. Die mittlere Halbwertszeit für die Elimination beträgt 3,66 Stunden.
 

Indikationen

Pferde:Akute entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, kolikbedingte Schmerzzustände
  
Rinder:Akute entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, akute Bronchopneumonien, als unterstützende Therapie bei der Behandlung akuter Mastitiden
  
Schweine:Zur Reduktion von Fieber und Atembeschwerden bei akuten Atemwegsinfektionen, in Verbindung mit einer angemessenen Antibiotikatherapie
 
Pferde
Intravenöse Injektion.
Entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates:
1,1 mg pro kg KGW und Tag (entspricht 1 ml pro 45 kg KGW). Behandlung bei Bedarf wiederhohlen. Maximale Dauer der Behandlung: 5 Tage
 
Kolikbedingte Schmerzzustände:
1,1 mg pro kg KGW (entspricht 1 ml pro 45 kg KGW). Die Behandlung kann bei rezidivierenden Koliken wiederhohlt werden.
In jedem Fall ist eine ätiologische Diagnose zu stellen und die entsprechende Behandlung durchzuführen.
 
Rinder
Intravenöse Injektion.
2,2 mg pro kg KGW und Tag (entspricht 2 ml pro 45 kg KGW).
Maximale Dauer der Behandlung: 3 Tage
In jedem Fall ist eine ätiologische Diagnose zu stellen und die entsprechende Behandlung durchzuführen.
 
Schweine
Intramuskuläre Injektion.
2,2 mg pro kg KGW und Tag (entspricht 2 ml pro 45 kg KGW).
Um lokale Reaktionen möglichst gering zu halten, sollten nicht mehr als 5 ml an einer Injektionsstelle appliziert werden.
Die Anwendung beim Schwein erfolgt einmalig als Unterstützung zusammen mit einer aetiotropen Antibiotikatherapie.
 
Das Körpergewicht der Tiere ist genau zu ermitteln um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten.
Die vorgeschriebene Dosierung und Anwendungsdauer sollten nicht überschritten werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Fluniximin darf vom behandelnden Tierarzt bei Nutztieren nur dann angewendet werden, wenn keine gleichwertige Alternative zur Behandlung verfügbar ist.
 

Kontraindikationen

Nicht bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Flunixin oder einen der sonstigen Bestandteile anwenden. Nicht bei schweren Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen verabreichen. Nicht anwenden bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Nicht bei Tieren mit Läsionen der Magen-Darm-Schleimhaut (z.B. Ulcera, Magen-Darm-Blutungen verursacht durch Endoparasiten) anwenden. Nicht verabreichen bei Koliken, die Ileus-bedingt sind und bei denen eine Dehydratation vorliegt. Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist. Nicht bei trächtigen Stuten einsetzen. Trächtige Sauen sind von der Behandlung auszuschliessen. Nicht bei Saugferkeln anwenden, die jünger als 4 Tage sind. Bei trächtigen Kühen nicht in den letzten 48 Stunden vor der Geburt verwenden. Fluniximin sollte in den ersten 36 Stunden nach der Geburt nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risikoabwägung durch den behandelnden Tierarzt eingesetzt werden. Behandelte Tiere sind bezüglich eines Nachgeburtsverhaltens zu überwachen. Nichtsteroidale Antiphlogistika haben ein tocolytisches Potential und können dadurch die Geburt verzögern. Dieser tocolytische Effekt ist auf die Hemmung der Prostaglandinsynthese zurückzuführen. Prostaglandine sind für die Initiierung der Geburt wichtig. Die Anwendung von Fluniximin unmittelbar nach der Geburt kann mit der Rückbildung der Gebärmutter und der Abstossung fötalen Gewebes interferieren, was zu einem Nachgeburtsverhalten führen kann.
 

Vorsichtsmassnahmen

Jeglicher Stress ist während der Behandlung zu vermeiden. Aufgrund des Gehaltes an Propylenglykol können in seltenen Fällen bei der intravenösen Applikation lebensbedrohliche Schockreaktionen auftreten. Die Injektionslösung sollte daher langsam verabreicht werden und annähernd Körpertemperatur besitzen. Bei den ersten Anzeichen einer Unverträglichkeit ist die Injektion abzubrechen und gegebenenfalls eine Schockbehandlung einzuleiten.
Fluniximin nicht mit anderen Medikamenten in der gleichen Spritze mischen. Intraarterielle Injektion vermeiden. Während dieser Behandlung ist eine ausreichende Trinkwasserversorgung der Tiere sicherzustellen. Während der Behandlung einer Erkrankung des Bewegungsapparates sind die Tiere ruhigzustellen. Eine Verschleierung bestehender Resistenzen gegenüber einer Kausaltherapie kann während der Behandlung mit Fluniximin nicht ausgeschlossen werden, da durch ein vorübergehendes Abklingen der Entzündungssymptome ein Therapieerfolg vorgetäuscht werden kann.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen können bei empfindlichen Tieren nach der Injektion anaphylaktische Reaktionen auftreten. Wie alle nichtsteroidalen Antiphlogistika kann Flunixin besonders bei hypovolämischen und hypotensiven Zuständen, z.B. während der Chirurgie, Nierenschäden hervorrufen. Hohe Dosierungen und lang andauernde Therapien verursachen Ulzera im Magen-Darm-Trakt. Beim Schwein ist an der Injektionsstelle mit reversiblen Irritationen und, auch nach Ablauf der Absetzfrist, mit makroskopisch sichtbaren braunen Verfärbungen zu rechnen.
 
Essbare Gewebe:Pferde und Rinder:10 Tage
 Schweine:36 Tage
  
Milch:6 Tage
 

Wechselwirkungen

Nicht mit anderen nichtsteroidalen oder steroidalen Entzündungshemmern verabreichen. Zusammen mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern oder Glucocorticoiden tritt eine Verstärkung der entzündungshemmenden Wirkung auf und damit sind Nebeneffekte nicht auszuschliessen. Nicht mit nephrotoxischen Medikamenten (z.B. Aminoglykosiden) kombinieren.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Unterhalb von 25°C und vor Licht geschützt aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Der direkte Kontakt mit der Haut des Anwenders ist wegen der Gefahr einer Sensibilisierung zu vermeiden.
 

Packungen

Flacon zu 50 ml und 100 ml

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 54'361

Informationsstand: 02/2019

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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