Mederantil ad us. vet.[N], Injektionslösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Appetit-Stimulans beim Rind

ATCvet-Code: QN05CD09

 

Zusammensetzung

1 ml Mederantil® enthält: Brotizolam 0,2 mg.
Hilfsstoffe: Propylenglykol q.s. ad solutionem pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Brotizolam
 

Eigenschaften / Wirkungen

Mederantil® ist ein zentral wirkendes Appetit-Stimulans zu Anwendung beim Rind.
Bei Versuchen an Labortieren zeigte sich eine stark Spezies-spezifische appetitanregende Wirkung in Dosisbereichen in denen keine Sedation auftrat. Die Wirkung wird durch eine direkte Stimulierung des Appetitzentrums im Hypothalamus erzielt. In ausgedehnter klinischer Prüfung konnte bei Rindern, die an Anorexie oder an mit Appetitmangel einhergehenden Krankheiten litten, eine appetitstimulierende Wirkung mit Mederantil® erzielt werden.
Die Wirkung tritt bei intravenöser Injektion nach 1 - 10 Minuten ein. Bei schweren Erkrankungen kann mit Mederantil® keine Steigerung des Appetits erwartet werden.
 

Pharmakokinetik

Absorption

Die Anwendung erfolgt intravenös.
 

Distribution

Bereits 6,5 Stunden nach Verabreichung wurden nur sehr geringe Rückstandsmengen in den verschiedenen Geweben beobachtet.
 

Metabolismus

Brotizolam wird teilweise metabolisiert (Hydroxylierung und Konjugation).
 

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung von 2 µg/kg Brotizolam unterliegt die Gesamtdosis zunächst einer schnellen Elimination (Halbwertszeit ca. 0,5 - 1 Stunden), die etwa drei Stunden nach Verabreichung in eine langsamere Eliminationsphase übergeht (Halbwertszeit ca. 5 Stunden).
36 Stunden nach Verabreichung werden nur noch vernachlässigbare Plasmaspiegel beobachtet.
Nach intravenöser Verabreichung einer Einzeldosis werden innerhalb von 24 Stunden 90% der Gesamtdosis ausgeschieden. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über den Kot: 70% im Vergleich zu 24% im Urin.
 

Indikationen

Zur Anregung der Fresslust bei Rindern.
Als Alleintherapeutikum bei Anorexie (z.B. infolge von Futterumstellungen), nach chirurgischen Eingriffen.
Als Zusatztherapeutikum bei der Acetonämie des Rindes.
 

Dosierung

Rind/Kalb:
2 µg/kg KGW entspricht 1 ml/100 kg Körpergewicht oder 0,5 ml/50 kg Körpergewicht.
 

Therapiedauer

In der Mehrzahl der Fälle genügt eine einmalige Anwendung. Bei Bedarf kann die Injektion einmal nach 12 Stunden wiederholt werden.
 

Applikationsart

Langsame intravenöse Injektion (siehe Vorsichtsmassnahmen).
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Geschwächte oder sedierte Tiere.
Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen eine Appetitstimulation primär kontraindiziert ist: Koliken, Dilatationen, Torsionen, Invaginationen des Darmes, Pansenüberladung, Obstipation, Obstruktionen, schwere Leber- und Nierenschäden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Aufgrund des Gehaltes an Propylenglykol können in seltenen Fällen lebensbedrohliche Schockreaktionen auftreten. Die Injektionslösung sollte daher langsam verabreicht werden und annähernd Körpertemperatur besitzen. Bei den ersten Anzeichen einer Unverträglichkeit ist die Injektion abzubrechen und gegebenenfalls eine Schockbehandlung einzuleiten.
Mederantil® soll bei symptomatischer Anorexie (Appetitmangel) nur als Ergänzung einer möglichst exakten Kausaltherapie und nach genauer Diagnosestellung verwendet werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Abhängig von der Dosierung und dem allgemeinen Gesundheitszustand kann es zu einer Sedation kommen, die wirkstoffbedingt ist und im allgemeinen rasch abklingt.
In Einzelfällen können Tiere nach zu schneller intravenöser Injektion zu Boden stürzen, erholen sich aber wieder rasch.
 
Milch und essbares Gewebe: keine
 

Wechselwirkungen

Wurden nicht beobachtet.
Bei gleichzeitigem Einsatz von Mederantil® zusammen mit anderen Tranquilizern oder Muskelrelaxantien sind additive Wirkungen nicht auszuschliessen.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich und zwischen 15 - 30°C aufbewahren.
 

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchfrist nach Entnahme der ersten Dosis: 28 Tage
 

Packungen

Flasche zu 50 ml

Abgabekategorie: B (Achtung: Betäubungsmittelgesetz beachten!)

Swissmedic Nr. 53'060

Informationsstand: 06/2005

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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