Genestran® ad us. vet., Injektionslösung
PDF-Version:  Deutsch  Français 
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Dr. E. Graeub AG

Synthetische Prostaglandin-Injektionslösung für Rinder, Pferde und Schweine

ATCvet-Code: QG02AD90

 

Zusammensetzung

(+)-Cloprostenolum  
ut (+)-Cloprostenolum natricum75 µg
Acidum citricum monohydricum 
Conserv.: Chlorocresolum1.0 mg
Aqua ad iniectabilia, pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Cloprostenol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Genestran enthält als Wirkstoff (+)-Cloprostenol, den biologisch aktiven Teil des synthetischen Prostaglandins Cloprostenol, welches ähnlich wie das natürliche endogene PGF wirkt. Da in Genestran nur das biologisch aktive (+)-Cloprostenol vorhanden ist, genügen bereits geringe Dosen, um luteolytische Effekte und/oder stimulierende Wirkungen auf das Myometrium zu erzielen.
Die Belastung durch Fremdsubstanzen wird gering gehalten und die notwendige Wartezeit auf ein Minimum reduziert.
 

Indikationen

Rind:

1. Brunstinduktion oder -synchronisation
Die Injektion von Genestran führt bei Vorhandensein eines ansprechbaren Corpus luteum zur Luteolyse und nach zwei bis vier Tagen zu einer Brunst mit Ovulation. Dieser Effekt ist erwünscht bei stiller Brunst (Suboestrus) oder Brunstlosigkeit (An­oestrus). Eventuell vorhandene Corpus luteum- oder Follikel-Lutein-Zysten bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Genestran kann auch zur Zyklusverkürzung oder Brunstsynchronisation verwendet werden.
 
2. Zur Entleerung eines physiologischen oder pathologischen Uterusinhaltes
Durch die stimulierende Wirkung von Genestran auf die Gebärmuttermuskulatur wird der Uterusinhalt entleert. Dies kann sowohl zur Geburtseinleitung (ab 260. Trächtigkeitstag) und Abortauslösung (bis 150. Trächtigkeitstag), als auch zur Ausstossung von mumifizierten Feten und pathologischen Sekreten angewendet werden. Die Geburtseinleitung, Abortauslösung oder Sekretentleerung bei einer Endometritis oder Pyometra erfolgt in der Regel ein bis zwei Tage nach der Genestran-Injektion.
 

Pferd:

Rosseeinleitung oder -verschiebung
Die Rosse tritt in der Regel 3 - 7 Tage nach der Injektion von Genestran ein. Darauf erfolgt die Ovulation nach 48 - 72 Stunden.
 

Schwein:

Geburtsinduktion
Die Injektion von Genestran führt ab dem 113. Tag der Trächtigkeit innert 24 - 36 Stunden zur Geburt.
 

Dosierung / Anwendung

Rind:

2 ml intramuskulär (150 µg)
Brunstauslösung: Eine intensive Brunstbeobachtung soll ab dem zweiten Tag nach der Applikation durchgeführt werden.
Brunstsynchronisation: Alle Tiere zweimal im Abstand von 11 Tagen behandeln.
 

Pferd:

0.3 - 0.5 ml intramuskulär (22.5 - 37.5 µg)
 

Schwein:

0.7 - 1 ml intramuskulär (52.5 - 75 µg)
 

Überdosierung

Für (+)-Cloprostenol existiert kein spezifisches Antidot. Bei Rind und Schwein sind keine Fälle von Überdosierung bekannt. Bei Pferden kann bei Überdosierung Schwitzen im Halsbereich und Durchfall auftreten.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht an trächtige Tiere verabreichen, ausser für die oben aufgeführten Indikationen.
 

Vorsichtsmassnahmen

Um anaerobe bakterielle Infektionen möglichst zu vermeiden, sollte die Injektion unter aseptischen Bedingungen erfolgen.
 
Schwein: Genestran nur bei bekanntem Decktermin einsetzen. Die Injektion soll frühestens am 113. Trächtigkeitstag erfolgen. Wenn die Injektion mehr als 2 Tage vor Ablauf der mittleren Tragezeit (115 Tage) efolgt, kann die Lebensfähigkeit der Ferkel beeinträchtigt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Wegen der lokalen ischämischen Wirkung von Prostaglandin F Analoga kann das Einbringen von Keimen bei der Verabreichung des Produktes zur Entstehung einer anaeroben Infektion führen, die gelegentlich ernsthaft sein kann. Bei ersten Anzeichen einer Infektion sollte eine hochdosierte antibiotische Therapie eingeleitet werden.
Rind: Nach Geburtseinleitung mit Genestran ist mit einem vermehrten Auftreten von Nachgeburtsverhalten zu rechnen.
Pferd: Nach der Injektion kann vorübergehend leichtes Schwitzen und Durchfall auftreten.
Schwein: Bis jetzt sind keine unerwünschten Wirkungen aufgetreten.
 
Essbare Gewebe: 1 Tag
Milch: Null Tage
 

Sonstige Hinweise

Genestran soll nicht mit der Haut in Kontakt kommen. Bei einer Kontamination muss die Hautstelle mit reichlich Wasser gewaschen werden. Schwangere Frauen, Asthmatiker und Personen mit anderen Erkrankungen der Atemwege sollen mit dem Präparat nicht in Berührung kommen.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und vor Licht geschützt lagern. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP." bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
 

Packungen

Durchstechflasche zu 20 ml.

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 53'053

Informationsstand: 12/2014

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2019 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.