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BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS

Panacur® Paste ad us. vet., orale Paste für Pferde und andere Equiden
 

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QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Dosierer (24 g) enthält:
Wirkstoff: 
Fenbendazol4.5 g
  
Sonstige Bestandteile: 
Methyl-4-hydroxybenzoat (E218)0.0408 g
Propyl-4-hydroxybenzoat0.0038 g
 
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Fenbendazol
 

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DARREICHUNGSFORM

Paste zum Eingeben
Weisse bis hellgraue Paste mit Apfel-Zimt-Geschmack
 

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KLINISCHE ANGABEN

4.1  

Zieltierart(en)

Pferde und andere Equiden
 

4.2   

Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart(en)

Einmalige Verabreichung von Panacur® Paste:
Zur Therapie beim Befall von Pferden und anderen Equiden mit Blutwürmern (adulte grosse und kleine Strongyliden sowie Larven kleiner Strongyliden im Darmlumen) und von benzimidazol-empfindlichen Spulwürmern (Ascaridae), Pfriemenschwänzen (Oxyurea) und Zwergfadenwürmern (Strongyloides).
 
Verabreichung der Paste an 5 aufeinander folgenden Tagen:
Zur Behandlung und Verminderung von benzimidazol-empfindlichen in der Darmschleimhaut enzystierten 3. Stadien von Larven der kleinen Strongyliden einschliesslich inhibierter früher 3. Stadien (larvale Cyathostominose) und von wandernden Larvenstadien grosser Strongyliden (S. vulgaris, S. edentatus) bei Pferden und anderen Equiden. Ovizide Wirkung gegen Eier von Magen-Darm-Strongyliden.
 

4.3   

Gegenanzeigen

Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

4.4   

Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart

Zu häufige, wiederholte Gaben von Anthelmintika der gleichen Wirkstoff-Klasse über längere Zeit sowie Unterdosierung können die Resistenzentwicklung von Helminthen fördern. Klinische Fälle mit Verdacht auf resistente Helminthen sind mit geeigneten Tests abzuklären. Falls die Testergebnisse einen Hinweis auf resistente Helminthen ergeben, ist die Wirkstoffklasse zu wechseln und ein Wirkstoff mit einem anderen Wirkmechanismus zu wählen.
 
Aufgrund der aktuellen Resistenzlage bei kleinen Strongyliden müssen Tierärzte und Besitzer den Erfolg der Behandlung bzw. die Resistenzlage überprüfen. Dies kann einmal jährlich durch eine quantitative Kotuntersuchung 7 - 10 Tage nach einer anthelminthischen Behandlung erfolgen.
 

4.5   

Besondere Warnhinweise für die Anwendung

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren
Nicht zutreffend.
 
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender
Beim Umgang mit dem Tierarzneimittel nicht rauchen, essen oder trinken. Nach Verabreichung des Tierarzneimittels Hände waschen.
 

4.6   

Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Keine bekannt.
 

4.7   

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode

Kann während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden, ausser bei Stuten, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

4.8   

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 
 
Zur oralen Verabreichung
Richtdosis: 7.5 mg Fenbendazol/kg Körpergewicht (KGW). Der Inhalt eines Dosierers reicht zur einmaligen Behandlung eines Tieres mit 600 kg KGW aus.
Für die Bekämpfung von enzystierten Cyathostominae-Larven werden 7.5 mg/kg KGW über 5 auf­einan­der folgende Tage verabreicht. (1 Oraldoser pro Tag)
Der durch Strongyloides westeri bei 2 - 3 Wochen alten Saugfohlen bedingte Durchfall ist mit 50 mg/kg KGW zu behandeln. Ein Oraldoser reicht hierbei für die Behandlung eines Fohlens mit 90 kg KGW aus.
Vor Eingabe der Paste ist darauf zu achten, dass sich kein Futter im Maul befindet. Nach Reinfektion ist die Behandlung mit Panacur® Paste zu wiederholen. Die Behandlung von enzystierten Larven in der Darmschleimhaut sollte idealerweise im Herbst (spät im Oktober bis November) und nochmals im Frühjahr vorgenommen werden. Bei Pferden mit schlechtem Ernährungszustand oder Neuzugängen, deren Entwurmungsprogramm nicht bekannt ist, sollte die 5-tägige Behandlung zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden.
Panacur® Paste ist sehr gut verträglich und wird wegen ihres angenehmen Geschmackes gerne aufgenommen. Diätmassnahmen sind während der Behandlung nicht erforderlich.
 
Empfehlungen für ein Programm zur Parasitenbekämpfung
Es sollten alle Pferde und Equiden in ein regelmässiges Parasitenbekämpfungsprogramm einbezogen werden. Da die Haltungsbedingungen sehr unterschiedlich sind, ist es dem Tierarzt überlassen, mit seinen epidemiologischen Kenntnissen und mit Hilfe regelmässiger Kotuntersuchungen für den jeweilligen Stall ein massgeschneidertes Programm zu erstellen.
Die Weidehygiene ist unbedingt zu beachten. Punkte, die ein Kontrollprogramm beeinflussen, sind nachfolgend angeführt:
-Häufigkeit von Weidehaltung generell
-Besatzdichte, Weidesystem (Stand- / Umtriebsweide)
-Herdenstruktur (Jungtieranteil)
-Kotbeseitigung von der Weide
-Alternierende Weidenutzung mit anderen Tierspezies
-Meteorologische Bedingungen (trockener / nasser Sommer)
 

4.10

Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls erforderlich

Aufgrund der guten Verträglichkeit von Fenbendazol sind keine Notfallmassnahmen erforderlich.
 
 
Essbare Gewebe: 5 Tage
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

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PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakotherapeutische Gruppe: Breitbandanthelminthikum der Benzimidazolcarbamatgruppe, Fenbendazol
ATCvet-Code: QP52AC13
 

5.1   

Pharmakodynamische Eigenschaften

Der grundlegende Mechanismus der anthelminthischen Wirkung von Fenbendazol ist eine Hemmung der Polymerisation von Tubulin zu Mikrotubuli. Dadurch werden wichtige strukturelle Eigenschaften der Helminthenzelle beeinträchtigt, wie die Ausbildung des Zytoskeletts, die Spindelbildung bei der Mitose sowie die Aufnahme und der intrazelluläre Transport von Nährstoffen und Stoffwechselsubstraten. Als Folge kommt es zu einer Erschöpfung der Energiereserven mit nachfolgendem Absterben des Parasiten und seiner Expulsion nach 2 - 3 Tagen.
Fenbendazol besitzt ebenfalls eine ovizide Wirkung, die nach ca. 8 Stunden eintritt. Der Wirkstoff ist hoch wirksam gegen adulte und immature Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmer, sowie gegen inhibierte und histotrope Larvenstadien.
 

5.2   

Angaben zur Pharmakokinetik

Fenbendazol wird nach oraler Verabreichung nur teilweise resorbiert und in der Leber zunächst zu Sulfoxid (Oxfendazol) und danach zu Sulfon und Aminen metabolisiert. Bei einmaliger oraler Verabreichung werden nach 4 Stunden maximale Plasmakonzentrationen (Tmax) erreicht. Bei Verabreichung an 5 aufeinander folgenden Tagen kommt es zu einer Akkumulation des Wirkstoffes und zu einer geringen Akkumulation seiner Metaboliten. Nach der letzten Verabreichung werden Fenbendazol und seine Metaboliten rasch aus den Plasma eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit von Fenbendazol und Fenbendazol-Sulfon beträgt 9.5 Stunden, vom Metaboliten Fenbendazol-Sulfoxid (Oxfendazol) beträgt sie 18.5 Stunden.
Die Ausscheidung des Wirkstoffes und seiner Abbauprodukte erfolgt überwiegend (> 90%) mit dem Kot, zum geringen Teil auch über den Urin oder mit der Milch.
 

5.3   

Umweltverträglichkeit

Keine Angaben.
 

6      

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1   

Verzeichnis der sonstigen Bestandteile

Carbomer 980
Methyl-4-hydroxybenzoat (E218)
Propyl-4-hydroxybenzoat
Propylenglycol
Glycerol 85%
Sorbitol-Lösung 70%
Apfel-Zimt-Aroma
Natriumhydroxid
gereinigtes Wasser
 

6.2   

Wesentliche Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
 

6.3   

Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit des Tierarzneimittels im unversehrten Behältnis: 36 Monate
 

6.4   

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur lagern (15°C - 25°C).
 

6.5   

Art und Beschaffenheit des Behältnisses

Oraldoser aus Polyethylen à 24 g Paste in Faltschachtel
Packungsgrösse:
1 Oraldoser mit 24 g Paste
 

6.6   

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder bei der Anwendung entstehender Abfälle

Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den geltenden Vorschriften zu entsorgen.
 

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ZULASSUNGSINHABER

MSD Animal Health GmbH
Weystrasse 20, 6006 Luzern
 

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ZULASSUNGSNUMMER(N)

Swissmedic 43473 042 24 g Dosierer
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung
 

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DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG / ERNEUERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erstzulassung:05.01.1982
Datum der letzten Erneuerung:25.08.2020
 

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STAND DER INFORMATION

23.10.2020
 

VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND / ODER DER ANWENDUNG

Nicht zutreffend.

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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