Minalgin ad us. vet., Injektions­lösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Streuli Pharma AG

Analgeticum, Antirheumaticum, Antipyreticum, Spasmolyticum für Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde und Katzen

ATCvet-Code: QN02BB02

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: Metamizolum natricum 500 mg.
Hilfsstoff: Aqua ad iniectabilia.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Metamizol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Metamizol, der in Minalgin enthaltene Wirkstoff, zeichnet sich durch analgetische, antipyretische, antiphlogistische sowie spasmolytische Eigenschaften aus. Der Wirkungsmechanismus von Metamizol beruht auf einer Hemmung der Prosta­glandinsynthese. Minalgin wird aufgrund seiner analgetisch/spasmo­lytischen Eigenschaften zur Behandlung von Spasmen der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Traktes (insbesondere bei Kolik) oder anderer Bauchhöhlenorgane eingesetzt. Die analgetisch/anti­phlogistische Wirkung wird bei der Therapie von schmerzhaften Muskel- und Gelenkserkrankungen ausgenützt. Aufgrund der primär zentral bedingten antipyretischen Eigenschaften kann Minalgin zur Fiebersenkung bei infektiösen Affektionen verwendet werden.
 

Indikationen

Schmerzzustände, besonders bei spastischen Zuständen von Bauchhöhlenorganen, Kolikschmerzen sowie Verletzungen wie:
 
-Kolikschmerzen der Pferde, Krampfkolik, Windkolik, Anschoppungs- und Verstopfungskolik
-Wehenschmerzen
-Kreuzschlag (Lumbago) der Pferde
-Schmerzhafte Erkrankungen und Entzündungsprozesse der Muskeln und Gelenke, wie z.B. Arthritiden
 
Die Richtdosierung beträgt bei allen Tierarten 20 ‑ 50 mg/kg Körpergewicht (entsprechend 1 ml pro 10 - 25 kg Körpergewicht).
Pferd, Rind:20 - 60 ml
Fohlen, Kalb:5 - 15 ml
Schaf, Ziege:2 - 8 ml
Schwein:10 - 30 ml
Hund:0.5 - 5 ml (je nach Grösse)
Katze:0.5 - 1 ml
 
Die Injektionen können intravenös (langsam!), subkutan oder intramuskulär verabreicht werden. Bei Kleintieren ist die subkutane oder intramuskuläre Injektion zu bevorzugen. Beim Pferd ist das Medikament intravenös zu applizieren, ebenso ist bei heftigen Schmerzen im Verlaufe einer Kolik oder anderer Erkrankungen die langsame intravenöse Injektion angezeigt. Die Wirkung setzt etwa 10 Minuten nach der Injektion ein und hält etwa eine Stunde an. Die Injektionen können nach Abklingen der Wirkung wiederholt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Arzneimittelallergie, insbesondere gegenüber Pyrazolonen, Schädigungen des hämatopoetischen Systems, Magen-Darm-Ulzera, hämorrhagische Diathese.
 

Vorsichtsmassnahmen

Wegen Schockgefahr ist Metamizol bei intravenöser Applikation langsam zu injizieren (konzentrierte Lösung).
Bei chronischen gastrointestinalen Störungen, Bronchialasthma und vorgeschädigten Nieren ist Vorsicht geboten. Ebenso sollte die Indikationsstellung bei hypotoner oder instabiler Kreislaufsituation streng gehandhabt werden. Bei längerer Behandlungsdauer oder bei Wiederaufnahme der Therapie ist insbesondere beim Pferd eine Kontrolle des Blutbildes angezeigt.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Schockgefahr bei zu rascher intravenöser Injektion. Wie bei anderen Entzündungshemmern sind gastrointestinale Reizungen, Ulzerationen im Gastro-Intestinal-Trakt sowie Beeinträchtigung der Nierenfunktion möglich. Blutbildveränderungen nach Langzeitanwendung können nicht ausgeschlossen werden. Beim Pferd wurden nach mehrmaliger Gabe hoher Dosen Leukozytendepressionen beobachtet.
Bei Überdosierung kommt es zu starkem Speichelfluss, Erbrechen, Kreislaufkollaps, zunächst erhöhter Atemfrequenz und Krämpfen, dann zu Koma und Atemlähmung. Die Therapie erfolgt symptomatisch.
 
Rind, Schaf, Ziege (i.v., i.m.):Milch: 2 Tage
Essbares Gewebe: 12 Tage
Schwein (i.v., i.m.):Essbares Gewebe: 12 Tage
Pferd (i.v.):Essbares Gewebe: 7 Tage
 
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
 

Wechselwirkungen

Bei Kombinationen mit Neuroleptika (besonders Phenothiazinderivaten) kann eine schwere Hypothermie ausgelöst werden.
 
Durch gleichzeitige Therapie mit Leberenzyminduktoren (Barbiturate, Phenylbutazon) kann die Halbwertszeit und damit die Wirkungsdauer von Metamizol verkürzt werden.
Gleichzeitige Gabe von Glukokortikoiden oder anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika verstärkt die möglichen Nebenwirkungen und vermindert die diuretische Wirkung von Furosemid.
 

Sonstige Hinweise

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Aufbrauchfrist nach der 1. Entnahme: 28 Tage.
 

Packungen

Ampullenflaschen zu 100 ml
Packungen zu 1 und 10 Ampullenflaschen

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 42'736

Informationsstand: 03/2008

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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