Butadion ad us. vet., Injektions­lösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Streuli Pharma AG

Antiphlogistikum, Analgetikum, Antirheumatikum für Pferde und Hunde

ATCvet: QM01AA01

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff:Phenylbutazonum 187 mg
Hilfsstoffe:Propylenglycolum, Natrii hydroxidum; Aqua ad injectabilia
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Phenylbutazon
 

Eigenschaften / Wirkungen

Das in Butadion ad us. vet. enthaltene Pyrazolonderivat Phenylbutazon besitzt ausgeprägte antiphlo­gis­tische und analgetische Eigenschaften, welche durch die lang­anhaltende irreversible Hemmung der Cyclo­oxy­genase und damit der Prostaglandinsynthese bewirkt werden.
Rheumatische Erkrankungen und Entzündungs- und Schmerzzustände nichtrheumatischer Genese gehören zum Indikationsbereich.
 

Pharmakokinetik

Phenylbutazon wird zu über 95% an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen beträgt nur 0,2 l/kg, aber Phenylbutazon reichert sich im Entzündungsexsudat an, wobei der die Prostaglandinsynthese hemmende Wirkstoffspiegel bis über 24 Stunden aufrecht erhalten wird. Die Plasmahalbwertszeiten betragen beim Pferd 3,5 - 11 Stunden und beim Hund 2,5 - 6 Stunden.
Phenylbutazon wird in der Leber verstoffwechselt, wobei u.a. als wirksamer Metabolit Oxyphenbutazon gebildet wird. Glukuronidierung findet bei Tieren nur in geringem Umfang statt. Die Elimination erfolgt überwiegend renal durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion. Die renale Elimination wird mit abnehmendem Harn-pH verzögert.
 

Indikationen

Akute entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates: Arthritis, Kontusionen, Distorsionen, rheumatische Erkrankungen, Krämpfigkeit, Schmerzen aller Art.
 
Pferd:4,5 mg Phenylbutazon/kg KGW/Tag, entsprechend 12 ml Butadion-Injektionslösung pro 500 kg KGW pro Tag langsam i.v.
 
Die paravenöse Injektion beim Pferd kann zu einer Venenreizung und Thrombophlebitis führen.
 
Hund:20 - 60 mg Phenylbutazon/kg KGW/Tag, entsprechend 0,1 - 0,3 ml Butadion-Injektionslösung pro kg KGW pro Tag i.m.
 
Bei intramuskulären Injektionen sollen beim Hund höchstens 2 ml an einer Stelle verabreicht werden.
 
Wiederholung mit gleicher Dosis nach 2 Tagen, sofern erforderlich.
Die Injektionen sind unter sorgfältiger Beachtung der Asepsis durchzuführen.
Die Anwendung bei neugeborenen Tieren ist zu vermeiden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Bei Überempfindlichkeit gegenüber Phenylbutazon, bei hochträchtigen und neugeborenen Tieren, sowie bei Tieren mit Magen-Darm-Ulcera, eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, Blutbildstörungen, hämorrhagischer Diathese, Schilddrüsenerkrankungen, dekompensierter Herzinsuffizienz sowie schwerer Hypertonie ist die Anwendung von Butadion ad us. vet. zu vermeiden.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Eine Injektion von Phenylbutazon muss beim Pferd streng intravenös erfolgen, da ansonsten hochgradige Reaktionen in Form von Gewebsnekrosen zu erwarten sind.
Bei längerdauernder Behandlung sind Blutbildkontrollen durchzuführen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Schädigungen der Magen-Darm-Schleimhaut (okkulte Blutungen bis Ulzerationen), welche zu Erbrechen, Anorexie, Kolik, Diarrhoe und Proteinverlusten führen können, sowie Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Verringerung der glomerulären Filtration) und Blutbildveränderungen (dosisabhängige Thrombozytopathie und Leukopenie) stehen im Vordergrund.
 
Nicht bei Equiden anwenden, die für die Gewinnung von Lebensmitteln vorgesehen sind.
 

Wechselwirkungen

Gleichzeitige Verabreichung von Glucocorticoiden verstärkt die ulzerogenen Wirkungen und erhöht die Gefahr von gastrointestinalen Blutungen, ebenso werden die Nebenwirkungen durch die gleichzeitige Gabe von anderen nichtsteroidalen Antiphlogistica und Antikoagulanzien verstärkt.
Ein erhöhtes Risiko nephrotoxischer Wirkungen besteht bei gleichzeitiger Gabe von Aminglycosidantibiotica.
Durch die hohe Proteinbindungsrate von Phenylbutazon werden andere Arzneimittel wie Digitoxin, Cumarine, Sulfonamide oder Phenytoin aus ihrer Plasmaproteinbindung gedrängt und so in ihrer Wirkung verstärkt.
Die diuretische Wirkung von Furosemid wird vermindert, die gleichzeitige Gabe von kaliumsparenden Diuretica erhöht die Gefahr einer Hyperkaliämie. Die Elimination von Penicillinen wird durch Hemmung der renalen tubulären Sekretion verzögert.
Durch Enzyminduktion wird der Abbau von Digitoxin und Corticosteroiden beschleunigt. Schilddrüsenhormontests werden gestört.
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
Nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwenden.
Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Ampullenflaschen zu 100 ml:
Packungen zu 1 und 10 Flaschen

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 42'726

Informationsstand: 11/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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