Perlutex ad us. vet.[L], Tabletten
PDF-Version:  Deutsch  Français 
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Dr. E. Graeub AG

HINWEIS: momentan nicht lieferbar (Lieferengpass)!

Orales Gestagenpräparat für Hunde und Katzen

ATCvet-Code: QG03DA02

 

Zusammensetzung

1 Tablette enthält:
Medroxyprogesteron. acet. 5 mg corresp. medroxyprogesteronum 4,45 mg
Excip. pro compr.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Medroxyprogesteron
 

Eigenschaften / Wirkungen

Medroxyprogesteronazetat, MPA (17α-hydroxy-6α-methylprogesterone acetate), ist ein Derivat von Progesteron (ein im Körper natürlich vorkommendes Hormon), welches im Gegensatz zu diesem auch bei oraler Gabe wirkt. Die Unterdrückung der Ovulation ist etwa 20 - 30 mal stärker als bei Progesteron. MPA hat nur progesteron-ähnliche, jedoch keinerlei androgene oder oestrogene Wirkung.
MPA unterbindet mittels einem "Feedback"-Mechanismus die Ausscheidung gonadotroper Hormone aus der Hypophyse und verhindert somit die Heranreifung der Follikel und Corpora lutea im Ovar.
 

Pharmakokinetik

Nach peroraler Verabreichung von Perlutex Tabletten, wird MPA im Gastrointestinaltrakt rasch, jedoch unvollständig resorbiert.
Die maximalen Plasmaspiegel werden bei Katzen und Hunden 1 - 6 Stunden nach peroraler Verabreichung erreicht. MPA wird in der Leber abgebaut und wird hauptsächlich über die Galle und nur in kleinen Mengen über den Urin ausgeschieden.
Bei der Katze ist auch eine Woche nach Verabreichung einer Perlutex-Tablette MPA noch immer nachweisbar, weshalb durch die wöchentliche Gabe ein ausreichend wirksamer Medroxyprogesteron-Spiegel erhalten bleibt.
 

Indikationen

Unterbruch und Verschiebung der Läufigkeit bei Hündinnen.
Langfristige Verhinderung der Rolligkeit bei der Katze.
 

Dosierung / Anwendung

Unterbruch und Verschiebung der Läufigkeit bei Hündinnen:
Hunde unter 15 kg Körpergewicht:
2 Tabletten täglich während 4 Tagen, danach 1 Tablette täglich während 12 - 14 Tagen.
Hunde über 15 kg Körpergewicht:
4 Tabletten täglich während 4 Tagen, danach 2 Tabletten täglich während 12 - 14 Tagen.
 
Katzen:
Verhinderung der Rolligkeit:
1 Tablette wöchentlich
Die Behandlung soll während des Dioestrus oder Anoestrus begonnen werden.
Die Tabletten haben eine Zierrille, die sich nicht zur Halbierung der Tablette eignet.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Perlutex sollte nicht verwendet werden bei:
-Tieren, welche die Geschlechtsreife noch nicht erlangt haben
-Trächtigen Hündinnen oder Kätzinnen oder bei Verdacht auf Trächtigkeit
-Fortpflanzungsstörungen bei Hunden und Katzen, Zyklusstörungen, Verdacht auf hormonelle Störungen, Anfälligkeit für Endometritiden
-Katzen und Hunden mit Leber- oder Pankreaserkrankungen
-Katzen und Hunden mit Diabetes mellitus und / oder Akromegalie
-Langzeitbehandlung von Tieren in der Hitze. Besonders bei älteren Tieren kann hier das Risiko von Störungen des Uterus steigen.
-Katzen oder Hunden mit Tumoren der Fortpflanzungsorgane, Milchdrüsen oder anderer Lokalisation
 

Vorsichtsmassnahmen

Wenn der Oestrus einer Hündin mit Perlutex unterbrochen wird, ist die nächste Läufigkeit häufig etwas früher als gewöhnlich zu erwarten. Bei der Kätzin dauert es unterschiedlich lange bis zum Wiedereintritt des Oestrus nach Therapieabbruch. Langzeittherapie (zur Unterdrückung von mehr als einem Oestrus) wird bei Zuchttieren nicht empfohlen.
Bei manchen Kätzinnen ist der Anoestrus oder der Dioestrus schwierig von einer frühen Trächtigkeit zu unterscheiden. Es empfiehlt sich, die Kätzin während eines vollen Zyklus zu isolieren, um sicher zu sein, dass mit der Behandlung von Perlutex vor der Rolligkeit begonnen wird.
Nicht während der Trächtigkeit oder Laktation verabreichen.
 

Spezielle Vorsichtsmassnahmen bei älteren Tieren:

Es wird empfohlen, eine regelmässige Urinkontrolle durchzuführen, um Glucosurie in Zusammenhang mit Diabetes mellitus auszuschliessen.
 

Spezielle Vorsichtsmassnahmen für Personen, welche Perlutex verabreichen:

Hände nach der Verabreichung waschen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Folgende Nebenwirkungen können bei Tieren meist kurz nach Behandlungsbeginn auftreten:
-Erhöhter Appetit und Gewichtszunahme. Die Futtermenge muss, falls nötig, reduziert werden.
-Verhaltensänderungen.
-Vergrösserung des Gesäuges.
Solche Symptome treten gewöhnlich nur vorübergehend auf.
Sehr selten auftretende unerwünschte Nebenwirkungen:
Zystische Hyperplasie des Endometriums, Mammatumore, Unterdrückung der Nebennierenfunktion, Diabetes mellitus, Akromegalie.
Das Risiko für unerwünschte Wirkungen besteht besonders dann, wenn das Präparat für Langzeitbehandlungen eingesetzt wird.
 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Der Besitzer sollte vor der Behandlung über die möglichen Risiken vollständig aufgeklärt werden.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP." bezeichneten Datum verwenden.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und vor Licht geschützt in der Originalverpackung aufbewahren.
 

Packungen

20 und 60 Tabletten.

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 37'837

Informationsstand: 05/2018

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2019 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.