mdi-book-open-variant Impressum mdi-help Hilfe / Anleitung mdi-printer Webseite ausdrucken mdi-bookmark Bookmark der Webseite speichern mdi-magnify Suche & Index Tierarzneimittel mdi-sitemap Sitemap CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-home Startseite CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-email Beratungsdienst: Email / Post / Fax / Telefon

1      

BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS

Methiocalcin ad us. vet., Infusionslösung für Rinder
 

2      

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Infusionslösung enthält:
Wirkstoffe:
Calcium (ut C. gluconas et borogluconas)18 mg
Magnesium (ut M. hypophosphis hexahydricus)0.9 mg
Phosphorus (ut M. hypophosphis hexahydricus)2.4 mg
N-Acetyl-DL-Methioninum50 mg
Glucosum monohydricum50 mg
Sonstige Bestandteile:
Acidum boricum35 mg
Methylis parahydroxybenzoas (E218)1.0 mg
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.
 

Wissenschaftliche Hintergrunddaten (CliniPharm Wirkstoffdaten)

○ Calciumgluconat ○ Glucose ● Magnesiumhypophosphit ○ Methionamin
 

3      

DARREICHUNGSFORM

Klare, farblose bis gelbliche Infusionslösung
 

4      

KLINISCHE ANGABEN

4.1  

Zieltierart(en)

Rind
 

4.2   

Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart(en)

Infusionslösung mit Calcium, Magnesium, Phosphor, Methionin und Glukose für Rinder
Gebärparese, Ketose, unterstützende Behandlung von Lebererkrankungen
 

4.3   

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei Hypercalcämie, Hypermagnesiämie, chronischer Niereninsuffizienz, Kalzinose, Azidose oder hepatoencephalen Syndrom.
 

4.4   

Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart

Keine
 

4.5   

Besondere Warnhinweise für die Anwendung

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren
Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen. Während der Infusion sind Atmung, Herzfrequenz und Kreislauf kontinuierlich zu kontrollieren. Beim Auftreten von Symptomen einer Überdosierung (insbesondere Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Unruhe) ist die Infusion sofort abzubrechen.
Vorsicht bei Verdacht auf Herzschäden (Calcium-Schock).
Bei calciumhaltigen Arzneimitteln kann es beim Überschreiten der maximalen Infusionsgeschwindigkeit zu allergischen Reaktionen, bedingt durch Histaminausschüttung, kommen.
 
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
 

4.6   

Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Auch bei therapeutischer Dosierung kann es durch den Calciumgehalt zu einer transienten Hypercalcämie kommen, die sich wie folgt zeigt:
-initiale Bradykardie
-Unruhe, Muskelzittern, Salivation
-Erhöhung der Atemfrequenz
Ein Anstieg der Herzfrequenz nach einer initialen Bradykardie ist als Zeichen für eine beginnende Überdosierung zu werten. In diesem Fall ist die Infusion abzubrechen.
Verzögerte Nebenwirkungen können in Form von Störungen des Allgemeinbefindens und mit Symptomen einer Hypercalcämie auch noch 6-10 Stunden nach der Infusion auftreten und dürfen nicht als Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden.
Siehe auch unter "4.10 Überdosierung".
 

4.7   

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode

Kann während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden.
 

4.8   

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen

Durch Calcium werden die kardialen Wirkungen von β-Adrenergika und Methylxanthinen verstärkt. Glukokorticoide erhöhen durch Vit. D Antagonismus die renale Ausscheidung von Calcium.
 
 
100 ml pro 100 kg KGW, langsam körperwarm i.v.
Bei Bedarf wiederholen.
 

4.10

Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls erforderlich

Bei zu schneller intravenöser Infusion oder Überdosierung kann es zu einer Hypercalcämie und/oder Hypermagnesämie mit kardiotoxischen Erscheinungen wie initiale Bradykardie mit nachfolgender Tachykardie, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen ventrikulärem Herzflimmern mit Herzstillstand kommen. Als weitere hypercalcämische Symptome sind zu beachten: motorische Schwäche, Muskelzittern, gesteigerte Erregbarkeit, Unruhe, Schweissausbrüche, Polyurie, Blutdruckabfall, Depression sowie Koma. In diesen Fällen ist die Infusion sofort abzubrechen.
Symptome einer Hypercalcämie können auch noch 6-10 Stunden nach der Infusion auftreten und dürfen aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome nicht als Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden.
 
 
Keine
 

5      

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakotherapeutische Gruppe: Mineralstoffsupplemente, Calcium, Kombinationen mit Vitamin D und/oder anderen Wirkstoffen
ATCvet-Code: QA12AX
 

5.1   

Pharmakodynamische Eigenschaften

Infolge einer Hypocalcämie kann die Kuh die ersten 24 bis 72 Stunden nach der Geburt in ein komatöses Festliegen fallen. Diese Gebärparese kann durch Infusion von Methiocalcin therapiert werden. Im Puerperium ist die Leber mit toxischen Stoffwechselprodukten und infolge Verfettung häufig stark belastet. Die Schutz- und Heilwirkung von Methiocalcin bewährt sich auch zur Entgiftung der Leber. Dieser Effekt kann auch bei anderen Lebererkrankungen genutzt werden. Die enthaltene Glucose bietet der puerperalen Kuh Energie und dient so auch zur Therapie der Ketose.
 
Calcium
Calcium zählt zu den wichtigsten Kationen im Organismus. Nur das freie ionisierte Calcium im Blut ist biologisch aktiv und wirkt als Regelgrösse für den Calcium-Haushalt. Das freie Calcium wirkt an vielen Stellen im Organismus, u.a. bei der Freisetzung von Hormonen und Neurotransmittern, Vermittlung der Wirkung von "second messengers", in der Blutgerinnung und bei der Entstehung von Aktionspotentialen erregbarer Membranen und der elektro-mechanischen Kopplung der Muskulatur.
Neben dem Ausgleich des Calciumdefizits bei einer akuten peripartalen Hypocalciämie wird der gefässabdichtende Effekt des Calciums auch bei der Behandlung von Krankheitsbildern mit erhöhter Gefässpermeabilität, wie Allergien und Entzündungen genutzt.
 
Magnesium
Magnesium stellt ein wichtiges Kation im Organismus dar. Es findet sich als Cofaktor in zahlreichen Enzymsystemen und Transportprozessen und ist für die Erregungsbildung und Erregungsleitung an Nerven und Muskelzellen von Bedeutung. Die Hypomagnesämie zeigt sich als Folge gesteigerter neuromuskulärer Erregbarkeit in Form von Hyperästhesie, unkoordinierter Bewegungen, Muskeltremor, Tetanie, Festliegen, fortschreitendem Bewusstseinsverlust und Arrhythmien bis hin zum Herzstillstand.
 
Methionin
Methionin hat als essentielle Aminosäure, die eine der wichtigsten Schwefelquellen im Organismus darstellt, eine entscheidende Bedeutung für den intermediären Stoffwechsel. Die Leber benötigt Methionin sowohl für den Abtransport von Lipiden und lipoiden Substanzen, als auch für die Entgiftung toxischer Substanzen.
 
Glucose
Glucose stellt die Energie für die durch Ca- und Mg-Ionen eingeleiteten Vorgänge bereit und steigert die Entgiftungsfunktion bei Intoxikationen und parenchymatösen Lebererkrankungen.
 
Phosphor
Phosphor hat eine aktivierende Wirkung auf den Regenerationsprozess des erkrankten Organismus.
 

5.2   

Angaben zur Pharmakokinetik

Keine Angaben
 

5.3   

Umweltverträglichkeit

Keine Angaben
 

6      

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1   

Verzeichnis der sonstigen Bestandteile

Acidum boricum
Methylis parahydroxybenzoas (E218)
Natrii hydroxidum
Aqua ad iniectabilia
 

6.2   

Wesentliche Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
 

6.3   

Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit des Tierarzneimittels im unversehrten Behältnis: 36 Monate
Restlichen Inhalt nach Anbruch der Flasche verwerfen.
 

6.4   

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur lagern (15°C - 25°C).
 

6.5   

Art und Beschaffenheit des Behältnisses

Infusionsflasche aus Kunststoff zu 500 ml
 

6.6   

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder bei der Anwendung entstehender Abfälle

Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den geltenden Vorschriften zu entsorgen.
 

7      

ZULASSUNGSINHABERIN

Dr. E. Graeub AG
Rehhagstrasse 83
3018 Bern
Tel.: 031 / 980 27 27
Fax: 031 / 980 27 28
info@graeub.com
 

8      

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Swissmedic 32'960'014 500 ml
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung
 

9      

DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG / ERNEUERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erstzulassung:11.10.1967
Datum der letzten Erneuerung:01.07.2021
 

10    

STAND DER INFORMATION

28.09.2021
 

VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND / ODER DER ANWENDUNG

Nicht zutreffend

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

© 2022 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.