Primucell FIP® ad us. vet.
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Zoetis Schweiz GmbH

Lebend, attenuierter Coronavirus-Impfstoff zur Prophylaxe der FIP bei Katzen

ATCvet-Code: QI06AD02

 

Zusammensetzung

1 Dosis Trockensubstanz enthält:
Lebend, attenuiertes FIP-Virus (Feline Infektiöse Peritonitis)
Stamm DF2-ts*104.8 GKlD50**/Dose
 
*temperatursensitive Mutante
**Gewebekulturinfektiöse Dosis 50%
 
Conserv. : Gentamicinsulfatmax. 100 mcg
 
Lösungsmittel:
Wasser für Injektionszwecke0.5 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Felines Coronavirus
 

Eigenschaften / Wirkungen

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) der Katzen ist eine komplexe Erkrankung, deren Pathogenese noch nicht völlig geklärt ist. Coronaviren vom Typ FlPV verursachen die Krankheit.
Die Übertragung geschieht meist direkt von klinisch inapparenten Trägerkatzen. Auch eine indirekte Übertragung scheint möglich, da gewisse Coronaviren lange in der Aussenwelt überleben.
Aufgenommene Viren replizieren im Atmungs- oder Darmtrakt. Dabei treten meist keine oder nur milde klinische Symptome auf. In einer zweiten Phase streut das Virus, nach Überwinden der Schleimhautschranke, aufgenommen durch Makrophagen in den gesamten Körper. Die erfolgreiche Abwehr der Krankheit hängt dann von einer adäquaten zellvermittelten Immunantwort ab. Tritt diese nicht oder nur schwach zusammen mit einer übersteigerten bzw. starken humoralen Immunantwort auf, so erkrankt die Katze an der feuchten bzw. trockenen Form der FIP.
Primucell FIP® greift bei den entscheidenden Schritten der Pathogenese ein. Das temperatursensitive Impfvirus vermehrt sich nur im oronasalen Raum, der Eintrittspforte der natürlichen Coronavirusinfektionen und stimuliert eine Schleimhautimmunität. Von dort ausgehend wird auch eine zellvermittelte Immunantwort aufgebaut.
 

Indikationen

Aktive Immunisierung von Katzen zur Verringerung der Mortalität durch die feline infektiöse Peritonitis (FIP).
 

Dosierung / Anwendung

Intranasal
Mit Hilfe der beigefügten Pipette den Trockenimpfstoff mit dem gesamten Lösungsmittel (0.5 ml) rekonstituieren. Jeweils eine Hälfte der Dosis (0.25 ml) in jedes Nasenloch applizieren. Nach der Rekonstitution ist der Impfstoff unverzüglich zu verwenden.
Bei der Verabreichung der Vakzine die Nase der Katze nicht mit der Pipette berühren.
 

Impfschema

1. Impfung: ab der 16. Lebenswoche.
2. Impfung: 3 Wochen nach der Erstimpfung.
Eine jährliche Auffrischimpfung wird empfohlen.
Die Immunität tritt rund 4 Wochen nach der zweiten Impfung ein.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Trächtige Katzen sollten nicht mit dem Impfstoff behandelt werden.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Es sollen nur gesunde Tiere geimpft werden.
Nur zur intranasalen Anwendung. Nicht in Kombination mit anderen intranasalen Impfstoffen verabreichen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Vaccinovigilance-Meldung erstatten
 
Nach der intranasalen Verabreichung kann es vorübergehend zu vermehrtem Niesen, Schnaufen, Lecken oder Reiben der Nase kommen.
Im Falle einer anaphylaktischen Reaktion soll Adrenalin oder ein Äquivalent verabreicht werden.
 
Falls unerwünschte Wirkungen auftreten, insbesondere solche die nicht aufgeführt sind, melden Sie diese unter www.vaccinovigilance.ch.
 

Wechselwirkungen

Es liegen keine Informationen zur Unschädlichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes bei gleichzeitiger Anwendung eines anderen veterinärmedizinischen Produktes vor. Ob der Impfstoff vor oder nach Verabreichung eines anderen veterinärmedizinischen Produktes verwendet werden sollte, muss daher fallweise entschieden werden.
 

Sonstige Hinweise

Es ist möglich, dass einzelne Tiere nach der Impfung keine adäquate lmmunantwort bilden. Dies trifft vor allem bei gestressten, unterernährten oder bereits an einer Krankheit leidenden Tieren zu.
Im Infektionsversuch konnten 85% der geimpften Katzen ausreichend geschützt werden. 77% der Kontrollkatzen starben.
 
Die Impfung ist nur bei FCoV seronegativen Katzen bzw. bei Katzen mit einem niedrigen FCoV-Titer (< 100, getestet mit IFA) vorzunehmen.
Infektionen mit felinen Coronaviren und daraus möglicherweise resultierender FIP-Erkrankung sind v.a. ein Problem in der Katzenzucht, in Tierheimen sowie -pensionen und Mehrkatzenhaushalten, das nicht ausschliesslich durch Impfung zu kontrollieren ist. Flankierende Massnahmen zur Verringerung des Infektionsdrucks sind unerlässlich:
-Verkleinerung sowie räumliche Trennung einzelner Katzengruppen
-Optimierung der Hygienemassnahmen
-Überwachung von Virusausscheidern (FCoV) und getrennte Haltung von Tieren mit hoher Virusausscheidung
 
Es gibt bis heute keinen zuverlässigen Test um eine Erkrankung mit dem felinen infektiösen Peritonitisvirus zu diagnostizieren. Sobald sich die Erkrankung klinisch manifestiert, ist sie nicht mehr therapierbar.
 
Kühl lagern und transportieren (2 - 8 °C). Vor Licht und Frost schützen.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp" bezeichneten Datum verwendet werden.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
 

Packungen

Der Impfstoff ist in Einzeldosis-Durchstechflaschen aus Glas abgefüllt.
Packung à 10 × 1 Dosis Trockenimpfstoff und 10 × 0.5 ml Lösungsmittel mit Pipetten.

Abgabekategorie: B

IVI Nr. 1430

Informationsstand: 10/2017

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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