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Anwendungen

Anerkannte tiermedizinische Anwendung

-In 2 klinischen Studien (eine davon doppelblind, kontrolliert) wurde eine standardisierte 10%ige Teebaumölcrème bei Hunden mit akuter oder chronischer, nicht generalisierter Dermatitis mit Juckreiz geprüft. Die standardisierte Teebaumölcrème erwies sich für die symptomatische Behandlung einer lokal begrenzten, nicht generalisierten Dermatitis als eine schnell und gut wirksame, topisch einsetzbare Zubereitung, die ausserdem rasch einzieht und gut hautverträglich ist. Der Juckreiz hatte in der Teebaumölgruppe gegenüber einer Kontrollgruppe innerhalb kurzer Zeit signifikant abgenommen (Fitzi et al., 2002; Reichling et al. 2004; Reichling et al., 2016).
-In der Praxis bestätigt sich die Wirksamkeit von 10 % Teebaumöl in geeigneter Crèmegrundlage oder fettem Öl (Johanniskrautöl, Mandelöl) bei durch Malassezia pachydermatis verursachter Otitis externa. Insbesondere in der Kombination mit Johanniskrautöl kommt es innerhalb weniger Tage zum Rückgang von Entzündung und Juckreiz (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Teebaumöl bei Vaginitis der Hündin: Teebaumöl-Vaginalzäpfchen haben sich für die Therapie von Vaginitiden durch Candida albicans, Streptococcus spp. und Staphylococcus spp. (auch Mischinfektionen) bewährt. Die Anwendung erfolgte i.d.R. 2-mal täglich für 2-3 Wochen. Anschliessend wurden über 2-3 Wochen Vaginalovula oder -crèmes mit Milchsäurebildnern (HM) einsetzen. Auf diese Weise kamen auch chronische und rezidivierende Vaginitiden zur Ausheilung (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
 

Traditionelle Anwendung

-Äusserlich bei bakteriellen Infektionen und Pilzinfektionen der Haut und Vaginalschleimhaut; zur Eradikation von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus); bei eitriger Dermatitis, besonders mit Juckreiz, Hautfalten- und Zwischenzehenpyodermie, Panaritium (unverdünnt), Otitis, Dermatophytosen, Zwischenzehenekzem oder Otitis durch Malassezia pachydermatis beim Hund, bei Vaginitis der Hündin; bei Mauke (verdünnt), Strahlfäule (unverdünnt) des Pferdes (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Äusserlich bei Dermatitis mit Juckreiz (Reichling et al., 2016).
-Äusserlich bei Husten und Bronchitis der Pferde (Brendieck-Worm et al., 2015).
-Äusserlich als unterstützende Verwendung bei Hautaffektionen wie Akne, Pilzbefall, Warzen oder Nagelbettentzündungen (Panaritien); für Maulspülungen bei Entzündungen der Maulschleimhaut; Atemwegserkrankungen wie Husten und Bronchitis bei Pferden; bei Zerrungen, Schwellungen und rheumatischen Beschwerden (Aichberger et al., 2012).
 

Dosierung und Zubereitung

Äusserliche Anwendung
-Antiseptische Wundreinigung: hierzu 30-40 Tropfen Teebaumöl auf 250 ml Wasser oder physiologische Kochsalzlösung geben, vor der Anwendung gut schütteln (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Einreibung: hierzu 5-10 % Teebaumöl in fettes Pflanzenöl (Mandelöl, Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl) einmischen (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Crème, Salbe: hierzu 1-10 % Teebaumöl in geeignete Salbengrundlage einarbeiten (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Crème, Salbe: 10%iges Teebaumöl in Mandelöl oder Olivenöl, 2-mal täglich (Reichling et al., 2016).
-Crème, Salbe: Teebaumöl mit Trägeröl (u.a. Mandelöl, Olivenöl) verdünnt verwenden (1 Teil Teebaumöl & 20 Teile Trägeröl) (Aichberger et al., 2012).
-Unverdünntes Teebaumöl: nur bei kleinen Wunden, Stichen oder Pilzinfektionen wie Nagelbettmykosen (Aichberger et al., 2012).
-Spülung: verdünntes Teebaumöl für Maulspülungen bei Entzündungen der Maulschleimhaut (Aichberger et al., 2012).
-Inhalation: einige Tropfen Teebaumöl in einen Eimer mit heissem Wasser geben und das Pferd inhalieren lassen oder auch (mit Obstessig oder Wasser) verdünntes Teebaumöl auf Hals, Stirn und Brust des Tieres auftragen (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm et al., 2015).
-Insektenabwehr: Teebaumöl mit Obstessig verdünnen und im Stall oder am Tier aufsprühen (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm et al., 2015).
-Umschlag: mit verdünntem Teebaumöl bei Zerrungen, Schwellungen und rheumatischen Beschwerden (Aichberger et al., 2012).
Vaginitis der Hündin:
-Öl: hierfür 1 Teil Teebaumöl auf 100 Teile Olivenöl geben (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Vaginalcrème: hierfür ca. 1% Teebaumöl in eine Crèmegrundlage einarbeiten (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Vaginalzäpfchen (1-2 g): hierfür ca. 1% Teebaumöl in eine geeignete Trägersubstanz einarbeiten (Hartfett/Adeps solidus, Kakaobutter, Kokosfett); 2-mal täglich für 2-3 Wochen, anschliessend über 2-3 Wochen Vaginalovula oder -crèmes mit Milchsäurebildnern (HM) eingesetzen. Es empfiehlt sich, vor Beginn der Therapie einen Vaginalabstrich zu machen und ein Aromatogramm (Test zur antibakteriellen und antimykotischen Wirksamkeit von ätherischen Ölen) anfertigen zu lassen (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
 
Kombinationen
Pflegeprodukte mit Teebaumöl: Teebaumöl u.a. kombiniert mit Arnikaöl, Johanniskrautöl, Kamillenöl, Lavendel, Oreganumöl, Ringelblumenöl, Rosmarin und Schwarzkümmel.
 

Hinweise

-Teebaumöl grundsätzlich nicht bei der Katze anwenden (Brendieck-Worm & Melzig, 2021; Reichling et al., 2016).
-Teebaumöl nicht bei Katzen anwenden, hier sind Vergiftungen bis hin zum Tod möglich (Aichberger et al., 2012).
Gegenanzeigen:
-Teebaumöl sollte beim Tier nicht innerlich angewendet werden (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Teebaumöl darf nicht innerlich verwendet werden (Aichberger et al., 2012).
-In der Literatur sind mehrere Berichte über orale Toxizität zu finden. Die Daten weisen darauf hin, dass Teebaumöl aufgrund seiner systemischen Toxizität nur als topisches Mittel verwendet werden sollte (EMA, 2014).
-Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Teebaumöl, Teebaumölbestandteilen oder Teebaumölabbauprodukten, die durch falsche Lagerung entstehen (Reichling et al., 2016).
-Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Teebaumöl nicht verwenden (bei Pferden sind Allergien bekannt) (Aichberger et al., 2012).
Weitere Hinweise:
-Teebaumöl zur Therapie sollte nicht mehr als 15% 1,8-Cineol enthalten, da es sonst zu stark reizt (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Bei Säuglingen sollten nur Teebaumöl-Zubereitungen bis maximal 0.5 % angewendet werden (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Es kann eine Kontaktdermatitis induziert werden (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-In unverdünnter Form angewendet kann es zu entzündlichen Hautreaktionen kommen (Reichling et al., 2016).
-Grossflächig nicht unverdünnt einsetzen, da unverdünntes Teebaumöl stark hautaustrocknend und reizend wirkt (Aichberger et al., 2012).
-Bei grossflächiger äusserlicher Anwendung sind beim Menschen und beim Hund neurologische Symptome beschrieben worden (Schwäche, Atemdepression, Tremor, Paresen) (Brendieck-Worm & Melzig, 2021; Reichling et al., 2016).
-Teebaumöl luftdicht, kühl und dunkel lagern. Durch die Einwirkung von Sauerstoff und Sonnenlicht kommt es zu qualitätsbeeinflussenden Oxidationsprodukten im Öl (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
-Es sind Teebaumöle nach PhEur. oder ISO 4790 zu empfehlen (Brendieck-Worm & Melzig, 2021).
 

Toxizität

-Akute orale LD50 bei Ratten: 1.9-2.6 ml/kg (1.4-2.7 g/kg Körpergewicht) (EMA, 2014).
-Auf der Grundlage der verfügbaren Informationen über die systemische Toxizität von Teebaumöl-Bestandteilen bei wiederholter Verabreichung wurde in der Stellungnahme des SCCP (Scientific Committee on Consumer Products) ein abgeleiteter NOAEL-Wert für Teebaumöl von 117 mg/kg Körpergewicht/Tag für Niereneffekte geschätzt (SCCP 2008, Norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Matthylsyne) 2012; EMA, 2014).
 

Verfügbarkeit

Siehe unter Fertigpräparate und -produkte Schweiz und Deutschland; Teebaumöl ist in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2022).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Teebaumöl ist nicht auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, d.h. darf bei Nutztieren nicht als Wirkstoff eingesetzt werden.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): kein Eintrag.
 

Doping

Teebaumöl ist keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
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