mdi-book-open-variant Impressum mdi-help Hilfe / Anleitung mdi-printer Webseite ausdrucken mdi-bookmark Bookmark der Webseite speichern mdi-magnify Suche & Index Arzneidrogen mdi-sitemap Sitemap CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-home Startseite CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-email Beratungsdienst: Email / Post / Fax / Telefon

Anwendungen

Ethnoveterinärmedizinische Studien

Gemäss einer Übersichtsarbeit zu ethnoveterinärmedizinischen Studien Europas wird Aesculus hippocastanum L. u.a. bei Pferden mit gastrointestinalen Beschwerden sowie als Antidiarrhoikum und intestinales Antiphlogistikum eingesetzt (Mayer et al., 2014).
 

Traditionelle Anwendung

-Innerlich bei chronisch venöser Insuffizienz, Varikosis, posttraumatischen und postoperativen Weichteilschwellungen, Hämatomen; bei Venenentzündung, Beinvenenthrombose, venösem Ulkus und Hämorrhoiden (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Innerlich bei Hunden mit Kapillarblutungen, Venenentzündung, auch infolge Thrombenbildung, und Ödemen (Reichling et al., 2016).
-Innerlich bei Pferden mit Schweratmigkeit; bei Husten und Katarrhen (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Innerlich bei Diarrhoe (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Innerlich und äusserlich gut geeignet bei Frakturödem und postoperativen Weichteilschwellungen (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Äusserlich zur Behandlung von Rhagaden und Fissuren (Reichling et al., 2016).
 

Dosierung und Zubereitung

Innerliche Anwendung
-Rosskastaniensamen gemahlen (1.5% Aescin): die Dosierung für Grosstiere können von der Humandosierung abgeleitet werden (Tagesdosis Mensch: 50-60 mg Aescin) (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Rosskastaniensamentinktur, standardisierte Fertigarzneimittel (ethanolisch-wässrige Extrakte 1:10, als Retard-Formulierung, HM): Hund 10-15 Tropfen 1mal täglich in Wasser verdünnt unmittelbar vor dem Füttern, während 5-7 Tagen (Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Reichling et al., 2016).
 
Äusserliche Anwendung
-Rosskastanienextrakt-Salben (2% Aescin): 1-2mal täglich auftragen (Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Reichling et al., 2016).
 

Hinweise

-Rosskastanienzubereitungen sind für Katzen eingeschränkt geeignet, wiederholte Anwendung nur nach strenger Indikation: niedrig dosieren, Wiederholung maximal jeden 2. Tag (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Mögliche Wechselwirkungen mit Antikoagulantien, Diuretika, Insulin und oralen Hypoglykämika (Wynn & Fougère, 2007).
Gegenanzeigen:
-Rosskastanienzubereitungen nicht zusammen mit blutgerinnungshemmenden Mitteln einnehmen, da deren Wirkung verstärkt werden kann (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Bei Nierenschädigung/Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten, ebenso während der Trächtigkeit und der Säugeperiode (Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Reichling et al., 2016).
-Nicht aus offene Wunden auftragen (Reichling et al., 2016).
 

Toxizität

-In Langzeitversuchen an Hunden konnte auch in Dosen, die dem 8-fachen der Humandosis entsprachen, keine Toxizität festgestellt werden. Höhere Dosen verursachten Erbrechen (Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Reichling et al., 2016).
-Nach der oralen, 34 Wochen langen Verabreichung eines Trockenextraktes (50% V/V, standardisiert auf eine Aescinkonzentration von 50 mg in 240-290 mg Extrakt) an Hunde in einer Dosierung von 20, 40 oder 80 mg/kg Körpergewicht/Tag, an 5 Tagen/Woche, und an Ratten in einer Dosierung von 100, 200 and 400 mg/kg Körpergewicht/Tag konnte weder eine toxischer Effekt noch eine Veränderung der Organe festgestellt werden. Die höchste Dosierung bei den Hunden entsprach der 8-fachen therapeutischen Dosis bei Menschen, diejenige der Ratten, der 40-fachen (EMA, 2020).
-Die Akzeptanz von Rosskastanienpulver ist erfahrungsgemäss schlecht. Es sollte deshalb nicht pur verabreicht werden (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
-Siehe auch unter Aesculus hippocastanum L.
 

Verfügbarkeit

Siehe unter Fertigpräparate und -produkte Schweiz und Deutschland; Tinkturen sind in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2020).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Aesculus hippocastanum, Samen, sind auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, dürfen in der Potentierung D1 oder höher bei Nutztieren als Wirkstoff eingesetzt werden und erfordern keinen Rückstandshöchstgehalt.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): Hippocastani fructus (geschnitten, pulverisiert) ist registriert unter 003617-EN (2013-04-17).
 

Doping

Hippocastani semen sind keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
© 2023 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.