Symphyti radix; Consolidae radix; Radix consolidae; Radix symphyti - Veterinärmedizin
Arzneipflanzen
Phytotherapie
 

Anwendungen

Ethnoveterinärmedizinische Studien

Gemäss einer Übersichtsarbeit zu ethnoveterinärmedizinischen Studien Europas wird Symphyti radix als Dermatologikum (zur Behandlung von Wunden und Ulzera), zur Euterbehandlung, für das muskuloskelettale System sowie als systemisches Antiinfektivum eingesetzt (Mayer et al., 2014).
 

Traditionelle Anwendung

-Nur äusserlich bei Prellungen, Verstauchungen (Pferd) und Zerrungen (Schmid et al., 2012; Reichling et al., 2016).
 

Dosierung und Zubereitung

Äusserliche Anwendung
-Wurzel, Blätter und Kraut in Form von Umschlägen und Pasten: Abkochungen (1:10) für Umschläge; Brei frischer Wurzeln zur Zubereitung von Pasten (Reichling et al., 2016).
 

Hinweis

-Die Anwendung darf nur auf intakter Haut erfolgen (Hagers Enzyklopädie, 2014).
 

Toxizität

-Die Beinwellwurzel ist aufgrund des Pyrrolizidinalkaloid-Anteils potentiell toxisch. Die heute üblichen arzneilich verwendeten Extrakte sind jedoch durch Spezialverfahren nahezu vollständig Pyrrolizidinalkaloid-frei (Hagers Enzyklopädie, 2009; Teuscher et al., 2012).
-Bei Ratten sind nach Verfütterung einer Diät mit 1-8% Symphyti radix während mehreren Monaten Lebertumore aufgetreten (EMA, 1999).
 

Fertigpräparate

Siehe unter Tierarzneimittel. Beinwell ist enthalten in Symphasan-Gel. Die getrocknete und geschnittene Droge sowie Extrakte sind in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2018).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Symphyti radix ist auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, darf bei Nutztieren topisch auf intakter Haut eingesetzt werden, erfordert keinen Rückstandshöchstgehalt.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): die getrocknete, gepulverte Wurzel von Symphytum officinale ist in der EU als Einzelfuttermittel registriert unter 03669-EN (2013-05-15).
 

Doping

Die Beinwellwurzel ist keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
 
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