Letale Dosis / Toxische Dosis

TDmin Rind p.o.:60 g getrocknete Bitterlupinen/kg Körpergewicht (Liebenow & Liebenow, 1993).
LD50 Ratte p.o.:2.3 g/kg Körpergewicht der Alkaloidmischung aus Lupinus angustifolius (Teuscher & Lindequist, 2010).
TD Rind p.o.:1.4 g Anagyrin/g Trockenmasse (Teuscher & Lindequist, 2010).
LD50 Maus i.p.:175 mg Lupanin/kg Körpergewicht (Panter, 2004).
TD Schaf p.o.:2.5 µg Phomopsin/kg Körpergewicht (Teuscher & Lindequist, 2010).
LD50 Schaf p.o.:40 µg Phomopsin/kg Körpergewicht (Teuscher & Lindequist, 2010), 1000-1350 µg Phomopsin A/kg Körpergewicht (Allen, 2004).
LD50 Ratte p.o.:5 mg Phomopsin A/kg Körpergewicht (Allen, 2004; Teuscher & Lindequist, 2010).
LD50 Schaf i.p., s.c.:10-27 µg Phomopsin A/kg Körpergewicht (Allen, 2004).
LD50 Ratte i.p., s.c.:5.5 mg Phomopsin A/kg Körpergewicht (Allen, 2004).
 

Klinische Symptome

Teratogenese bei Ziege, Schaf und Rind ("Crooked calve disease") durch die Einnahme Anagyrin- oder Piperidinalkaloid-haltiger Lupinen zwischen dem 38.-70. Trächtigkeitstag: Deformation der Rückenwirbel und der Gliedmassen sowie Kontrakturen und Gaumenspalte bei neugeborenen Kälbern. Die Alkaloide bleiben in der Milch aktiv. Nur Kälber mit milden Kontrakturen an den Vorderläufen können sich erholen und normal aufwachsen (Green et al., 2010; Liebenow & Liebenow, 1993; Panter, 2004; Panter et al., 2013).
 
Akute neurologische Erkrankung (Lupinismus) durch Quinolizidinalkaloide bei Schafen, manchmal bei Rindern, 15-30 Minuten nach Ingestion.
Schaf: angestrengtes Atmen, Apathie, gefolgt von Koma und Tod innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen. Es können auch Agitation, Drangwandern oder Kopfpressen auftreten, nach einer Phase mit Tremor und Krämpfen, Tod durch Atemlähmung.
Rind: zuerst exzessive Salivation mit Schaumbildung, Zähneknirschen, dann Ataxie, Muskelschwäche, Seitenlage und möglicherweise Tod durch Atemlähmung.
Bei nicht letalen Verläufen ist die Prognose in der Regel gut und die Erholung vollständig (Liebenow & Liebenow, 1993; Panter, 2004; Panter et al., 2013; Teuscher & Lindequist, 2010).
 
Lupinose: Hepatopathie, verursacht durch toxische Phomopsine, primär bei Schafen, jedoch auch bei Rindern, Ziegen, Eseln, Pferden, Schweinen, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Ratten, Hunden, Enten und Hühnern.
Schafe und Pferde sind am empfindlichsten, eine Rolle spielen auch Alter und Trächtigkeitsstatus. Die schwere Leberschädigung äussert sich mit Inappetenz, Konditionsverlust, Lethargie, Gelbsucht, oft mit Todesfolge.
Abhängig von der eingenommenen Toxinmenge verläuft die Erkrankung akut, subakut oder chronisch.
Andere direkt betroffene Organe sind Nieren, Nebennieren, Pankreas, hepatische Lymphknoten, Pansen und Netzmagen. Überlebende Tiere zeigen eine hepatogene Fotosensibilisierung (Rinder häufig, Schafe sehr selten). Die Lupinose wird auch mit Aborten (späte Trächtigkeitsphase bei Schaf und Rind) sowie mit Embryonaltod (Schaf, frühe Trächtigkeit) assoziiert. Schafe mit Hepatoencephalopathie stehen abseits der Herde, sind desorientiert und zeigen Manegebewegungen oder Kopfpressen.
4-9 Monate alte Schafe können eine Vitamin E/Selen-therapieresistente Myopathie, primär der Skelettmuskulatur, entwickeln. Betroffene Schafe zeigen Steifheit bis Bewegungsunlust, einen aufgekrümmten Rücken und untergestellte Beine.
Blutparameter: Leberwerte (γ-Glutamyltransferase/GGT, Alkalische Phosphatase/AP, Aspartat-Aminotransferase/AST), totales Bilirubin und Triglyceride im Plasma erhöht.
-Chronische Lupinose: Albumin im Blutplasma vermindet, Globulin und Cholesterol erhöht; Schafe: erhöhter Hämatokrit-Wert (vermutlich dehydrationsbedingt), Leukozytose und Neutrophilie.
-Akute Lupinose: Cholesterol im Blutplasma vermindert; Schafe: Anämie.
-Schafe mit Lupinose-assoziierter Myopathie: erhöhte Kreatininkinaseaktivität im Blutplasma; bei gleichzeitiger Nephrose und degenerativen Veränderungen der Nebennierenrinde: Harnstoff-, Kreatinin- und Magnesium-Serumspiegel erhöht, Natrium- und Bicarbonat-Werte erniedrigt.
(Allen, 2004; Schloss et al., 2015; Teuscher & Lindequist, 2010)
 
Meerschweinchen: 5-10 Minuten nach Verabreichung grösserer Mengen Lupinenalkaloide Erregungszustände, Paralyse und Tod; bei kleinen Dosen Erholung nach 5-6 Stunden (Teuscher & Lindequist, 2010).
 
Schildkröten: Lupinen sind giftig für Schildkröten.
 

Therapie

Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie)
 

Sektionsbefunde

 
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