Colchicum autumnale - Veterinärtoxikologie
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Letale Dosis

Alle Tierarten:1 mg/kg Körpergewicht Colchicin p.o.; starke Diarrhoe ab 0.25 mg/kg Körpergewicht (Wiesner, 1967; Lorgue et al., 1987; Humphreys, 1988; Kühnert, 1991; Chareyre & Meram, 1989).
Rind:8-16 g/kg Körpergewicht oder 1200-1500 g/Tier frische Blätter (= 2-3 g/kg Körpergewicht oder 200-250 g/Tier getrocknete Pflanzen); 1500-2500 g/Tier frisches Blatt- und Kapselmaterial (Lorgue et al., 1987; Chareyre & Meram, 1989; Kühnert, 1991; Liebenow & Liebenow, 1993).
Pferd:1200-3000 g/Tier frisches Blatt- und Kapselmaterial. 3 Tage nach Aufnahme von 5 kg/Tier/Tag Heu mit einem Anteil von 1.48% Herbstzeitlose Kolik und Todesfälle möglich (Kühnert, 1991; Liebenow & Liebenow, 1993).
Schwein:30 g/100 kg Körpergewicht frische Zwiebeln (Wiesner, 1967).
Lamm:6.4 g/kg Körpergewicht frische Pflanzen.
LD50 Rind (oral):1 mg/kg Körpergewicht Colchicin (Kühnert, 1991).
LD50 Katze (oral):0.125 mg/kg Körpergewicht Colchicin (Kühnert, 1991).
 

Klinische Symptome

Latenzzeit 2-48 h: Kolik, Salivation, Apathie, schwankender Gang, Zähneknirschen, Vomitus, gelblich-braune, grünlich-schleimige oder blutige Diarrhoe, Polyurie, Hämaturie, Milchversiegen, Kreislaufstörungen bis Kollaps, Anurie, Hypothermie, Paralyse; Tod kann nach 1-3 (bis 7) tägiger Dauer durch Atemlähmung eintreten (Letalität: 25-50%). Ausscheidung der Gifte auch über die Milch laktierender Tiere, die klinisch symptomlos sind. Vergiftung bei Tieren hauptsächlich im Frühling. Pferd und Schwein sind wesentlich empfindlicher als Rind und Schaf (Wiederkäuer können eine Resistenz gegen Colchicin entwickeln).
Rind:Erkrankung nach 1-3 Tagen (verzögerte Umsetzung des Giftes im Tierkörper), dann akut bis perakut einsetzende Symptome: Inappetenz, teilweise Salivation und/oder Schweissausbruch, Wiederkauen und Pansentätigkeit unterdrückt (seltener auch Tympanie), kolikartige Unruhe (erregtes Umherlaufen, Auf- und Niedergehen, Stöhnen, Würgen, Umsehen nach dem voll erscheinenden Leib, gespannte Bauchdecke, Vorpressen des Afters), später Zittern und Taumeln infolge lähmungsartiger Schwäche der Nachhand, kleiner frequenter Puls bei pochendem Herz, fortschreitende Apathie, schliesslich Festliegen und Absinken der Körperoberflächentemperatur; die Milchleistung geht rasch stark zurück oder versiegt völlig. Typisch ist der profuse flüssige, oft gelblich-braune, eventuell blutige und übelriechende Diarrhoe, die zu schneller Abmagerung führt, eventuell gesteigerter Harndrang. Bei 50% Tod infolge Versagen der Atmung; die Übrigen genesen langsam. Die Milch erkrankter Kühe kann bei damit getränkten Kälbern Diarrhoe auslösen.
Pferd:Kolik, blutige Diarrhoe, Kreislaufversagen.
Schwein:Schleimig-wässrige Diarrhoe, Vomitus, Anorexie mit Polydipsie, Kolik, Krämpfe, Lähmungen, Hypothermie, Somnolenz, Herz-Kreislaufversagen.
 

Therapie

Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie)
 

Sektionsbefunde

 
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