| - | Siedesalz: Natriumchlorid (93%), Magnesiumchlorid (bis 0.3%), Kaliumchlorid (bis 0.5%), Wasser (0.5%). |
| - | Steinsalz: Kochsalz (bis 99%), meist verunreinigt durch Anhydrit und Magnesiumsalze. |
| - | Viehsalz: Natriumchlorid (mindestens 95%), Eisenoxid (Vergällungsmittel, 0.3%), Wasser (höchstens 1%). |
| - | Iodiertes Viehsalz: Natriumchlorid (mindestens 95%), Iod (0.004-0.015%), Wasser (höchstens 1%). |
| - | Salzlecksteine: Natriumchlorid (86.6-88.5%), Eisen-, Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumphosphate, Salze der Fluss- und Schwefelsäure (zum Beispiel Glaubersalz), Bindemittel. |
| - | Hypertone Lösungen wirken stark reizend auf Schleimhäute und Gewebe. Bei Hund und Katze kann oral verabreichtes Kochsalz zu Erbrechen führen. |
| - | Die Resorption von Salz aus dem Magen-Darm-Trakt führt zu einem hypertonischen Zustand. Aufgrund einer Reizung der Osmorezeptoren kommt es zu starkem Durst. |
| - | Die erhöhte Salzkonzentration im Blut führt zur Degeneration des vaskulären Kapillarendothels im Gehirn und in den Meningen, ein Prozess, der später auch in den parenchymatösen Organen stattfindet. Durch die erhöhte Kapillarpermeabilität geht Wasser aus dem Vaskulärsystem in das Interstitium verloren, was zu Ödemen führt. |
| - | Die Folgen des Hirnödems sind zerebrale Ausfallserscheinungen. Die Zirkulationsstörungen führen zu Nekrosen. Beim Schwein entsteht das charakteristische Bild einer eosinophilen Meningitis. |
| Maus i.p. | Ratte i.p. | Kaninchen | Huhn p.o. | |
| Kochsalz | 3.09 | 3.5 | bis 4.5 |
| - | Eine Hypernatriämie tritt infolge einer übermässigen Salzeinnahme, einer Wasserdeprivation, grossem Wasserverlust bei Magen-Darm-Erkrankungen, Hitzschlag oder metabolischen Störungen, wie Diabetes insipidus, Diabetes mellitus, bei akutem oder chonischem Nierenversagen oder Hypoadrenokortizismus auf. |
| - | Die akute letale Dosis beim Hund p.o. beträgt 4 g Natriumchlorid/kg Körpergewicht, die toxische Dosis 2 g Natriumchlorid/kg Körpergewicht. |
| 3.1 | Allgemeinzustand |
| Apathie, Lethargie, Koma; Ataxie, Muskelsteifheit; Durst, Hyperthermie, evtl. Dehydratation | |
| 3.2 | Nervensystem |
| Zittern, Myoklonien, terminale zentrale Krampfanfälle; Hyperreflexie | |
| 3.3 | Oberer Gastrointestinaltrakt |
| Vomitus | |
| 3.4 | Unterer Gastrointestinaltrakt |
| Durchfall | |
| 3.5 | Respirationstrakt |
| Tachypnoe | |
| 3.6 | Herz, Kreislauf |
| Tachykardie, Arrhythmie, Q-T-Verlängerung | |
| 3.7 | Bewegungsapparat |
| Keine Symptome | |
| 3.8 | Augen, Augenlider |
| Blindheit | |
| 3.9 | Harntrakt |
| Polyurie | |
| 3.10 | Fell, Haut, Schleimhaut |
| Lokale Schleimhautreizungen und -entzündungen | |
| 3.11 | Blut, Blutbildung |
| Keine Symptome | |
| 3.12 | Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation |
| Keine Symptome | |
| - | Enzephalitis |
| - | Andere Vergiftungen zum Beispiel mit Methaldehyd |
| 7.1 | Notfalltherapie |
| - | Wasserzufuhr nur in kleinen Portionen (Gefahr der Entstehung eines Gehirnödems) |
| - | Bei Schluckproblemen: 5%ige Glucose-Infusion i.v., langsam, der Natriumspiegel darf nicht mehr als 1 mEq/L = 1 mmol/L pro Stunde sinken. Der geschätzte Volumenersatz kann mit der folgenden Formel berechnet werden: 0.6 x Körpergweicht in kg x (1 - normales Natrium/aktuell gemessenes Natrium) |
| - | Zusätzliche Natrium-Ausscheidung mit Furosemid: Hund, Katze 2.2.-4.4 mg/k Körpergewicht p.o., i.v. oder i.m. 2-mal täglich |
| - | Bei Krämpfen: Diazepam oder Propofol |
| 7.2 | Dekontamination und Elimination |
| - | Emesis auslösen, sofern noch kein spontanes Erbrechen erfolgte und der Schluckreflex noch gut ist |
| - | Keine Aktivkohle |
| 7.3 | Weitere symptomatische Massnahmen |
| - | Behandlung des Hirnödems durch Mannitolinfusion |
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.