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Klassifizierung: Biologische Produkte >> Bakterien Synonyme: Schweinerotlauf-Bakterium Lateinisch: Erysipelothrix rhusiopathiae Englisch: Erysipelothrix rhusiopathiae Französisch: Erysipelothrix rhusiopathiae Italienisch: Erysipelothrix rhusiopathiae

Systematik / Morphologie

Erysipelothrix rhusiopathiae gehört zur Familie Erysipelotrichaceae und zur Gattung Erysipelothrix.
 
E. rhusiopathiae ist ein grampositives, nicht sporenbildendes Stäbchen. Es ist unbeweglich und wächst unter aeroben und fakultativ anaeroben Bedingungen (Selbitz 2007a).
 

Tenazität / Virulenz

Erysipelothrix rhusiopathiae besitzt eine hohe Tenazität, die ihm das Überleben im Erdboden, in Gewässern und Abwässern unter günstigen Bedingungen (alkalisches Milieu, hohe Feuchtigkeit, niedrige Temperaturen) über mehrere Monate ermöglicht. In faulendem tierischen Material, in getrocknetem Zustand und auch in gepökelten, gesalzenen und geräucherten Fleischerzeugnissen kann der Erreger ebenfalls überleben (Selbitz 2007a).
 

Veterinärmedizinische Relevanz

Erysipelothrix rhusiopathiae ist der Erreger des Rotlaufs, vor allem beim Schwein; das Schwein ist der Hauptwirt von E. rhusiopathiae.
 
Rotlaufinfektionen kommen jedoch auch bei Schafen, Vögeln, Mäusen, Ratten und Sumpfbibern, sehr vereinzelt bei Rindern, Kaninchen, Pferden, Nerzen und Füchsen vor. Delphine sind ebenfalls empfänglich und auch aus Fischen lässt sich der Rotlauferreger isolieren.
 

Schwein

Der Rotlauf des Schweines ist eine faktorenabhängige Infektionskrankheit. Die Manifestation ist abhängig von Umwelteinflüssen, wie hohe Temperaturen und Transportbelastungen, Virulenz, Infektionsdosis und Durchseuchungsimmunität. Der Erreger wird hauptsächlich oral, konjunktival oder perkutan aufgenommen. Empfänglich sind Schweine ab dem Alter von 3 Monaten, Tiere über 1 Jahr sind etwas weniger gefährdet.
 
Beim Schwein werden 3 Formen der Infektionskrankheit unterschieden:
-bakteriämische Allgemeininfektion (Rotlaufseptikämie), perakute Todesfälle sind möglich (weisser Rotlauf);
-Backsteinblattern (Hautform), ist die häufigste Form eines akuten bzw. subakuten Krankheitsverlaufs;
-chronischer Rotlauf (Endokarditis, Arthritis, Hautnekrose).
 

Schaf

Infektionen mit E. rhusiopathiae kommen besonders bei Lämmern ab einem Alter von 2 - 6 Wochen bis zu 4 Monaten vor. Typische Symptome sind chronische Polyarthritiden, seltener Septikämien. Die Infektion erfolgt überwiegend über den Nabelstumpf und Verletzungen, ist aber auch über den Verdauungstrakt möglich.
 

Vögel

Rotlaufinfektionen treten bei Puten und Enten, aber auch bei Legehennen und anderen Vogelarten auf.
 

Humanmedizinische Relevanz

Auch Menschen sind für E. rhusiopathiae empfänglich; die Infektion erfolgt meist über Hautverletzungen, ist aber auch oral möglich. In den meisten Fällen entwickelt sich die gutartige Hautform. Es kommt zur Ausbildung eines so genannten Erysipeloid, einer abgegrenzten Schwellung mit rotbläulichem Erythem an Fingern und Handrücken. Fieberhafte enterale Formen, chronische Arthritiden oder Septikämien mit Endokarditiden sind selten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Das Erysipeloid ist eine typische Berufskrankheit von Tierärzten, Beschäftigten in der Tierhaltung und Lebensmittelindustrie sowie von Küchenpersonal (Selbitz 2007a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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