Wirkungsort und -mechanismus
Grapiprant ist ein EP4-Prostaglandin-Rezeptor-Antagonist (EP4 PRA) (
Rausch-Derra 2016c;
Rausch-Derra 2016b). Die Wirkungen beruhen auf dem selektiven Antagonismus am EP4-Rezeptor und der Verdrängung des natürlichen Liganden Prostaglandin E
2 (PGE
2) (
EMA 2018c).
Prostaglandinsynthese und -wirkung
Die Prostaglandinsynthese ist ein wichtiger Bestandteil der Entzündungsreaktion. Unter dem enzymatischen Einfluss von Cyclooxygenasen werden aus Fettsäuren Prostaglandine gebildet, wobei aus der Arachidonsäure fünf aktive Prostaglandinmetaboliten entstehen. Diese haben im Körper vielfältige physiologische Funktionen, wie z.B. die Durchblutung der gastrointestinalen Schleimhaut, die renale Hämodynamik sowie die primäre Hämostase. Jedes Prostaglandin vermittelt über mindestens einen bestimmten Rezeptor seine Wirkung; Prostaglandin E
2 bindet an die vier Rezeptorsubtypen EP1, EP2, EP3 und EP4 (
Nagahisa 2017a). Spezifische Wirkungen infolge der Bindung von Prostaglandin E
2 an den EP4-Rezeptor sind u.a. Vasodilatation, erhöhte Gefäßdurchlässigkeit, Angiogenese sowie die Produktion von Entzündungsmediatoren; dies ist für die mit einer Osteoarthritis verbundenen Schmerzen und Entzündungen verantwortlich (
EMA 2018c;
Rausch-Derra 2015a;
Kirkby Shaw 2015a;
Knych 2018b).